Düsseldorfer EG: 1:4 bei den Kölner Haien

1:4 bei den Haien : DEG verliert schwaches Eishockey-Derby in Köln

Das 224. rheinische Eishockey-Derby steht spielerisch auf schwachem Niveau. Am Ende gewinnen die Kölner Haie 4:1, weil sie in der Schlussphase etwas weniger Fehler machen als ihre enttäuschenden Gäste.

Es hat schon wesentlich bessere rheinische Eishockeyderbys gegeben als die 224. Auflage. Fast über die gesamte Spielzeit lieferten sich die Kölner Haie und die DEG in der Lanxess-Arena eine zerfahrene Begegnung mit großen spielerischen Defiziten. Aus Düsseldorfer Sicht eine negative Überraschung, hatte der Tabellendritte der Deutschen Eishockey Liga doch am Freitag beim 4:0 gegen Berlin noch groß aufgespielt. So durfte sich niemand im rot-gelben Lager wundern, dass am Ende eine komplett überflüssige 1:4 (0:0, 1:1, 0:3)-Niederlage stand.

Die stimmliche Unterstützung der DEG war so groß wie lange nicht mehr. Mehr als 800 Düsseldorfer Anhänger hatten sich auf den Weg gen Süden gemacht, viele davon per Schiffstour rheinaufwärts. Damit war Rot-Gelb zwar immer noch klar in Unterzahl, doch merkte man dem Kölner Anhang deutlich an, wie enttäuschend die Saison bisher für die Haie verlaufen war. Nur selten schwangen sich die beiden Stehplatzkurven zur Unterstützung für ihre Mannschaft auf, selbst als diese in den ersten Minuten alles versuchte, um Druck auf das Tor von Mathias Niederberger zu entwickeln.

Es war dieses „desperation hockey“, zu deutsch Verzweiflungs-Eishockey, das DEG-Trainer Harold Kreis von den Kölnern erwartet und deshalb seine Schützlinge zur Geduld ermahnt hatte. Nach rund zehn Minuten flaute der Elan der Haie dann merklich ab, und die DEG begann, ihre spielerischen Qualitäten in die Waagschale zu werfen.

Es hätte zur ersten Pause gut und gerne zur Gästeführung reichen können, womöglich sogar müssen. Doch die DEG ließ zu diesem Zeitpunkt die Konzentration vermissen, ihre Angriffe konsequent zu Ende zu spielen – zum Beispiel, als Kapitän Alex Barta nach einem kapitalen Kölner Abwehrpatzer selbst schoss und den besser postierten Reid Gardiner übersah. Sehr auffällig agierte in dieser Phase wieder einmal Jerome Flaake, aber auch die Berliner Leihgabe Charlie Jahnke hatte einige starke Szenen.

Irgendwie jedoch ging im Mitteldrittel der Faden verloren. Es entwickelte sich eine zerfahrene Partie von beiden Seiten, zahlreiche Fehlpässe machten einen geordneten Spielaufbau nahezu unmöglich. Doch wieder war es die DEG, die sich zuerst berappelte: Alex Urbom spielte einen Pass in die Rundung, Barta setzte sich entschlossen durch und legte Chad Nehring perfekt zum 0:1 auf. Mehrfach gab es anschließend die Gelegenheit, die zunehmende Kölner Nervosität zu nutzen, doch statt dessen gab es die kalte Dusche: Jason Bast überraschte 47 Sekunden vor der zweiten Sirene den wieder sehr sicheren Niederberger mit einem Schuss über die Schlägerhand – 1:1.

Auch in der Schlussphase änderte sich am schwachen spielerischen Niveau des Derbys nicht viel. Die DEG hatte mit dem zusätzlichen Handicap zu kämpfen, dass sich Marc Zanetti bei einer Abwehraktion verletzte und in die Kabine humpelte. Daran dürfte es jedoch kaum gelegen haben, dass die Gäste in der 48. Minute einen verheerend schlechten Wechsel ausführten. Kevin Gagné nutzte die unverhoffte Gelegenheit dazu, allein auf Niederberger zuzulaufen und das 2:1 zu erzielen. Zwar kam Zanetti zurück auf Eis, nicht aber die Qualität des DEG-Spiels. Mit dem dritten Haie-Treffer war die vierte Saisonniederlage perfekt; eine sehr ärgerliche, da völlig überflüssige Pleite.

Kölner Haie – DEG 4:1

DEG: M. Niederberger (Hane) - Jensen, Urbom; Nowak, Ebner; Johannesen, Zanetti; Dersch - Nehring, Olimb, Flaake; Gardiner, Barta, Kammerer; Jahnke, Svensson, Bukarts; Buzas.

Schiedsrichter: Piechaczek/Schrader.

Zuschauer: 17.129.

Tore: 0:1 (29:11) Nehring (Barta, Urbom), 1:1 (39:13) Bast (Akeson, Dumont), 2:1 (47:46) Gagné, 3:1 (50:17) Kindl (Akeson), 4:1 (58:46) Uvira (Kindl - Empty Net).

DEG-Verteidiger Alexander Urbom (links) war einer der Assistenten beim 1:0-Führungstreffer der Gäste. Foto: Birgit Haefner

Strafminuten: Köln 6, DEG 8.

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