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Düsseldorf: Tobias Eder soll bei der DEG künftig mehr Verantwortung bekommen.

Kaderplanung bei der DEG : Neuer Vertrag und neue Rolle für Tobias Eder

In seiner Premierensaison bei der DEG lief für Eishockeystürmer Tobias Eder wenig nach Plan. Vergangene Saison drehte er auf – und soll künftig mehr Verantwortung bekommen.

Die größte Aufgabe des Sommers hat Tobias Eder bereits hinter sich gebracht: seinen Umzug. Die alte Wohnung war in Corona-Zeiten zu klein geworden: „Meine Freundin hat Homeoffice, und da ist eine Zwei-Zimmer-Wohnung doch etwas nervig, wenn sie die ganze Zeit das Wohnzimmer belagert“, sagt Eder lachend. Die neue Bleibe hat nun ein Zimmer mehr. Und sie ist gar nicht weit weg von der alten, von Derendorf ging es nach Golzheim. „Schön da“, sagt der gebürtige Bayer, der auch insgesamt recht zufrieden ist mit seinem Leben im Rheinland.

Das liegt nicht zuletzt an seinem Beruf. Eder ist Eishockeystürmer bei der Düsseldorfer EG. Mindestens noch für die nächsten beiden Jahre. So steht in dem neuen Vertrag, den er Ende April unterschrieb. Im Gegensatz zu vielen anderen DEG-Stürmern aus der Vorsaison, die wegen des neuen Sparkurses an der Brehmstraße nicht zu halten waren oder kein neues Angebot bekamen. Mit Eder haben sie dagegen Großes vor, er „soll in den kommenden Jahren ein Gesicht der neuen DEG werden“, schrieb der Klub in der Mitteilung zum neuen Vertrag.

Das war vor einem Jahr so nicht zu erwarten. Eder, 2019 mit großen Versprechungen aus München nach Düsseldorf gewechselt, hatte gerade eine Saison zum Vergessen hinter sich. In 46 Spielen schoss er kein einziges Tor, viel deutete darauf hin, dass das zweite sein letztes Jahr in Düsseldorf sein würde.

Doch dann drehte Eder auf, schoss in 37 Spielen neun Tore, bereitete weitere neun vor. Gemeinsam mit Matt Carey und Alexander Karachun bildete er phasenweise die gefährlichste Sturmreihe der DEG. Zur Belohnung durfte er in der WM-Vorbereitung seine ersten Länderspiele machen – und bekam in Düsseldorf einen neuen Vertrag.

Nun soll es so weitergehen. Und nicht nur das. Eigentlich ist Eder der Kategorie „Talent“ ja entwachsen, seit März ist er 23 Jahre alt, geht bald in seine siebte Profisaison. Dass er weiteres Entwicklungspotential hat, steht für ihn dennoch fest. „Es ging letzte Saison schon in die richtige Richtung, aber da ist immer noch Luft nach oben“, sagt Eder. Durch den Sparkurs rückt er in der teaminternen Hierarchie auf, soll mehr Eiszeit bekommen. Ob‘s klappt? „Ich hoffe es, es liegt nur an mir selbst. Wenn ich hart arbeite und meine Leistung bringe, ist einiges drin.“ Dass das auch im Kopf entschieden wird, hat Eder selbst erlebt. Die torlose Zeit nagte an ihm – und er wurde immer dran erinnert. Vor jedem Spiel habe es geheißen: „Heute machst du eins.“ „Das war nett gemeint“, sagt Eder, aber irgendwann konnte er es nicht mehr hören. Sein erstes Tor im DEG-Trikot – am zwölften Spieltag gegen den späteren Meister aus Berlin mit Ex-DEG-Torwart Mathias Niederberger – war eine regelrechte Befreiung. Seitdem muss ihm niemand mehr sagen, dass er Tore schießen kann. Er weiß es selbst.