Düsseldorfer EG: Leon Niederberger droht lange Pause

DEG-Stürmer : Leon Niederberger droht lange Pause

Der DEG-Stürmer verletzt sich beim 1:3 gegen Nürnberg an der Schulter. Erst ein MRT kann zeigen, ob er nur wenige Wochen oder sogar vier Monate ausfällt. Seine Kollegen müssen nun nach Wolfsburg.

Am Mittwochabend hatte Ulf Blecker die Nase voll. „Für heute reicht es mir wirklich“, gestand der Mannschaftsarzt der DEG nach einem Arbeitstag, der es in sich hatte. Dass er mittwochs stets den ganzen Tag im OP steht und Knieoperationen durchführt, ist er ja gewohnt – den abendlichen Großeinsatz im ISS Dome hätte sich der 55-Jährige aber lieber erspart. Zunächst musste er bei der 1:3-Niederlage der Düsseldorfer Eishockey-Profis den Nürnberger Mike Mieszkowski verarzten, der sich die Oberlippe nahezu komplett aufgerissen hatte. „Den habe ich in der Kabine genäht, und später musste ich bei unserem Kapitän Alex Barta noch eine kleine Kinnarterie flicken“, berichtete Blecker.

Doch während diese beiden weiterspielen konnten, endete Bleckers dritter Job schlimmer. Der Doc musste DEG-Stürmer Leon Niederberger in die Kabine führen, der sich bei einem Zweikampf an der Schulter verletzt hatte. Die Umkleide blieb allerdings nur eine Zwischenstation. „Wir mussten Leon sofort ins Krankenhaus bringen“, erklärte Blecker. „Seine Schulter war herausgesprungen und konnte nur unter Narkose wieder gerichtet werden.“

Das gelang noch in der Nacht – aber bis jetzt kann noch niemand sagen, wie schwerwiegend die Folgen für Niederberger sind. „Leon könnte Glück haben, dass er sich die Verletzung nicht, wie so oft im Eishockey, bei einem Zusammenprall an der Bande zugezogen hat“, orakelt der Teamarzt. „Deshalb hoffen wir, dass er nicht das klassische Schultertrauma erlitten hat, das Eckgelenk sowie der Bänder-, Sehnen- und Kapselapparat heil geblieben sind. Ist das der Fall, kann er in drei, vier Wochen wieder mitmischen. Wenn er dieses Glück jedoch nicht hat, würde das vier Monate Pause bedeuten.“ Dann wäre die Saison für den 22-Jährigen beendet. Eine exakte Diagnose, so Blecker, sei jedoch erst in ein paar Tagen mit einem MRT möglich.

Trainer Harold Kreis bleibt so lange nichts anderes übrig, als seinem Stürmer den Daumen zu halten. So wie er es schon seit einigen Tagen für Leons Bruder Mathias Niederberger tut, der wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel pausiert. Dessen Vertreter Fredrik Pettersson Wentzel traf an der vierten Heimpleite in Serie jedoch keine Schuld: Die Misere beim 1:3 gegen die Nürnberger lag klar im Angriff.

Allzu hart wollte Kreis mit seinen Schützlingen jedoch nicht ins Gericht gehen. „Nürnberg hat einfach richtig stark gespielt und uns die Räume eng gemacht“, meinte der Coach. „Die Schlüsselsituation war, als wir über eineinhalb Minuten lang mit fünf gegen drei spielten und keinen Treffer erzielten. Da war der Frust der Spieler zu spüren.“ Selbstkritisch fügte Kreis hinzu: „Es fällt eindeutig in meinen Aufgabenbereich, mir das genau anzuschauen und zu überarbeiten.“

Sein erfahrenster Verteidiger rät vor den Wochenend-Partien in Wofsburg (Freitag) und gegen Augsburg (Sonntag, 19 Uhr, Dome) grundsätzlich dazu, nicht zu viel zu ändern. „Wir werden uns auf unsere Stärken besinnen“, sagte Patrick Köppchen. „Dann sind wir gut aufgestellt. Wir dürfen jetzt nicht in Panik und Chaos verfallen.“

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