Düsseldorfer EG: Bei den Adlern Mannheim bricht die DEG am Schluss ein

3:5 nach 3:1-Führung in Mannheim : DEG bricht in der Schlussphase ein

Lange Zeit machen die Düsseldorfer in Mannheim ein gutes Spiel und führen nicht unverdient 3:1. In den letzten Minuten dreht der deutsche Eishockey-Meister aber die Partie und gewinnt noch 5:3.

Lange Zeit sah es so aus, als ob die DEG ausgerechnet bei einem der ganz großen Titelfavoriten in der Deutschen Eishockey Liga den schwachen Eindruck vom Freitagabend vergessen machen könnte. Am Ende jedoch stand nach dem 1:4 im überaus enttäuschenden 225. rheinischen Derby gegen die Kölner Haie ein erneuter Rückschlag. Nach einer 3:1-Führung kassierten die Düsseldorfer innerhalb von nur sieben Minuten vier Gegentreffer und mit dem 3:5 (1:1, 1:0, 1:4) die dritte Niederlage in Folge.

Die sportliche Krise, die sich vor allem gegen Köln, in der völlig chaotischen Schlussphase aber auch in Mannheim deutlich zeigte, schlägt sich inzwischen auch in der Tabelle nieder. Die vor nicht allzu langer Zeit noch drittplatzierte DEG stürzte am Sonntag auf den achten Rang ab. Von Platz drei, den die Adler belegen, trennen die Truppe von Trainer Harold Kreis bereits zehn Punkte. Natürlich kann sich der Klub wirtschaftlich und folglich auch auf Dauer sportlich nicht mit den Mannheimern messen, dennoch bleibt festzuhalten: Die so stark gestartete DEG droht den Anschluss zu verlieren.

Danach hatte es am Sonntag sehr lange nicht einmal ansatzweise ausgesehen. Der Favorit hatte zunächst zwar optisch mehr vom Spiel, die DEG hielt jedoch klug dagegen. Vor allem verteidigten die Rot-Gelben wesentlich besser als gegen Köln und waren insgesamt gegenüber der Vorstellung am Freitag nicht wiederzuerkennen.

„Gegen Mannheim kann man nie alle Chancen wegnehmen, aber bislang machen wir es recht gut“, kommentierte Kapitän Alex Barta in der ersten Pause. „Wir müssen allerdings über 60 Minuten eine konzentrierte Defensivleistung bringen, wenn wir aus Mannheim etwas mitnehmen wollen.“ Dass er selbst zum 1:1 seinen 199. DEL-Treffer erzielt hatte, hatte Barta gar nicht auf der Rechnung: „Das höre ich gerade zum ersten Mal.“

Und die Gäste wurden sogar noch stärker. Mit einem furiosen Solo sorgte Charlie Jahnke für den Führungstreffer, der das erste Tor des Berliners im DEG-Trikot war. Als Jerome Flaake in der 45. Minute in Überzahl zum 3:1 nachlegte, schien der Weg zum Auswärtssieg bereitet – doch dann machte der Schlussspurt des deutschen Meisters alles zunichte.

Das Unheil begann auf der Strafbank, auf die in den letzten neun Minuten zunächst Flaake und dann Marc Zanetti wanderten. Beide Üerzahlsituationen nutzten die Adler schonungslos aus, wobei die im ersten Saisondrittel in Unterzahl noch so souveräne DEG kräftig mithalf. Mannheim hatte viel zu viel Platz, glich zum 3:3 aus und setzte nur 34 Sekunden nach dem Ausgleich durch Borna Rendulic den entscheidenden Schlag. Treffer Nummer fünf ins von Mathias Niederberger bereits verlassene Gehäuse hatte nur noch statistischen Wert.

„Es war ein gutes Spiel, und wir haben bis zehn Minuten vor Schluss vieles richtig gemacht. Aber es kann nicht sein, dass wir dann nach einer 3:1-Führung noch alles aus der Hand geben“, sagte Stürmer Jahnke enttäuscht. „Natürlich ist es schön, dass ich mein erstes DEL-Tor für die DEG gemacht habe, aber das rückt jetzt alles in den Hintergrund. Ich hätte lieber die drei Punkte genommen.“

Gleiches galt für die Klubverantwortlichen. „Es ist sehr frustrierend, dass wir uns für eine gute Leistung nicht belohnt haben“, sagte der Sportliche Leiter Niki Mondt, und Trainer Kreis ergänzte: „Wir waren viel dynamischer als in den vergangenen Spielen, aber gegen eine so starke Mannschaft wie Mannheim darf man nicht zweimal hintereinander in Unterzahl kommen.“