Geitner kehrt an alte Heimstätte zurück Warum an der Brehmstraße ein besonderes Spiel stattfand

Düsseldorf · Am Samstag trafen sich die DEG Rhein Rollers und das Team von „Hockey is Diversity“ zu einem Benefizspiel. Das Ergebnis war allerdings zweitrangig. Auch ein ehemaliger DEG-Spieler mischte mit.

Das Eisstadion an der Brehmstraße. Hier fand am Wochenende das Benefizspiel statt.

Das Eisstadion an der Brehmstraße. Hier fand am Wochenende das Benefizspiel statt.

Foto: RP/Maximilian Lonn

Vor ein paar Tagen verabschiedete sich Nicolas Geitner von den Fans der Düsseldorfer EG. In einem Post auf Instagram bedankte sich der gebürtige Düsseldorfer für all seine Jahre bei der DEG, er wechselt nun innerhalb der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) zu den Straubing Tigers. Noch ist Geitner aber in der Heimat, und am Wochenende spielte er wieder an der Brehmstraße. Dort ist das Eis zwar längst abgetaut, aber im Sommer übernehmen stets die Inlinehockey-Spieler, dann wird auf Rollen statt auf Kufen dem Puck nachgejagt. Es gibt zahlreiche Teams und mehrere Spielklassen.

Am Samstag stand aber kein Ligaspiel an, sondern der „Hockey is Diversity Inline Summer Bash“. Die Mannschaft der Anti-Rassismus-Organisation traf auf eine Auswahl des Düsseldorfer Inlinehockey-Klubs DEG Rhein Rollers, wo Nicholas Geitners Vater Uli ein Jugendteam trainiert. Die Düsseldorfer gewannen mit 6:3, aber Ergebnisse sind bei solchen Spielen ja zweitrangig, es geht um die Botschaft. „Gerade jetzt nach den Europawahlen hat man die rechten Tendenzen in unserer Gesellschaft gesehen“, sagte Martin Hyun hinterher dem „Eishockey-Magazin“, „da ist es wichtig, dass wir auch in einem Inlinehockeyspiel ein starkes Zeichen setzen gegen Rassismus und Diskriminierung.“

Erster DEL-Profi mit koreanischen Wurzeln

Hyun hat das selbst jahrelang erlebt. Der 45-Jährige aus Krefeld war der erste DEL-Profi mit koreanischen Wurzeln und wurde immer wieder rassistisch beleidigt. „Das ging tief unter die Haut, ich wollte dem Eishockey den Rücken kehren. Aber fünf Jahre später habe ich mir gedacht: Wenn du etwas ändern willst in der Eishockeykultur, dann muss ich es selber machen.“

Das tat er, gründete die Organisation „Hockey is Diversity“ (HID) und sprach öffentlich über Ausgrenzung in seinem Sport. Anfangs stieß das auf wenig Gegenliebe, der gerade in Deutschland noch sehr weiße und wenig migrantische Eishockeysport sah keine Notwendigkeit, sich mit Rassismus zu beschäftigen. Mittlerweile ist HID aber etabliert, arbeitet mit der DEL, der britischen und österreichischen Liga sowie mit der nordamerikanischen NHL zusammen. Aber es geht auch immer wieder an die Basis, wie am Samstag an der Brehmstraße.

(bs-)