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Düsseldorfer EG: Botschaft an die Zweifler

Saisonstart in Krefeld : DEG mit Botschaft an die Zweifler

Am Freitagabend starten die Spieler der Düsseldorfer EG in Krefeld in die neue Eishockey-Saison. Viel zugetraut wird ihnen wegen des Sparkurses und des verjüngten Kaders nicht. Was die Spieler motiviert: „Denen zeigen wir es.“

Was derzeit über sie erzählt wird, das wissen sie bei der Düsseldorfer EG. Er habe jetzt nicht alles gelesen oder gehört, sagt Trainer Harold Kreis, „aber ich habe das schon mitbekommen“. All die düsteren Prognosen, dass die am Donnerstag eröffnete Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hart wird für die DEG. Dass am Ende der Abstieg stehen könnte. Weil der Kader nach dem Sparkurs auf dem Papier nicht zwingend zu den erfahrensten und besten der Liga gehört. Nun gibt es drei Möglichkeiten: In Ehrfurcht vor der großen Aufgabe erstarren, das Gerede ignorieren oder daraus neuen Mut schöpfen. Geht es nach Manager Niki Mondt, hat sein Team „eine gute Reaktion gezeigt“. Es habe sich gesagt: „Die Zweifler vertun sich alle, denen zeigen wir es.“

Die erste Möglichkeit dazu hat die DEG am Freitag (10. September, 19.30 Uhr/Magenta-Sport), dann steht der Start bei den Krefeld Pinguinen an. Zwar hat sich der Letzte der Vorsaison teils prominent verstärkt, aber bange macht das Mondt nicht. Auch andere Teams haben der Corona-Krise zum Trotz – und im Gegensatz zur DEG – viel Geld ausgegeben. „Aber sie müssen es erst mal aufs Eis bringen“, sagt Mondt, für den feststeht: „Ich kann keine zwei oder drei Teams nennen, die definitiv hinter uns sind. Aber es ist auch nicht unmöglich, Zehnter oder sogar Achter zu werden.“ Trainer Kreis sieht es ähnlich: „Wir haben viele junge Spieler, weil es unser Anspruch ist, ihnen eine Chance zu geben. Aber ich glaube, mit den letzten vier Neuen sind wir gut gewappnet.“

Die sorgen auch bei Mondt für Zuversicht. Dem Kaderplaner war natürlich bewusst, dass dem Team etwas fehlte, nachdem es diverse Leistungsträger nicht halten konnte und zunächst vor allem junge Spieler verpflichtete. Nun kamen noch vier gestandene Profis hinzu: Zunächst die Stürmer Brett Olson und Jerry D‘Amigo. Zuletzt Verteidiger Joonas Järvinen und Stürmer Brendan O`Donnell. Alle um die 30 oder drüber, alle mit der Erfahrung aus mehreren Ligen und Ländern.

Besonders die letzten beiden geben Mondt ein gutes Gefühl, bringen sie doch mehr Tiefe rein und entlasten damit die verbliebenen Topspieler, die noch mehr Verantwortung tragen als im Vorjahr. Und sie bringen neue Eigenschaften mit: „Ein Järvinen hat uns gefehlt. Ein richtiges Pferd, den kriegt keiner um, der lässt sich nichts gefallen. So etwas hatte ich bei uns vermisst“, sagt Mondt. „Auch O‘Donnell steht uns gut zu Gesicht. Wir haben viele Spieler, die Tore schießen können, aber er will Tore schießen, das steht ganz oben.“

Zwar sind beide so kurzfristig gekommen, dass sie keins der sieben Vorbereitungsspiele (vier Siege, drei Niederlagen) mehr erlebten, aber Kreis hat sie für Krefeld eingeplant: „Das sind gestandene Profis, wir haben diese Woche mehr am System gearbeitet, das ist aber nichts Neues für sie, da geht es um Abstimmung mit den Reihenpartnern.“

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Jenes System lässt sich wie folgt zusammenfassen: Gradlinig statt quer, möglichst schnell nach vorne, auch mal mit langen Pässen. Und das mit möglichst ausgeglichen Reihen. Natürlich werden Barta, Ehl und Eder sowie Olson, D‘Amigo und Fischbuch mehr Eiszeit bekommen, aber die hinteren Reihen werden mehr sein als Lückenfüller. So groß sollten die Leistungsunterschiede nämlich nicht sein. Die neue DEG hat kaum Spieler, die bei anderen Teams in der ersten Reihe spielen würden, aber auch kaum welche, für die es definitiv nur die vierte Reihe wäre. In der Defensive sieht es ähnlich aus. Die vier gestandenen Abwehrspieler – Nowak, Ebner, Cumiskey, Järvinen – genügen alle höheren Ansprüchen.

Das größte Fragezeichen steht im Tor. Eigentlich sind es zwei: Mirko Pantkowski (23) und Hendrik Hane (21). Vergangene Saison gab es Höhen und Tiefen, nun braucht es mehr Konstanz. Und laut Kreis – im Vorjahr nicht immer glücklich mit den Torhütern – sind sie dazu in der Lage: „Beide sind gut drauf“, sagt der Trainer, der sich noch nicht festgelegt hat, wer den Start in Krefeld bekommt. Aber eins steht fest: Es wird nicht mehr „im festen Rhythmus gewechselt, es geht mehr nach Leistung“. Für alles andere ist die Lage dann doch zu ernst.