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Düsseldorfer EG dreht Drei-Tore-Rückstand zum Sieg gegen Eisbären Berlin

Eisbären verpassen Sprung an die Spitze : DEG dreht Drei-Tore-Rückstand zum Sieg

Lange sah es aus, als würde die Düsseldorfer EG ihr nächstes Heimspiel verlieren, gegen die Eisbären Berlin lag sie 0:3 zurück. Doch am Ende siegt die DEG mit 5:4 nach Verlängerung.

Es ist schon oft und breit darüber diskutiert worden, ob es im Sport wirklich einen Heimvorteil gibt, selbst die Wissenschaft hat sich damit befasst. Eindeutig geklärt ist die Frage dennoch nicht. Und trotzdem ist das, was die Düsseldorfer EG in der noch jungen Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zeigt, mindestens sonderbar. Fünf Spiele hatte die DEG bis Montagabend absolviert, und dabei nicht einen Heimsieg erlebt. Ihre drei Spiele in fremden Eishallen gewann sie allesamt, ihre zwei Spiele zu Hause im Rather Dome verlor sie.

Am Montagabend sah es aus, als würde die Serie so weitergehen. Da lag die DEG gegen die Eisbären Berlin mit 0:3 zurück. Doch am Ende jubelten trotzdem die Düsseldorfer, die 5:4 (1:3, 0:0, 3:1, 1:0) nach Verlängerung gewannen und ihren vierten Saisonsieg in der DEL-Nordgruppe feierten.

Das war vor allem für Max Kammerer etwas Besonderes, hatte der Nationalstürmer doch bislang wenig Glück vor dem gegnerischen Tor, in den ersten fünf Spielen war er komplett leer ausgegangen. Nun besorgte er zehn Minuten vor dem Ende nicht nur den wichtigen Anschlusstreffer zum 3:4, sondern legte in der Verlängerung auch noch das 5:4 nach. „Heute hatten wir das Glück auf unserer Seite“, sagte der Matchwinner, der nicht verhehlen wollte, dass der Anfang so gar nicht nach dem Geschmack der DEG sein konnte: „Wir sind extrem schlecht gestartet“, sagte Kammerer und hatte damit keineswegs übertrieben.

4:15 lautete das Schussverhältnis nach 20 Minuten, und das spiegelte die Geschehen doch recht treffend wider. Die Berliner waren schneller, wacher, zweikampfstärker, passsicherer, in einem Wort: besser. Doch als alles dachte, das werde ein ganz bitterer Abend für die DEG, schlug Jerome Flaake einen Puck auf der Luft ins Tor. Und als kurz danach auch noch zwei Berliner auf der Strafbank saßen, lag auf einmal gar der Anschlusstreffer in der Luft. Der fiel aber nicht, ebenso wenig bei der zweiten 5:3-Überzahl im Mitteldrittel. Weil es die DEG zu kompliziert machte. Und weil im Berliner Tor ja gewisser Matthias Niederberger stand. Gebürtiger Düsseldorfer, jahrelang Publikumsliebling bei der DEG und vergangene Saison Torwart des Jahres in der DEL.

Eben jeder Mathias Niederberger erlebte dennoch lange Zeit einen recht entspannten Abend. In den ersten 40 Minuten flogen nur 15 Schüsse auf ihn, 14 hielt er. Doch im letzten Drittel änderte sich das Spiel. Trainer Harold Kreis stellte die Reihen um, und plötzlich gewann die DEG mehr Zweikämpfe, kam schnell hinten raus und schloss mehr aufs Tor. Und ins Tor. Erst traf Nicolas Jensen zum 2:3, und selbst der nächste Berliner Treffer konnte die DEG nicht mehr aufhalten. Kammerer verkürzte auf 3:4, keine drei Minuten später traf Ken-Andre Olimb zum Ausgleich und sorgte damit für die Verlängerung. In der traf dann erneut Kammerer. Und während die DEG-Spieler ihren unerwarteten Sieg bejubelten, konnte Matthias Niederberger gar nicht schnell genug auf Eis kommen.

Düsseldorfer EG - Eisbären Berlin 5:4 (1:3, 0:0, 3:1, 1:0)
DEG: Tor: Pantkowski (Hane); Abwehr: Jensen, Cumiskey - Ebner, Nowak - Zanetti, Johannesen - Eder; Angriff: Alanov, Olimb, Fischbuch - Kammerer, Barta, Flaake - Karachun, Carey, From - Jahnke, Buzas, Ehl

Schiedsrichter: Hoppe/Rantala

Zuschauer: keine

Tore: 0:1 (4:43) Foucault (Zengele, McKiernan/5-4), 0:2 (13:57) Labrie (Noebels), 0:3 (15:55) Noebels (Pföderl, Gawanke/5-4), 1:3 (17:26) Flaake (Jensen, Kammerer), 2:3 (43:47) Jensen (Olimb, From), 2:4 (47:06) Zengerle (White, Espeland), 3:4 (50:50) Kammerer (Flaake, Johannesen), 4:4 (53:33) Olimb (Carey, Fischbuch), 5:4 (61:06) Kammerer (Jensen, Pamntkowski)

Strafminuten: 10:10

Torschüsse: 33:38