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Düsseldorfer EG: Derby gegen Krefeld Pinguine ist ein Endspiel

Freitag gegen Krefeld : Straßenbahnderby als Endspiel für die DEG

Wenn die DEG am Freitagabend gegen die Krefeld Pinguine gewinnt, ist sie sicher für das Viertelfinale der Deutschen Eishockey Liga qualifiziert. Gegen den Nachbarn ging es in dieser Saison aber immer knapp zu.

Wenn die DEG auf die Krefeld Pinguine trifft, ist immer Feuer unterm Dach. Dann spielt es kaum eine Rolle, ob es noch um wichtige Positionskämpfe geht oder tabellarisch um überhaupt nichts mehr – es ist ein Nachbarschaftsfight, bei dem das Prestige über allem steht. Oder sagen wir besser: über fast allem. Denn so gern die Düsseldorfer dem kleineren Nachbarn auch den Eishockey-Abend verderben, noch wichtiger ist für sie diesmal die direkte Qualifikation für das Play-off-Viertelfinale.

„Ich rede grundsätzlich nicht über Muss-Spiele“, sagt DEG-Trainer Harold Kreis, „denn für mich gibt es im Sport kein Müssen. Aber ich rede über Big Points, und die gibt es am Freitag zu holen.“ In der Tat: Wenn die DEG das Straßenbahnderby gegen die Pinguine (19.30 Uhr, ISS Dome) gewinnt, dann ist ihr die Teilnahme am Viertelfinale nicht mehr zu nehmen. Vier Punkte beträgt aktuell ihr Vorsprung auf den siebten Platz, und nur die ersten sechs sind sicher dabei. Da anschließend in der Hauptrunde nur noch ein Spieltag folgt, wären die Düsseldorfer mit drei Punkten gegen die Pinguine durch.

Der Papierform nach sollte das im Grunde kein Problem sein. Bei allem Respekt vor den Krefeldern trennen beide Mannschaften in der Tabelle der Deutschen Eishockey Liga immerhin 31 Punkte (DEG 82/Pinguine 51), und die Schwarz-Gelben haben alle Chancen auf die erste Play-off-Runde – in der die Teams auf den Rängen sieben bis zehn die letzten Viertelfinalteilnehmer ermitteln – schließlich schon vor Wochen verspielt.

Aber da sind eben noch die eingangs erwähnten besonderen Voraussetzungen. Und die sorgen dafür, dass Krefeld die Partie am Freitag keinesfalls abschenken oder auch nur mit halbem Einsatz angehen wird. Die Rivalität zwischen beiden Klubs ist riesengroß: Sollte es ihnen gelingen, den Düsseldorfern auf der Zielgeraden doch noch den direkten Einzug in die Runde der letzten acht zu verderben, würden die Pinguine sogar noch ihren Frieden mit der ansonsten sportlich wie wirtschaftlich völlig verkorksten Saison machen.

„Wir spielen schon die vergangenen sechs oder sieben Partien so, als ob es Play-off-Spiele wären“, betont Kreis. „So wird es auch am Freitag gegen Krefeld und am Sonntag in Nürnberg sein. Wir wollen an die starken Leistungen anknüpfen, mit denen wir zuletzt in Mannheim, in München und in Berlin gewonnen haben. Das heißt, wir müssen ein bisschen aggressiver agieren als am Sonntag in Bremerhaven.“ Da hatte die DEG mit einer 2:3-Niederlage bei den Fischtown Pinguins ihren ersten Matchball fürs Viertelfinale vergeben – überflüssigerweise, hatte sie doch weite Strecken der Begegnung dominiert.

Die Devise für Freitag klingt banal, aber so will Kreis sie keinesfalls verstanden wissen: „Wir gehen in das Spiel, um zu gewinnen; nicht, um es nicht zu verlieren. Das ist ein Riesenunterschied.“ Den sollen die Krefelder zu spüren bekommen, und das vor nahezu ausverkauftem Haus. Mehr als 13.000 Tickets waren bereits am Mittwochmittag abgesetzt, wer also noch live mit dabei sein will, sollte schnell handeln, da nur noch rund 200 Karten auf dem Markt sind.

Die bisherige Derby-Saisonbilanz ist aus Sicht der DEG ausbaufähig. Zwar hat der Favorit zwei der drei Straßenbahnduelle für sich entschieden, doch ging es dabei jedes Mal äußerst knapp zu: In Krefeld gewann die Truppe um Kapitän Alexander Barta einmal 4:3 und verlor einmal 3:4, im ISS Dome gab es einen 2:1-Sieg nach Penaltyschießen. „Uns ist es klar, dass es für Krefeld um die Ehre geht“, versichert Kreis. „Aber wir für uns ist der fünfte Platz vor den Play-offs drin. Wir haben es selbst in der Hand und wollen das schaffen.“