Düsseldorfer EG: Bernhard Ebner ist ein Vorbild in Sachen Selbstkritik

Düsseldorfer Nationalspieler : DEG-Verteidiger Ebner ist ein Vorbild in Sachen Selbstkritik

Der DEG-Verteidiger fordert einfacheres Eishockey von seinem Team. Fehler sucht er stets zunächst bei sich: „Da, wo wir stehen, ist man nicht konstant genug.“

Der Tag, an dem Bernhard Ebner einmal wirklich zufrieden ist, muss erst noch kommen. Der Eishockey-Nationalverteidiger ist ein Perfektionist und ärgert sich maßlos darüber, wenn sein Team, die Düsseldorfer EG, und zudem auch er selbst nicht an die absolute Leistungsgrenze herankommen und sich damit um den Lohn für ihre harte Arbeit bringen. Dabei besticht der 29-Jährige immer wieder durch seine Ehrlichkeit und seine besondere Qualität, niemals einen bequemen Ausweg zu wählen.

Am vergangenen Sonntag hätte Ebner wieder die Gelegenheit für einen solchen Ausweg gehabt. Nach der 1:3-Niederlage der DEG gegen den Deutschen Meister Adler Mannheim haderte alle Welt mit der Strafzeit gegen den Verteidiger, die in den letzten Sekunden des zweiten Drittels mitverantwortlich war für den folgenschweren Ausgleich der Mannheimer. Tatsächlich schien die Aktion Ebners, die die Referees als Stockschlag ahndeten, regelkonform gewesen zu sein.

„Nein, dieser Pfiff war schon in Ordnung“, sagt dagegen der DEG-Abwehrspieler selbst. „Maxi Kammerer und ich waren uns nicht einig, und deshalb lief der Mannheimer allein auf unser Tor. Da musste ich die Strafzeit nehmen.“ Ehrlich, selbstkritisch – typisch Bernhard Ebner eben. Der gebürtige Allgäuer ärgert sich freilich nicht nur über diese Szene, sondern auch über den Auftakt des Schlussdrittels, in dem die DEG binnen 14 Sekunden die entscheidenden Gegentreffer zum 1:2 und 1:3 hinnahm. „Vor dem 1:1 war keine Kommunikation zwischen Max und mir“, erklärt Ebner. „Und was dann nach Wiederbeginn passiert ist, war so nicht notwendig. Mannheim war cleverer im Spielstil und im Puck-Management. Sie waren cleverer mit ihren Entscheidungen, haben noch einfacheres Eishockey gespielt als wir.“

Dass das Spiel auf diese Weise kippte, war aus Düsseldorfer Sicht sehr ärgerlich, da die DEG bis kurz vor der zweiten Pausensirene eine nahezu perfekte Partie abgeliefert hatte. „Wir haben lange ein sehr gutes Spiel gemacht und dann auch im dritten Drittel noch einmal alles reingeschmissen, aber Mannheim ist eben nicht der ERC Lechbruck – ohne Lechbruck irgendetwas Böses zu wollen“, befindet Ebner.

Am Freitag um 19.30 Uhr geht es im ISS Dome weiter. „Für das Spiel gegen die Eisbären Berlin können wir mitnehmen, dass wir einen Gegner wie Mannheim dazu gezwungen haben, so einfaches Eishockey zu spielen – ohne Risiko und mit guten Entscheidungen. Dann müssen wir einsehen, dass wir auch so spielen müssen. Das ist erfolgreich.“ Denn einen Vorwurf will der Routinier der DEG nicht ersparen: „Wir sind eine gute Mannschaft, müssen das aber öfter zeigen. Topteams sind konstant gut; da, wo wir jetzt stehen, ist man nicht konstant gut.“