Düsseldorfer EG: Massenschlägerei bei 1:7-Niederlage bei Augsburger Panthern

Kein Platz mehr auf der Strafbank: Massenschlägerei bei Düsseldorfer Play-off-Debakel

Die DEG musste bei der 1:7-Niederlage zum Play-off-Start in Augsburg Nehmerqualitäten zeigen. Später zeigten die Düsseldorfer Eishockey-Profis aber, dass sie auch kräftig austeilen können.

Immerhin besser als der FC Schalke 04! Wenn man den natürlich völlig unzulässigen Quervergleich zum Fußball ziehen will, dann haben die Eishockey-Profis der Düsseldorfer EG am Dienstag zumindest nicht die derbste Packung im deutschen Profisport kassiert. Auch im Eishockey ist eine 1:7-Niederlage jedoch eine Abfuhr erster Klasse. Zum Auftakt der Play-offs präsentierten sich die Düsseldorfer also in der Form der letzten Wochen und nicht in der Verfassung der über weite Strecken begeisternden Hauptrunde.

In mehr als einer Hinsicht spielt das Team von Trainer Harold Kreis mit seinem guten Ruf. Eben erst wurden die Rot-Gelben zum fairsten Team der Hauptrunde gewählt, beim Play-off-Auftakt in Augsburg hätte man darauf nicht unbedingt kommen können. Nach einem harten Check von Patrick Buzas, gebürtiger Augsburger in Diensten der DEG, fielen auf beiden Seiten die Hemmungen. Das Spiel war beim Stand von 6:1 längst entschieden, doch Spieler beider Teams prügelten plötzlich wild aufeinander ein. Was die kuriose Situation zur Folge hatte, dass anschließend nicht mehr alle Spieler Platz auf den Strafbänken fanden. Sechs Düsseldorfer und vier Augsburger waren gleichzeitig draußen und mussten zum Teil stehen oder knien.

"Das ist dann halt auch Play-off-Hockey", sagte Augsburgs Christoph Ullmann, getreu dem Motto: ganz normale Härte. "Düsseldorf möchte natürlich nicht einfach seine Sachen packen und nach Hause fahren. Die wollen nochmal eine Duftmarke hinterlassen", erklärte der Stürmer: "Da wollten wir uns natürlich widersetzen. Das ist nix, worüber man großartig sprechen muss." Wie Ullmann wollte auch dessen Teamkollege Steffen Tölzer keine große Sache aus der Boxeinlage machen. "Passiert halt", sagte der Kapitän.

Insgesamt verteilten die Schiedsrichter 150 Strafminuten,78 für Augsburg, 72 für Düsseldorf. Das ist selbst für ein nach alter Gepflogenheit stets etwas handfester geführtes Play-off-Spiel eine Menge, aber noch lange kein Rekord. 1998 hagelte es beim Spiel zwischen Schwenningen und Nürnberg 336 Strafminuten.

Wenn man es positiv interpretieren möchte, stimmt zumindest der Einsatz bei der DEG. In allen anderen Bereichen müssen sich die Düsseldorfer aber erheblich steigern, wenn die Play-off-Reise nicht gleich im Viertelfinale enden soll.

In einer früheren Version des Artikels hieß es, die Schiedsrichter hätten 152 Strafminuten verteilt. Tatsächlich waren es 150.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Augsburg - DEG: die Bilder des Spiels

(ako)
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