Die Düsseldorfer EG muss im Endspurt der Deutschen Eishockey Liga Rang drei sichern

Vor dem letzten Saisonviertel: Platz drei muss jetzt das Ziel der DEG sein

Trotz der Niederlage gegen München hat die Düsseldorfer EG vor dem letzten Saisonviertel eine hervorragende Ausgangslage für die Play-offs. Schon am Donnerstag geht’s weiter mit dem Heimspiel gegen Straubing.

Als Michael Wolf am späten Sonntagabend den Puck zum fünften Mal im Düsseldorfer Tor unterbrachte, interessierte es längst niemanden mehr so richtig, was da auf dem Eis des ISS Dome passierte. Die Fans der Düsseldorfer EG feierten ihr Team seit Minuten mit stehenden Ovationen und hörten damit auch nicht auf, als Wolf zum 5:2 für den EHC München einschoss. Die Anhänger waren stolz auf ihr Team – und erteilten gleichzeitig den mitgereisten Gäste-Anhängern, die während der 60 Spielminuten zuvor hauptsächlich durch überhebliche und abwertende Sprechchöre auffielen, eine kleine Lehrstunde in Sachen Fankultur und Respekt.

Diesen Respekt nämlich hatten sich die Spieler der DEG in den zwei Spielen in etwas mehr als 24 Stunden hart erarbeitet. Trotz der teils haarsträubenden Fehlerketten im Defensivspiel, die die deutliche Niederlage gegen München letztlich einleiteten: Die DEG steckte nie auf, versuchte gegen eiskalt aufspielende Gäste selbst nach 0:3 noch, die Partie zu drehen. Das wäre nach dem 2:3 durch John Henrion sogar noch möglich gewesen – hätten sich die Gastgeber nicht durch einen weiteren Fehler in Unterzahl um die letzte Chance gebracht. Das 2:4 war letztlich der Nackenschlag.

Was bleibt vom Wochenende? Die Erkenntnis, die Partie gegen den amtierenden Meister in den ersten 20 Minuten vor allem bei Fünf-gegen-Fünf dominiert zu haben. Die Erkenntnis, im Spiel gegen Köln gar 40 Minuten deutlich überlegen gewesen zu sein. Aber eben auch die Gewissheit, dass Konzentrationsschwächen, wie im Schlussabschnitt gegen die Haie oder in den ersten zehn Minuten des Mitteldrittels gegen München, in dieser Liga fatal sein können.

Kurz vor dem letzten Saisonviertel in der DEL (für die meisten Teams stehen noch 13 Spiele aus, für die DEG noch 14) steht auch die Erkenntnis, dass Platz drei jetzt das Ziel sein muss für das Kreis-Team. Der Rückstand auf den Zweiten München beträgt bei einem Spiel weniger sieben Punkte, der Vorsprung vor Bremerhaven, Augsburg und Köln, die mit je 66 Punkten und 39 Spielen auf Rang vier bis sechs stehen, fünf Zähler.

Das größte Pfund der Mannschaft von Trainer Harold Kreis dürfte im Endspurt um die besten Play-off-Plätze der Spielplan sein: In den letzten 14 Partien darf die DEG noch satte neunmal im heimischen Dome antreten. Zum Vergleich: Augsburg darf zwar immerhin noch acht mal daheim ran, Bremerhaven hat noch sechs, Köln gar nur noch drei Partien in der eigenen Arena. Gleich drei Heimspiele in Folge stehen jetzt für die DEG an: Donnerstag gegen Straubing, Sonntag gegen Schwenningen und am 23. Januar gegen Nürnberg. Drei Spiele, in denen die Rot-Gelben sich ein kleines Polster nach unten erarbeiten könnten.

Dafür müssen einige Dinge aber wieder besser funktionieren als gegen München. Die Sache mit der Konzentration zum Beispiel. Manche Akteure, wie (in dieser Saison oft) Calle Ridderwall, blieben außerdem blass. Und so ganz abgehakt schienen die Strapazen des Wintergame zwischenzeitlich dann doch nicht. „Natürlich war da ein gewisser Kontrast da“, sagte Verteidiger Marco Nowak. „Die Atmosphäre im Fußballstadion war sensationell. Wir haben aber versucht, das schnell auszublenden. Am Ende waren es Kleinigkeiten, wegen derer wir gegen München verloren haben. Wenn du die Scheibe nicht aus dem eigenen Drittel bekommst, wird es schwer.“

Trainer Harold Kreis hatte das Gefühl, das Spiel gegen den Meister „hätte auf der kleinen Eisfläche stattgefunden. Die waren so schnell und irgendwie immer überall. Wir haben nie in den Rhythmus gefunden.“ Nowak fordert deshalb: „Wir müssen daran arbeiten und gegen Straubing wieder marschieren.“

Ob das auch für Bernhard Ebner gilt, ist fraglich. Wegen einer Einblutung im Knie muss der Nationalverteidiger, der sich die Verletzung nach einem Zusammenprall mit Yasin Ehliz zuzog, für weitere Untersuchungen im Krankenhaus bleiben. Eine Diagnose steht noch aus.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kölner Haie - DEG: die Bilder des Spiels

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