Düsseldorfer EG: Kölner Haie reagieren auf Streich der DEG-Fans mit Humor

Kommentar zur DEG-Bus-Aktion : Rivalität, die Spaß macht

Fans der Düsseldorfer EG haben den Mannschaftsbus der Kölner Haie mit dem DEG-Logo beklebt. Zwischen Fußballfans wäre Ärger vorprogrammiert. Die Kölner Haie zeigen hingegen, wie faire Rivalität geht. Ein Kommentar.

Die Kölner Haie und die Düsseldorfer EG machen den Fußballfans vor, wie faire Rivalität funktioniert: nicht mit Fäusten, fliegenden Steinen und Fahnenklau, sondern mit einem rundum gelungenen Streich.

Die Eishockey-Rivalen vom Rhein pflegen ihre Konkurrenz seit Jahrzehnten auf einem Level, wie es im Fußball der 1. FC Köln, Borussia Mönchengladbach und die Fortuna oder Schalke 04 und Borussia Dortmund tun. Derbys sind das Highlight der Saison und Anlass für besondere Fan-Aktionen. Unter den DEG- und Haie-Fans haben kreative Streiche eine lange Tradition.

Beim Derby am vergangenen Samstag in Düsseldorf hatten sich die DEG-Fans wieder aufgemacht, die Kölner aufs Korn zu nehmen. Einige von ihnen schlichen sich aus dem Stadion zum Mannschaftsbus der Kölner Haie, stiegen mit Leitern am Bus hoch und klebten das DEG-Logo aufs Dach. Auch die Toten Hosen waren bei der Aktion dabei. Der Streich blieb von den Kölnern unbemerkt, und so fuhr die Mannschaft nach dem Spiel mit dem DEG-Logo auf dem Bus durch die Stadt zurück nach Köln.

DEG-Anhänger filmten die Fahrt immer wieder von oben, sodass das DEG-Emblem auf dem Haie-Bus gut zu sehen war. Danach posteten sie das Video unter anderem bei Facebook. Eine Schmach für jeden Haie-Fan.

Man stelle sich vor, Fans von Borussia Mönchengladbach hätten die Raute der Borussia auf dem Bus des FC aus Köln verewigt. Oder die Schalker Ultras würden ein Video veröffentlichen, das zeigt wie sie ihr Logo auf den Dortmunder Bus, das Trainingsgelände oder ähnliches kleben. Eine Anzeige wegen Sachbeschädigung wäre wohl das Harmloseste. Die Polizei könnte sich eher schon mal für die Racheaktion wappnen. Allzu oft enden bei den Fans der Fußballrivalen eigentlich lustige Fan-Aktionen in Gewalt.

Nicht so bei den Kölner Haien. Die nahmen den Streich mit Humor, kratzten das Logo vorsichtig ab und versteigern es nun. „Damit die Aktion doch noch am Ende einen Sinn hatte, drehen wir die Sache jetzt zum Guten“, schreiben die Haie dazu. Einen kleinen Seitenhieb können sie sich dann doch nicht verkneifen. Dafür wird der Erlös brüderlich geteilt und geht an die Jugendabteilungen beider Vereine – „wie es sich für gute Rivalen gehört“, schreiben die Haie. Und machen damit den Fußballfans vor, wie faire Rivalität geht.

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