Düsseldorfer EG: 2020 soll Leon Niederbergers Jahr werden

Außenstürmer der DEG : 2020 soll Leon Niederbergers Jahr werden

2019 war ein Seuchenjahr für den Außenstürmer der Düsseldorfer EG. Viele Verletzungen warfen ihn weit zurück. Jetzt aber hat er seine Rolle in der Mannschaft gefunden.

Böse Zungen hatten schon behauptet, Leon Niederberger werde in Zukunft wohl eher auf seine Karriere als Popsänger setzen als auf die als Eishockey-Profi. Doch auch wenn der Außenstürmer der DEG am Mikrofon einige Erfolge zu verzeichnen hatte, unter anderem durch einen Auftritt im ZDF-„Fernsehgarten“, hat er seine Weiterentwicklung auf dem Eis nie aus den Augen verloren. Und nicht erst seit seinem wichtigen Treffer beim 2:1-Sieg gegen die Eisbären Berlin am vergangenen Freitag hat Niederberger unter Beweis gestellt, dass er sich in der Mannschaft des Tabellensiebten der Deutschen Eishockey Liga etabliert hat.

„2019 war ein lehrreiches Jahr für mich. Ich versuche immer, aus allem etwas Positives zu ziehen – deshalb verwende ich das Wort lehrreich“, sagt er mit einem bitteren Lächeln. „Ich bin in Situationen gekommen, die ich vorher nicht kannte, vor allem mit den Verletzungen. Es war ein harter Weg, sich zurückzukämpfen.“

Am Silvestertag habe er zu sich gesagt: Jetzt schließe ich dieses Jahr endgültig ab, 2020 wird ganz anders. „Und bis jetzt bin ich sehr zufrieden damit“, versichert der 23-Jährige. „Ich habe wieder Torchancen, habe auch schon zwei Treffer gemacht, ich bekomme das Vertrauen hier und fühle mich wohl. Vor allem in Unterzahl komme ich regelmäßig zum Einsatz; das ist eine Rolle, die megawichtig für mich ist.“

Sie gibt Niederberger das Selbstvertrauen, das er für sein Spiel benötigt. Es ist ein geradliniges, im besten Sinne einfaches Spiel – eben das, was Trainer Harold Kreis am liebsten von seiner gesamten Mannschaft sehen würde. Doch bis der jüngste Profi-Spross der Eishockeyfamilie Niederberger – Vater Andreas gehörte zum Meisterteam der 1990er-Jahre, Bruder Mathias hütet aktuell den DEG-Kasten – wieder so weit war, es zeigen zu können, ging viel Zeit ins Land.

„Es kommt alles zusammen. Erst die Schulterverletzung in der Schlussphase der Vorsaison, dann am Anfang dieser Saison wegen eines Muskelfaserrisses wieder zwei Monate raus“, berichtet er. „Da kommt nicht nur der körperliche Aspekt ins Spiel, sondern auch der mentale. Die Mannschaft fängt ohne dich an, du verpasst 14, 15 Spiele, musst erstmal deine Rolle finden.“ „Man versuche, immer nah bei der Mannschaft zu sein, aber schon bei Auswärtsfahrten sei man nicht dabei. „Man verliert seine Rolle im Team und muss sich zurückarbeiten. Umso glücklicher bin ich über Abende wie am Freitag gegen Berlin und nehme das als Motivation mit.“

Von Niederlagen wie dem unglücklichen 2:3 am Sonntag gegen Ingolstadt lässt sich Leon Niederberger nicht mehr umwerfen, auch von einem Tief wie dem der DEG im Dezember nicht. „Eine negative Phase gehört immer dazu“, sagt der gebürtige Düsseldorfer. „Das war schon so, als mein Vater noch gespielt hat, und das wird auch in 20 Jahren noch so sein. Man muss halt nur schauen, was man daraus lernt und wie man da rauskommt. Wir glauben an uns und wollen direkt in die Play-offs kommen.“