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Düsseldorfer EG: Bernhard Ebner hat mit der DEG viel vor

Deutsche Eishockey Liga : Bernhard Ebner hat mit der DEG noch viel vor

Bernhard Ebner will noch einige Jahre spielen. Sein Vertrag läuft bis 2022. Dennoch macht der 29-Jährige schon Pläne für die Zeit nach der Karriere: Statt dem Eishockey treu zu bleiben, wird er wohl eher in die Filialleitung des Supermarktes seines Vaters einsteigen.

Er ist von Brehmstraße und ISS Dome kaum noch wegzudenken: Seit 2012 läuft Bernhard Ebner im Trikot der Düsseldorfer EG auf, absolvierte insgesamt 378 Spiele in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) für die Rot-Gelben. „Ein Urgestein bin ich aber nicht“, äußert sich der sympathisch und bescheiden auftretende Ebner im Gespräch, nachdem er mit just diesem Begriff konfrontiert wurde. „Dafür waren manch andere Spieler wesentlich länger in Düsseldorf.“

Aktuell verbringt der 29-Jährige die freie Zeit bei seiner Familie im Allgäu und trainiert allein. Vorher absolvierte er gemeinsam mit seinem Teamkollegen Marco Nowak die Reha-Einheiten, nachdem Ebner die finale Phase der Hauptrunde aufgrund einer Leistenverletzung verpasste. „Es zwickt hier und da noch etwas, aber grundsätzlich bin ich wieder fit“, berichtet Ebner.

Den sportlichen Schock der Play-off-Absage hat er mittlerweile überwunden, was bleibt, ist dieser Eindruck: „Die Saison fühlt sich unvollständig an, denn nur nach den Play-offs kannst du sagen, ob es eine erfolgreiche Saison war.“ Acht Tore und acht Assists in 43 Partien stehen für den gebürtigen Schongauer in den Büchern der Saison 2019/2020: „Damit bin ich eigentlich ganz zufrieden, auch wenn natürlich immer noch Luft nach oben ist.“ Insbesondere im Überzahlspiel war Ebner zum Ende der Hauptrunde gefragt. „Er kann das Spieltempo gut bestimmen“, lobt ihn sein Trainer Harold Kreis, „leider hat er ein paar Verletzungen durchgemacht, aber wenn er seine Form hat, ist er ein sehr wichtiger Verteidiger.“ Ebi, so sein Spitzname, sei „ein sehr pflichtbewusster Kerl“, beschreibt Kreis seine Nummer 67.

Doch der Trainer konstatiert auch: „Er macht sich manchmal etwas zu viele Gedanken.“ Ein Punkt, bei dem der Spieler zustimmt: „Da hat er definitiv Recht. Ich möchte die Dinge immer richtig machen.“ Entsprechend lange beschäftige ihn eine DEL-Partie auch noch nach der Schlusssirene. „Ich kann ein Spiel lesen und den Raum erkennen“, entgegnet Ebner auf die Frage nach seinen größten Stärken, „und bin mit dem defensiven Spiel sehr zufrieden.“

Das Karriereende ist für Ebner, der im September 30 Jahre alt wird, zwar noch in weiterer Ferne, dennoch hat er bereits Pläne für die Zeit nach seiner Karriere. Ein Fernstudium im Sportbusiness-Management warf er vor einigen Jahren hin. Zwar könne er sich grundsätzlich vorstellen, dem Eishockey treu zu bleiben, „aber ich möchte nicht alle zwei, drei Jahre umziehen, wenn ich zum Beispiel als Trainer arbeite“. Ein Management-Posten würde ihn zwar grundsätzlich reizen, „aber davon gibt es ja auch nur 14 in der DEL, und dann müsste man mitunter auch alle paar Jahre umziehen“. Und so plant er, wenn er den Eishockey-Schläger eines Tages in die Ecke gestellt hat, in die Filialleitung des Supermarktes seines Vaters einzusteigen.

Doch bis dahin möchte Ebner auf den Kufen noch viel erreichen, sein Vertrag in der Landeshauptstadt läuft noch bis 2022: „Zunächst einmal möchte ich gesund bleiben. Und danach ist von der Meisterschaft bis zur Teilnahme an der Weltmeisterschaft und den Olympischen Spielen alles dabei“, sagt er schmunzelnd. Die Meisterschaft würden die Fans rund um die Brehmstraße auch mit Kusshand nehmen. Und allerspätestens dann ist auch Bernhard Ebner ein echtes DEG-Urgestein.