Düsseldorfer EG steht wieder vor einem Neubeginn

Play-offs erneut verpasst: DEG steht wieder vor einem Neubeginn

Die Düsseldorfer verpassen erneut die Play-offs der Deutschen Eishockey Liga. Ex-Trainer Mike Pellegrims, in den die Klubführung so viele Hoffnungen gesetzt hatte, war ein Fehlgriff.

Der Frust war riesengroß im ISS Dome. So groß, dass Entrüstung und Ärger am späten Freitagabend schon längst Leere und Schockstarre Platz gemacht hatten. Machten die DEG-Fans in der Phase des zweiten Drittels, als ihr Eishockeyteam gegen die Eisbären Berlin mit 1:6 in Rückstand geriet, noch mit "Wir haben die Schnauze voll" und ähnlichen Sprechchören ihrem Zorn Luft, nahmen sie das Geschehen in den letzten Minuten nur noch teilnahmslos hin. 2:6, sechs Punkte Rückstand auf die zehntplatzierten Schwenninger Wild Wings, wieder keine Play-offs.

Darryl Boyce tat das, was ein echter Kapitän in solchen Situationen tun muss. Er stellte sich, obwohl er sicher eine Million Dinge lieber getan hätte, als sich im Moment des Scheiterns auch noch vor Mikrofone und Diktiergeräte zu stellen. "Deutschland kommt mit einer olympischen Silbermedaille nach Hause", sagte er mit leerem Blick, "und wir schaffen es nicht einmal in die Play-offs."

Das Projekt, das die DEG-Führung um Geschäftsführer Stefan Adam und Manager Niki Mondt im vergangenen Sommer mit der Trennung von Cheftrainer Christof Kreutzer und der Installation des neuen Hoffnungsträgers Mike Pellegrims in Gang gebracht hatte, ist furios gescheitert. Das Ergebnis der Saison ist ebenso schlecht wie das der vergangenen - nur mit einer ungleich teureren Mannschaft. Wieder muss es einen Neubeginn geben, ob mit Interimstrainer Tobias Abstreiter als Chef oder einem neuen Mann, ist noch nicht entschieden. Abstreiters Chancen sind durch den desolaten Mittelabschnitt gegen Berlin nicht besser geworden. "Für das, was im zweiten Drittel passiert ist, kann ich mich nur bei den Fans entschuldigen", sagte der Coach traurig. "Wir haben Fehler gemacht wie eine Nachwuchsmannschaft. Es tut wirklich weh, dass so etwas gerade in einem so wichtigen Spiel geschieht."

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Auch Boyce unterlag nicht der Versuchung, irgendetwas zu beschönigen. "Als Kapitän fühle ich mich verantwortlich", betonte der Kanadier. "Ich lade so viel wie möglich auf meine Schultern. Ich bin unter meinen Möglichkeiten geblieben, wie zu viele von uns. Es wird ein harter Sommer." In der Tat - und nicht nur für Boyce. "Die Leute zahlen eine Menge Geld dafür, ein gutes Team zu sehen", sagte der 33-Jährige, "und wir werden dafür bezahlt, uns in jedem Spiel voll reinzuhängen. Aber auf die Saison gesehen haben wir viel zu viele Spiele im letzten Drittel und in der Verlängerung verloren." Diesen Missstand hatte Abstreiter schon angeprangert, doch er konnte in seiner kurzen Amtszeit nicht mehr alles geradebiegen, was unter Pellegrims schiefgegangen war. Vor allem die Ausländerpositionen waren zu schwach besetzt.

"Es war ein sehr bitteres Spiel", schloss der Coach, "eine große Enttäuschung. Es war hart mitzuerleben, wie wir ein Spiel so hergeben, so kopflos umherlaufen. Das war schon etwas peinlich." Abstreiters Schlusswort sprach vielen aus der Seele: "Wieder keine Saison mit Play-offs - das tut sehr weh."

(jol)
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