Düsseldorfer EG: Die DEG setzt auf Popstar Leon Niederberger

Singender Angreifer: Die DEG setzt auf Popstar Niederberger

Leon Niederberger erobert mit seinem Song „What I’m Missing“ nicht nur die Charts, sondern startet parallel als Stürmer bei der DEG durch. Der Eishockeyklub tritt am Wochenende bei zwei bayrischen Vereinen an.

Eine Wochenende in Oberbayern – vor der Düsseldorfer EG liegen innerhalb von 48 Stunden zwei schwere Auswärtsspiele in der Deutschen Eishockey-Liga. Am Freitag (19:30 Uhr) tritt die DEG beim ERC Ingolstadt an, am Sonntag (16:30 Uhr) treffen die Düsseldorfer in München im EHC Red Bull auf den deutschen Meister der vergangenen drei Spielzeiten.

„Ingolstadt ist eine offensiv gute Mannschaft, sie ist aber nicht unverwundbar“, gibt sich Düsseldorfs Co-Trainer Tobias Abstreiter vor dem Duell zuversichtlich, „mit unserem Selbstvertrauen und unserem hartnäckigen Zweikampfstil haben wir durchaus eine gute Chance, um in Ingolstadt zu bestehen.“

Headcoach Harold Kreis ergänzt: „Wenn wir aus einer kompakten Defensive agieren, dann können wir offensiv werden, ohne hinten verletzbar zu werden. Das hat die Mannschaft in den letzten 20 Minuten gegen Krefeld sehr gut umgesetzt und das ist insbesondere gegen offensivstarke Mannschaften wie Ingolstadt und München wichtig.“

Nach den beiden 3:4-Niederlagen am vergangenen Wochenende in Wolfsburg und zu Hause gegen Krefeld nach Verlängerung wollen die Düsseldorfer nun wieder Erfolgserlebnisse einfahren. Das Trainerteam hat bei seinen Schützlingen eine entsprechende Gier ausgemacht: „Da war keine Gleichgültigkeit vorhanden, jeder hat sich richtig geärgert“, schilderte Abstreiter seine Eindrücke aus der Kabine.

Angesichts des fünften Spiels innerhalb von zehn Tagen vermutet der 48-Jährige die Gründe für die ausbaufähige Leistung zu Beginn gegen Krefeld woanders: „Die mentale Situation war vielleicht ausschlaggebend für die ersten zwei Drittel im Krefeld-Spiel.“ Dennoch habe das Team sowohl gegen Wolfsburg als auch gegen Krefeld alles versucht, um die drei Punkte einzufahren. „Das spricht für den Charakter der Mannschaft, da ist keine Selbstzufriedenheit“, freut sich Harold Kreis.

In Ingolstadt und München hoffen die Düsseldorfer auf weitere Tore ihres Eigengewächses Leon Niederberger. Der 22-Jährige steht aktuell bei vier Toren aus neun Spielen. „Hätte mir das vorher jemand gesagt, hätte ich das so unterschrieben“, sagt der Stürmer.

Vor der Saison habe er ausführlich mit seinem Vater Andreas sowie mit seinem Bruder und Teamkollegen Mathias Niederberger sein Spiel analysiert: „Ich wollte mein Spiel um das Tor herum verbessern, noch mehr den Abschluss suchen.“ Sein Bruder Mathias habe ihm dabei auch Tipps gegeben, welche Schüsse und Finten aus Torhütersicht besonders gefährlich sind.

Der gebürtige Düsseldorfer kommt insbesondere im Unterzahlspiel zum Einsatz und hat dort seine Position gefunden: „Wenn ich im Unterzahlspiel merke, dass ich eine feste Rolle habe, dann gibt mir das auch im Fünf gegen Fünf ein anderes Selbstbewusstsein.“ Gegen Krefeld dachte der Coach seinem Schützling aber auch noch eine andere Rolle zu: „Es war toll, dass Harold mich im Powerplay aufgestellt hat, als Braden Pimm kurzfristig verletzt war. Das hat ja auch toll geklappt“, blickt der Offensivspieler zurück auf seinen Überzahltreffer zum zwischenzeitlichen 3:3 gegen Krefeld.

Mit Blick auf das anstehende Wochenende äußert der Stürmer, der auch in den Pop-Charts vertreten ist („What I’m missing“): „Wir haben eine gute Stimmung, eine gute Energie, wir wissen, wer wir auf dem Eis sind.“

Verstecken wollen sich die Rheinländer also keinesfalls in Oberbayern, sondern mit dem Selbstbewusstsein des Tabellenführers auftreten. Verzichten muss die DEG bei den beiden Spielen neben dem Langzeitverletzten Manuel Strodel auch auf den Verteidiger Johannes Huß, der rund drei Wochen ausfallen wird. Braden Pimm wird dafür wieder in den Kader zurückkehren. Jerome Flaake stand am Mittwoch nach seiner Verletzung zumindest erstmals wieder auf dem Eis.

(dm)
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