1:4 in Nürnberg DEG verteilt Gastgeschenke

Nürnberg/Düsseldorf · Drittes Spiel, dritte Niederlage: Bei der Abschiedsparty für Patrick Reimer findet die Düsseldorfer EG nie zu ihrem Spiel und verliert in Nürnberg mit 1:4. Keine guten Voraussetzungen für das Derby am Sonntag in Köln.

 DEG-Kapitän Philip Gogulla (m.) wird von Nürnbergs Abwehrspieler Haden Shaw attackiert. Links DEG-Stürmer Kevin Clark.

DEG-Kapitän Philip Gogulla (m.) wird von Nürnbergs Abwehrspieler Haden Shaw attackiert. Links DEG-Stürmer Kevin Clark.

Foto: Birgit Häfner

Irgendwann wurden seine Augen dann doch glasig. Als er bei seiner Dankesrede bei der Familie angekommen war, bei seiner Frau, seinen Kindern, seinem Bruder, seinen Eltern, die da alle mit ihm auf dem Eis waren, da wäre es fast um Patrick Reimer geschehen. Da musste er kurz an sich halten. Aber es gelang ihm dann doch ohne öffentliche Tränen. Was wunderbar passte, weil Patrick Reimer auf dem Eis ja auch meist alles gelungen war. Vor allem vor dem gegnerischen Tor. 394 Treffer hat Reimer erzielt, erst 156 in neun Jahren für die Düsseldorfer EG, dann noch mal 238 in elf Saisons für die Nürnberg Ice Tigers. Kein anderer ist besser in der Geschichte der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). Was auch für seine 859 Punkte gilt.

Im Frühjahr war dann aber Schluss mit der Karriere. Am Freitag nun wurde er dafür in Nürnberg geehrt. Mit Teppich auf dem Eis, alten Bildern auf dem Videowürfel, Reden, einer Choreographie der Fans und einem Banner, das unters Hallendach gezogen wurde. Vorher hatten die Teams sich mit speziellen Aufwärmtrikots eingespielt. Auch die DEG, für diese Geste sich Reimer besonders bedankte. Eine vielleicht etwas lange, aber jederzeit würdige und emotionale Ehrung war das. Mit einem gerührten Patrick Reimer. Und obwohl dessen Herz noch immer auch für die DEG schlägt, freute der sich hinterher ganz besonders, dass der Abend aus Nürnberger Sicht das passende Ende fand. Denn die Ice Tigers gewannen mit 4:1.

DEL-Saison 2023/24: Die Topscorer der Düsseldorfer EG​
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Die Topscorer der Düsseldorfer EG

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Für die DEG war das die dritte Niederlage im dritten Saisonspiel. Folglich steht sie ganz unten in der Tabelle. Und diesmal sah sie auch so aus. Konnten die Düsseldorfer an den ersten beiden Spieltagen noch von sich behaupten, gegen Topteams mitgehalten zu haben, waren sie nun in Nürnberg die klar schlechtere Mannschaft.

Wobei es dann doch eine Parallele zum Auftaktwochenende gab: auch am Freitag war das Unterzahlspiel katastrophal. Die DEG ließ sich jedes Mal komplett einschnüren und kassierte ihre Treffer sechs bis acht, wenn einer ihrer Spieler auf der Strafbank sitzt. Vergangene Saison dauerte es bis zum 16. Spieltag, ehe die DEG ihr achtes Tor in Unterzahl kassierte, diesmal eben nur bis zum dritten. Co-Trainer Daniel Kreutzer, seit dieser Saison für die Unterzahl zuständig, wird sich etwas einfallen lassen müssen.

Zumindest kommt nun der bislang gesperrte Verteidiger Alec McCrea zurück. Aber einfacher dürfte es am Sonntag nicht werden, dann geht es zu den Kölner Haien, die ihren Höhenflug auch am Freitag fortsetzten: Da gewannen sie mit 5:2 beim Meister München. Also trifft da am Sonntag der Tabellenführer auf den Letzten. Klarer waren die Rollen vor einem Derby lange nicht verteilt.

Für das Spiel in Nürnberg galt das im Vorfeld eigentlich nicht. Doch schon nach wenigen Sekunden rannte Dane Fox allein auf Henrik Haukeland zu und wurde dabei gefoult. Den fälligen Penalty parierte der Torhüter zwar, doch seine Vorderleute konnte das nicht aufwecken. Als wollten sie die Party nicht stören, ließen sie die bissigen, aber keinesfalls überragenden Nürnberger meistens gewähren. Seltsam lethargisch sah die DEG aus, rannte meist hinterher und hatte offensiv kaum Ideen. Es dauert mehr als zwölf Minuten bis zu ersten DEG-Chance durch Bennet Roßmy. Danach gab es sogar eine kleine Druckphase, doch dann musste Sinan Akdag auf die Strafbank, Jack Dougherty traf zum 1:0. So ging es auch in die Pause, weil Philip Gogulla noch eine Riesenchance liegenließ.

Danach schien es etwas besser zu laufen. Zwar gab es gleich die nächste Strafe, aber bei der traf Victor Svensson zum Ausgleich. Doch noch in derselben Unterzahl fing sich die DEG gleich den nächsten Treffer durch Evan Barratt. Und dann kam auch noch Pech dazu, als der Puck unglücklich abgefälscht wurde und bei Roman Kechter landete, der zum 3:1 einschoss. Im letzten Drittel zogen sich die Nürnberger dann zurück, da hatte die DEG dann mehr vom Spiel, aber zwingend wurde es selten. In der letzten Sekunde traf Tim Fleischer noch ins leere Tor. Und so endete der Abend, wie er begonnen hatte: mit Nürnberger Jubel.