Enttäuschendes Wochenende DEG sucht weiter ihre Konstanz

Düsseldorf · Die Düsseldorfer Eishockeyprofis verpassen erneut die Chance, sich im Kampf um die Play-offs der DEL etwas Luft zu verschaffen. Weil auf ein starkes Wochenende wieder ein schwaches folgt.

Düsseldorfs Bernhard Ebner im Spiel gegen Bietigheim.

Düsseldorfs Bernhard Ebner im Spiel gegen Bietigheim.

Foto: RP/Birgit Haefner

Alexander Barta wusste natürlich, was auf seine Düsseldorfer EG zukommen würde: „Wenn sie nicht in den Forecheck gehen, dann ziehen sie sich zurück, und dann müssen wir geduldig sein“, sagte der DEG-Kapitän vor dem Spiel am Sonntag gegen Bietigheim. Auch Manager Niki Mondt warnte: Pflichtsiege gebe es in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) nicht, jedes Spiel müsse erst mal gespielt werden. Am Ende behielten beide recht. Bietigheim zog sich von Beginn an zurück, und mit dem Sieg wurde es nichts. 0:1 nach Penaltyschießen verlor die DEG gegen das Schlusslicht. Und weil sie bereits am Freitag in Ingolstadt (3:4) leer ausgegangen war, fasste Mondt die Lage am Sonntagabend dann so simpel wie präzise zusammen: „Kein schönes Wochenende.“

Das galt vor allem für die Tabellensituation. Eineinhalb Monate vor dem Ende der Hauptrunde steht die DEG nun auf Rang acht. An sich in Ordnung, allerdings beträgt der Vorsprung auf Platz elf nur noch sechs Punkte. Was gerade nach diesem Wochenende ärgerlich wenig ist, war die Chance doch selten größer, sich im Kampf um die Play-off-Plätze etwas Luft zu verschaffen. Und das nicht nur, weil die DEG auf zwei Gegner traf, gegen die sie in dieser Saison bislang ausschließlich Siege eingefahren hatte. Zudem spielte die direkte Konkurrenz auf den Plätzen fünf bis elf in mehreren Spielen untereinander, nahm sich also gegenseitig die Punkte weg. Doch da die DEG eben selbst nur einen holte, war sie im Tabellenmittelfeld der Verlierer des Wochenendes. Neben Frankfurt war sie das einzige Team, das keinen Sieg einfuhr, Köln und Nürnberg gewannen gar beide Spiele – obwohl sie jeweils auch gegen Mannheim ran mussten.

In Trauerstimmung verfiel deswegen aber niemand bei der DEG. So laufe es eben in der Liga, sagte Stürmer Stephen MacAulay. Vergangene Woche schlugen die Düsseldorfer Meister Berlin und Titelkandidat Mannheim, nun verloren sie gegen dezimierte Ingolstädter und den abgeschlagenen Letzten. Wobei MacAulay das Bietigheimspiel bis auf die mangelnde Torausbeute gar nicht so schlecht fand. Das konnte man zwar in Teilen anders sehen, zwischendurch war es schon sehr zäh. Aber auch Mondt wollte nicht zu hart mit seinen Spielern ins Gericht gehen: „Ich habe selber mal gespielt und weiß, wie schwer das ist, es gegen eine vermeintlich schlechtere Mannschaft konsequent zu Ende zu spielen und klar zu gewinnen.“ Gerade gegen eine wie Bietigheim, die fast nur hinten drin steht.

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Die Topscorer der Düsseldorfer EG

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Foto: Birgit Häfner

Anders sei das am Freitag gewesen. „Ich fand es fast ärgerlicher, in Ingolstadt keine Punkte mitzunehmen“, sagte Mondt über ein Spiel, bei dem die DEG zwar zweimal ausglich und am Ende noch mal auf 3:4 verkürzte, sich das Erreichte aber „durch Fehler immer wieder“ selbst zunichte machte. Drei der vier Gegentreffer resultierten unmittelbar aus Düsseldorfer Unzulänglichkeiten. Und es gab noch weitere, die die Ingolstädter nur nicht nutzten.

Natürlich erwartet niemand fehlerfreie Spiele, aber die Formschwankungen der DEG bleiben neben der schwachen Überzahlquote (13,2 Prozent) das große Thema. Auch innerhalb der Spiele, in denen sich die Düsseldorfer immer wieder Pausen gönnen oder zu spät in die Gänge kommen.

Philip Gogulla sprach schon vor ein paar Wochen darüber, hatte aber auch Verständnis: „Wir haben eine junge Mannschaft. Dass da nicht immer alle kontinuierlich auf einem Niveau spielen, das wir uns erhoffen, ist völlig normal.“ Aber natürlich ärgert es auch die Spieler selbst, wenn sie sich das, was sie am einen Wochenende aufgebaut haben, am nächsten wieder einreißen. „Wir müssen daran arbeiten, konstanter zu werden“, sagte MacAulay am Sonntag nicht ohne Grund.

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Foto: dpa/David Inderlied

Viel Zeit dafür bleibt aber nicht mehr. Gerade mal 16 Spiele stehen noch aus in der Hauptrunde, bereits Anfang März beginnen die Play-offs. Umso wichtiger wird also der kommende Freitag, wenn die Kölner Haie zum vierten und letzten Derby vorbeikommen. Ein Spiel, das gleich doppelt wichtig wird: für die Tabelle und die allgemeine Stimmung. Der Dome ist bereits ausverkauft.

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