Düsseldorfer EG: Calle Ridderwall schlägt Alarm

DEG-Stürmer schlägt Alarm: „Bin nicht nach Düsseldorf gekommen, um so einen Haufen Müll abzuliefern“

Nach der 2:3-Niederlage der DEG gegen Straubing geht der schwedische Stürmer Calle Ridderwall hart mit sich und seiner Sturmreihe ins Gericht. Am Sonntag gegen Schwenningen hat er die Chance, es besser zu machen.

Im Grunde sollte es nur ein kurzes Gespräch übers Spiel werden, wie man es eben in der Interviewzone so führt. Doch die 2:3-Niederlage nach Verlängerung gegen die Straubing Tigers war DEG-Stürmer Calle Ridderwall derart auf den Magen geschlagen, dass er nicht einfach zur Tagesordnung übergehen wollte. „Was wir spielen und was speziell ich aufs Eis bringe, ist einfach scheiße“, polterte der Schwede. „Das ist nicht mein Anspruch. Ich bin nicht mit meiner ganzen Familie hier nach Düsseldorf gekommen, um so einen Haufen Müll und Hundescheiße abzuliefern.“

Rumms – das saß. Doch Ridderwall war noch lange nicht fertig. Was er in den folgenden Minuten in die Blöcke und Aufnahmegeräte diktierte, ließ Giovanni Trapattonis legendäre Wutrede wie eine Adventsgeschichte im Kindergarten aussehen. „Wir haben hier bei der DEG eine einzige Reihe, die trifft (gemeint ist die Formation mit Alex Barta, Philip Gogulla und Jaedon Descheneau, Anm. d. Red.)“, zischte Ridderwall durch die Zähne. „Alle anderen sind auf einem Level, und das ist für uns nicht akzeptabel.“

Mit „uns“ meinte der Schwede seine Reihe, zu der neben ihm noch der Norweger Kenny Olimb und der Kanadier Braden Pimm gehören. Vor allem Olimb und er hatten wesentlich mehr von sich erwartet als sie bislang zeigten – ablesbar an Ridderwalls aktueller Durststrecke von 16 Spielen ohne Treffer. Pimm nahm der 30-Jährige sogar noch in Schutz: „Es ist egal, wer der dritte Mann in unserer Reihe ist, das ist keine Entschuldigung für uns. Wir spielen einfach scheiße, es wird und wird nicht besser. Ich kann mit diesen Vorstellungen nicht leben, das ist ein peinliches Niveau.“

Die Heftigkeit dieses Ausbruchs muss beim Blick auf die Tabelle der Deutschen Eishockey Liga schon überraschen. Die DEG ist Dritter, hat beste Chancen auf einen Play-off-Platz und sich mit beherzten Auftritten in die Herzen der Fans gespielt. Doch die zu große Abhängigkeit von der Barta-Reihe ist ein gewisses Problem, und damit will sich ein Top-Profi wie Ridderwall nicht abfinden. „Ich erwarte von mir, dass ich den Trend umdrehe“, sagte der Schwede, der 2012/13 als Stürmer des damaligen Tabellenletzten DEG Topscorer der Liga war. „Ich habe noch 13 Spiele Zeit, um zu beweisen, dass ich es besser kann. Schaffe ich das nicht, kann ich meine Karriere ebenso gut beenden.“

Nun müssen sich die DEG-Fans nicht sorgen, dass Ridderwall diese Drohung wahrmacht: Sein Vertrag läuft bis 2021, und den wird er trotz aktueller Krise erfüllen. „Selbstkritik ist gut, und sie zeichnet unser Team ohnehin aus“, sagte Trainer Harold Kreis. „Aber was Calle da sagt, ist Katastrophendenken. Da muss ich ihn ein wenig vom Baum herunterholen.“ Vielleicht gelingt es dem Coach ja schon bis Sonntag: Dann erwartet die DEG um 14 Uhr Schwenningen im ISS Dome. Mit einem sicher voll motivierten Calle Ridderwall.

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