Düsseldorfer EG: Berlin als Lehrbeispiel für die Kreis-Truppe

Nach 1:3-Niederlage : Berlin als Lehrbeispiel für die DEG

Die Eisbären nutzen ihre Torchancen – im Gegensatz zum Team von Harold Kreis. Deshalb gewinnt der Hauptstadtklub am Donnerstag verdient.

Es war eine seltsame Gefühlslage, in der sich die Spieler und die Funktionäre der DEG nach der 1:3-Niederlage in der Deutschen Eishockey-Liga bei den Eisbären Berlin am Donnerstag befanden. Dies machten besonders die Äußerungen von Trainer Harold Kreis nach dem Spiel deutlich. „Das war ein Spiel, in dem eigentlich beide gewinnen müssen“, sagte er, räumte aber auch ein: „Es waren verdiente drei Punkte für Berlin.“

In den letzten beiden Dritteln waren die Berliner die klar tonangebende Mannschaft, der Druck entlud sich schließlich mit den drei Treffern im Schlussabschnitt. Doch die DEG besaß durchaus Möglichkeiten, ihre zwischenzeitliche Führung auszubauen und vielleicht am Ende den Sieg, so schmeichelhaft er nach dem Spielverlauf auch gewesen wäre, mit nach Hause zu nehmen oder zumindest die Verlängerung zu erzwingen.

„Ich kann meiner Mannschaft vom Einsatz her keinen Vorwurf machen“, ergänzte Kreis. „Das Problem bei uns ist aber im Moment, dass wir selten mit mehr als einem Tor Vorsprung über 60 Minuten ziehen.“ Nach der schnellen Führung verpasste es die DEG, eine der wenigen sich bietenden Chancen zu nutzen und somit auch mehr Sicherheit im eigenen Spiel zu erlangen. Zugleich konstatierte Kreis: „Die Berliner haben es verstanden, im letzten Drittel mit neuem Druck in der Offensivzone entweder gute Torchancen oder eine Strafzeit zu provozieren.“ Das letztlich vorentscheidende 2:1 durch James Sheppard fiel entsprechend in Berliner Überzahl. Die DEG, eine der besten Überzahlteams der Liga in dieser Saison, konnte aus ihren beiden Powerplays hingegen diesmal kein Kapital schlagen.

Eine Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte war die Partie für Charlie Jahnke. Der 21-jährige Angreifer wechselte im September zunächst auf Leihbasis von der Spree an den Rhein, wurde jedoch inzwischen fest verpflichtet und mit einem Vertrag bis 2021 ausgestattet. Ein Tor in der Friedrichshainer Arena blieb dem gebürtigen Berliner allerdings verwehrt. „Ich habe mich seit Wochen auf das Spiel gefreut“, gab Jahnke hinterher zu, „und auch darauf, mal wieder nach Hause zu kommen. Es war eine schöne Atmosphäre.“ Der Neu-Düsseldorfer dankte zudem den Berliner Fans für die kleine Verabschiedung nach dem Spielende.

Die Partie selbst analysierte er folgendermaßen: „Wir hatten ein ganz gutes erstes Drittel, ab dem zweiten sind wir eigentlich nur noch hinterhergelaufen. Das ist nicht der Maßstab, den wir uns setzen, und muss verbessert werden.“ Angesichts der mangelnden Durchschlagskraft in der Offensive forderte der Stürmer, dass „wir so viel wie möglich auf das Tor schießen und es einfach erzwingen“ müssen.

Ähnlich sah es sein Teamkollege Johannes Huß. „Wir haben 30 Minuten gutes Eishockey gespielt und dann, aus welchem Grund auch immer, aufgehört“, sagte er und kritisierte mit Blick auf den Gegentreffer in Unterzahl: „Wir müssen schauen, dass wir von der Strafbank wegbleiben. Nichtsdestotrotz müssen wir einfach über 60 Minuten besser spielen. Wenn wir es anders machen, ziehen wir auch weniger Strafen.“ Huß selbst ist nach seiner Verletzungspause erst seit einigen Wochen wieder auf dem Eis. Die Pause bis zum nächsten Heimspiel am Mittwochabend gegen Bremerhaven komme nun jedoch ganz gelegen.