DEG Metro Stars: Die Tage der Wahrheit

DEG Metro Stars: Die Tage der Wahrheit

Am Freitag (19.30 Uhr) steigt das Derby bei den Kölner Haien, am Sonntag (18.30 Uhr) kommen die Eisbären Berlin in den Dome. Manager Lance Nethery leitete die Eishockey-Festtage mit einer deftigen Wutrede ein.

Die meiste Zeit des Jahres ist Lance Nethery ein verträglicher Mensch. Der Manager der DEG Metro Stars versteht sich auf charmante Plaudereien, hat Humor und weist glänzende Manieren auf. Hin und wieder aber sticht den Eishockey-Funktionär irgendwie der Hafer – und wer in diesen Momenten in die Druckwelle einer seiner legendären Wutreden gerät, sollte sich besser in Acht nehmen.

Am Mittwoch war es wieder soweit. Nethery war gerade zurück von einer Reise durch seine kanadische Heimat, und offenbar hatte ihn der Genuss des olympischen Turniers ("am Fernseher, die Karten waren zu teuer für mich") an die Defizite seiner DEG vor der Olympiapause erinnert. "Wir haben fünfmal hintereinander verloren", grantelte der Manager. "Jetzt kommen die Tage der Wahrheit. Wer das bis jetzt nicht kapiert hat, der kapiert es nie."

In den acht Partien bis zur Play-off-Runde, die mit dem Derby bei den Kölner Haien (19.30 Uhr) und dem Heimspiel am Sonntag gegen die Eisbären Berlin (18.30 Uhr, ISS Dome) ihren Auftakt nehmen, müssen die Düsseldorfer ihren Startplatz für die Meisterrunde verteidigen. "Und nicht nur das", merkte Nethery mit Nachdruck an. "Es soll mir bitte niemand erzählen, es sei nicht wichtig, ob man Zweiter, Dritter oder Vierter werde. Das Heimrecht in den Play-offs ist sehr wichtig, auch finanziell für unsere GmbH."

Einmal in Fahrt gekommen, lud der 52-Jährige seinen ganzen Ärger über die Pleitenserie ab. "Es ist schon erstaunlich, auf welche Ausreden die Spieler kommen. Müdigkeit – wenn ich das schon höre! Bei Olympia hat niemand über Müdigkeit geklagt, dabei hat die NHL schon einen Tag nach dem Finale wieder gespielt. Wenn ich an unsere Niederlagen gegen Augsburg und Nürnberg denke, reden wir lieber nicht von Müdigkeit. Reden wir lieber von Ryan Caldwells katastrophalem Fehlpass, seinem x-ten in dieser Saison, der uns in Nürnberg ein Gegentor eingebracht hat."

Da die Leistung zuletzt nicht gestimmt habe, sei er auch weiterhin nicht bereit, über neue Verträge zu verhandeln, ergänzte Nethery. Sich auf die Spiele zu konzentrieren und diese zu gewinnen, sei das Einzige, auf das es nun ankomme. "Es wird eng, es wird hart – schon gegen die Kölner, die unbedingt gewinnen müssen", sagte der Kanadier, und zur Betonung hob er beide Hände.

"Zehn Finger haben wir alle. Mit deren Hilfe sollte es ja selbst den Spielern gelingen, bis acht zu zählen. So viele Spiele haben wir jetzt noch – aber als ich vor der Pause die Spieler nach dieser Zahl fragte, wusste sie keiner." Keine Frage: Die DEG-Profis müssen einiges tun, um Netherys Laune wieder zu heben.

(RP)
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