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Düsseldorfer EG kämpft die Kölner Haie nieder - Derbysieg im Eishockey

Derbysieg : DEG kämpft die Kölner Haie nieder

Das 235. rheinische Eishockey-Derby war auch ohne Fans in der Halle eine emotionale Angelegenheit. Am Ende gewinnt die DEG mit 2:1 und verabschiedete sich gut gelaunt in die Olympiapause.

Dass die Fans bei den Spielen der Düsseldorfer EG derzeit wieder draußen bleiben müssen, ist besonders bei den Derbys zu merken. Da fehlte zuletzt nicht nur die passende Atmosphäre, da ging es auch auf dem Eis recht emotionslos zu. Harte Checks gab es ebenso selten wie hitzige Wortgefechte oder das ein oder andere Handgemenge. Selbst die Duelle mit den Kölner Haien wirkten wie Allerweltsspiele. Aber nicht so an diesem Sonntag beim 235. rheinischen Derby, da waren endlich mal wieder Emotionen wie zu besten Zeiten drin. Da wurde gecheckt und gepöbelt, da wurden aus Wut Schläger zertrümmert und mit den Schiedsrichtern diskutiert. Was daran gelegen haben dürfte, dass sich die Hauptrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) langsam ihrer heißen Phase nähert. Das dürfte aber auch daran gelegen haben, dass beide Klubs zuletzt wenig zu lachen hatten und über einen Derbysieg die Wende schaffen wollten. Das gelang dann der DEG, die 2:1 (0:0, 2:1, 0:0) gewann und sich den Abstand auf den alten Rivalen damit auf vier Punkte steigerte.

Euphorisch wirkte danach dennoch niemand, eher eine Mischung aus erschöpft und erleichtert, weil gerade die letzten Minuten extrem fordernd waren. Abwehrchef Marco Nowak konnte bei der Schlusssirene nicht mal jubeln, da rang er erst mal nach Luft. Kurz später sprach er von einem „hart umkämpften Spiel“ – was eine treffende Beschreibung der 60 Derby-Minuten waren.

Im ersten Drittel sah das noch anders aus. Da spielten fast nur die Düsseldorfer, die dort weitermachten, wo sie Donnerstag in Augsburg aufgehört hatten: hinten kompakt, vorne mit schnellen Pässen und guten Chancen. Das Problem war nur: Trotz all der Möglichkeiten traf die DEG das Tor nicht und verlor 0:1. Und so ging es zunächst auch gegen die Haie weiter. Da spielte sich das Geschehen fast ausschließlich im Kölner Drittel ab, die DEG schoss mehr als doppelt so oft, aber jubeln durfte sie erneut nicht. Weder nach der ersten Großchance von Brendan O‘Donnell noch nach den Pfostenschüssen von Bernhard Ebner und Marco Nowak. Auch Victor Svensson und Carter Proft hatten das 1:0 auf dem Schläger. Doch es wollte nicht fallen. Was Kapitän Alexander Barta aber nicht verzweifeln ließ: „Mehr Spielanteile und mehr Torchancen – wenn wir so weiter machen, werden wir belohnt“, sagte er in der Drittelpause bei „Magenta-Sport“.

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Die Belohnung ließ aber weiter auf sich warten. Obwohl es zweiten Drittel erst mal so weiterging. Düsseldorf stürmte, Köln verteidigte. Wobei die Haie jetzt deutlich wacher wirkten, besser in die Zweikämpfe kamen und mal welche gewannen. Ihr Führungstreffer in der 33. Minute war dennoch glücklich – und ein Geschenk der DEG, die bei gegnerischem Puckbesitz so ungeschickt wechselte, dass plötzlich zwei Kölner allein vor Mirko Pantkowski auftauchten, Marcel Müller schob zum 0:1 ein. Auch das erinnerte an das Augsburg-Spiel am Donnerstag, wo sich die DEG vor dem 0:1 ebenfalls einen Wechselfehler gegönnt hatte. Weil der in der Verlängerung kam, war es danach vorbei, jetzt gegen Köln ging es natürlich weiter. Und nicht mal drei Minuten später hatte Stephen MacAulay ausgeglichen. Der erste DEG-Treffer nach fast zwei Stunden reiner Spielzeit ohne Tor. Was wiederum ein Geschenk der Kölner war, die sich nun wieder zahlreiche Undiszipliniertheiten gönnten und reihenweise auf die Strafbank wanderten. Kaum war der Ausgleich gefallen, hatte KEC-Torwart Justin Pogge seinen, nun ja, Moment: Erst zertrümmerte er seinen Schläger, dann schubste er Carter Proft von hinten um. Das Ergebnis: nächste Überzahl DEG, nächstes Tor DEG. Diesmal fälschte Paul Bittner einen Nowak-Schuss ab.

Im letzten Drittel war es dann ein anderes Spiel, die Haie waren jetzt deutlich aktiver und hatten einige Chancen, doch Pantkowski war nicht mehr zu überwinden. So blieb es beim 2:1, der zweite Derbysieg binnen einer Woche – und ein versöhnlicher Abschluss der hektischen Monate. Denn weil das Spiel nächste Woche in Bietigheim ausfällt, hat für die DEG nun bereits die Olympiapause begonnen. Also kann sie erst mal durchatmen und ein paar Tage Urlaub machen. Und wenn es danach weitergeht, sind vielleicht auch wieder Fans in der Halle.