2:3 nach Verlängerung DEG verliert auch in Ingolstadt

Ingolstadt/Düsseldorf · Wieder bei einem Topteam mitgehalten, wieder verloren, aber zumindest ein Punkt: Die Düsseldorfer EG unterliegt Ingolstadt mit 2:3 nach Verlängerung. Kapitän Gogulla richtet sich danach mit einer Bitte an die DEG-Fans.

 Die Ingolstädter Wojciech Stachowiak (oben), Maury Edwards und Charles Bertrand jubeln über das 3:2-Siegtor in der Verlängerung.

Die Ingolstädter Wojciech Stachowiak (oben), Maury Edwards und Charles Bertrand jubeln über das 3:2-Siegtor in der Verlängerung.

Foto: Birgit Häfner

Eishockey kann archaisch sein. Je nach Schwere des Vergehens bekommt man nicht nur Probleme mit dem Schiedsrichter, sondern auch mit dem Gegner, manchmal „muss“ man sich sogar einem Faustkampf stellen. Was – all den Erkenntnissen über die Spätfolgen von Kopfverletzungen zum Trotz – sowohl von den Aktiven als auch vom Publikum größtenteils als „gerecht“ empfunden wird. Und danach ist es auch wieder gut. Rechnung bezahlt, weiter geht es.

Am Sonntag ist Alec McCrea mit einer sehr offenen Rechnung aufs Ingolstädter Eis gegangen. Nach dem jüngsten Auftritt seiner Düsseldorfer EG beim örtlichen ERC in den Play-offs der Vorsaison hatte McCrea ja Ingolstadts Torwart Michael Garteig über den Haufen gefahren und damit verletzt. Und auch wenn Garteig vorher anständig provoziert hatte, wurde McCrea zurecht drei Spiele gesperrt. Nun also seine Rückkehr, da erwarteten alle einen ungemütlichen Nachmittag. Aber dann passierte: nichts! Gut, es gab bei der Aufstellung ein paar Pfiffe, aber der DEG-Verteidiger wurde weder attackiert noch provoziert, er musste auch nicht kämpfen. Die Ingolstädter rächten sich anders: Sie gewannen das Spiel mit 3:2 nach Verlängerung und machten den missglückten Saisonstart der DEG damit endgültig perfekt. Mit fünf Niederlagen aus sechs Spielen steht die weiter auf dem letzten Platz der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

DEL-Saison 2023/24: Die Topscorer der Düsseldorfer EG​
25 Bilder

Die Topscorer der Düsseldorfer EG

25 Bilder
Foto: Birgit Häfner

Das missfällt natürlich auch dem Umfeld. Schon das äußerst zähe 0:1 nach Penaltyschießen am Freitag daheim gegen Augsburg hatte auf die Stimmung gedrückt. Also sah sich Philip Gogulla am Sonntag nach dem Spiel zur Grundsatzrede verpflichtet: „Wir sind nicht tot“, sagte der Kapitän bei Magentasport in Richtung der DEG-Fans, „vielleicht mal ein kleines Wachrütteln, dass wir alle positiv bleiben.“ Denn trotz der Niederlage sei das Spiel in Ingolstadt doch eine „gute Antwort“ auf den Freitag gewesen.

Das konnte man sogar so sehen. Vor allem im ersten Drittel war die DEG beim Vizemeister das bessere Team. Nur hatte dieses Spiel zunächst eben wieder all die Zutaten, die die Fans gerade verzweifeln lassen: vergebene Chancen, unnötige Puckverluste und Gegentore. Allein in der Anfangsphase rannte die DEG in drei Konter, der nach einem überhasteten Schuss von Josef Eham in der siebten Minute führte dann auch gleich zum 1:0 der Gastgeber durch Andrew Rowe.

Allerdings: Wer ständig in Konter rennt, muss auch relativ oft vorne sein. Und das war die DEG, ließ den Puck gut laufen und kam schnell durchs Mitteleis. Da setzte sie sich immer wieder vorne fest und hatte gute Chance durch Kohen Olischefski, Phil Varone, Alexander Ehl, Victor Svensson. Nur der Puck wollte halt nicht reingehen. Das große Thema aktuell bei der DEG. Aber dann klappte es doch noch, als Gogulla nach einem Schuss von Moritz Wirth am schnellsten reagierte und per Nachschuss zum überfälligen 1:1 traf. Eine Befreiung für die DEG, die keine Minute später gleich wieder feiern durfte. Diesmal hatte sie sich hinten den Puck erkämpft und gekontert, Kevin Clark scheiterte, aber Eham machte seinen Fehler beim 0:1 wieder gut und traf zum 2:1. Was angesichts der 10:1 Schüsse der DEG angemessen erschien.

In die zweite Pause ging es dann aber mit einem Remis. Und auch das ging in Ordnung, zwar kam der Ausgleich durch Maury Edwards in der 28. Minute aus dem Nichts, doch die Ingolstädter verdienten sich ihn danach, hatten nun diverse Druckphasen. Allerdings gelang es der kompakten DEG meist, den ERC nach außen zu drängen, aber er hätte durchaus in Führung gehen können. Doch das entscheidende Tor fiel nicht, auch nicht im dritten Drittel, obwohl beide Teams nun häufiger auf der Strafbank saßen. Aber erstens ist das Überzahlspiel der DEG weiter ungefährlich, zweitens hat sich ihre Unterzahl stark verbessert. Und wenn doch etwas durchkam, war Henrik Haukeland wieder da. Erst in der Verlängerung war er geschlagen, ein unglücklich abgefälschter Schuss trudelte rein.

Also stand da die nächste Niederlage. Aber eine, über die nicht lang nachgedacht werden kann. Schon am Dienstagnachmittag (14 Uhr) geht es daheim gegen Wolfsburg weiter.

(RP)