Dienstag gegen Nürnberg Die DEG benötigt dringend einen Stimmungsaufheller

Düsseldorf · Die Torproduktion der Düsseldorfer EG ist ins Stocken geraten – vor allem in Überzahl. Am Dienstag gegen Nürnberg braucht es wieder mehr Offensive. Das wäre auch fürs Gemüt wichtig.

 DEG-Verteidiger Mikko Kousa (m.) und Keeper Henrik Haukeland (r.) verteidigen den Puck gegen Berlins Giovanni Fiore.

DEG-Verteidiger Mikko Kousa (m.) und Keeper Henrik Haukeland (r.) verteidigen den Puck gegen Berlins Giovanni Fiore.

Foto: RP/Birgit Haefner

Roger Hansson drückte es noch freundlich aus: „Beide Mannschaften hätten die Powerplay-Möglichkeiten wahrscheinlich besser nutzen können“, sagte der Trainer der Düsseldorfer EG am Sonntag nach dem 2:3 nach Penaltyschießen bei den Eisbären Berlin. Er hätte auch sagen können: Mit einem oder gar zwei Männern mehr sah das auf beiden Seiten düster aus. Denn obwohl die Strafbanktür gleich elfmal aufging, gab es kein Überzahltor. Was eine Fortsetzung der bisherigen DEG-Saison war: Ihr Unterzahlspiel ist mit 83,6 Prozent Erfolgsquote eins der besten der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), ihr Überzahlspiel mit nur 11,8 Prozent das schlechteste. Bislang benötigt die DEG 14:20 Minuten Powerplay für ein Tor, also mehr als sieben Überzahlspiele.

Das wissen sie auch bei der DEG. Und obwohl Manager Niki Mondt nicht nur auf die Quote schaut, sagt auch er: „Wir spielen es momentan nicht ordentlich. Das ist auch eine Frage des Selbstvertrauens und des Selbstverständnisses. Wir warten zu lange, anstatt instinktiv zu spielen.“ Hinzu kommen ungenaue Pässe, die viel schon in der Entstehung verhindern. So findet sich unter den besten 50 Powerplay-Scorern der Liga kein Düsseldorfer, weil es eben schon die ganze Saison schleppend läuft. Doch in den vergangenen sieben Spielen wurde es richtig bitter: nur ein Tor bei 22 Powerplays.

Das Problem: Auch bei Fünf-gegen-Fünf sah es nicht berauschend aus. Während der sieben Spiele machten die Düsseldorfer insgesamt nur zwölf Tore und nur einmal mehr als zwei – weil sie gegen Frankfurt zweimal ins leere Tor schießen durften. Lediglich Gogulla traf in der Zeit mehrfach, Harper, Fischbuch, Eder, Barta, Ehl und der nun verletzte O'Donnell jeweils nur einmal, MacAulay oder Blank gar nicht. Es gab es auch kein Verteidigertor. Das Ergebnis: Trotz starker Torhüter (93,4 Prozent gehaltene Schüsse) gingen vier der sieben Spiele verloren.

DEL-Saison 2023/24: Die Topscorer der Düsseldorfer EG​
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Die Topscorer der Düsseldorfer EG

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Foto: Birgit Häfner

Damit ist die DEG vor dem nächsten Spiel am Dienstag (19.30 Uhr) gegen die Nürnberg Ice Tigers auf Rang neun abgerutscht. Und da die Franken zuletzt zweimal gewannen und nun punktgleich auf Platz zehn stehen, könnte es bald noch tiefer gehen. Das ist zwar ziemlich genau die Region, in der sich die Düsseldorfer auch in der Etat-Tabelle finden, sie spielen also nicht weit unter Erwartung. Und dennoch herrscht gerade alles andere als Zufriedenheit. Dafür musste man am Sonntag nur Torhüter Henrik Haukeland hören, der seinem Team nachdrücklich mitgab, endlich mal enge Spiele zu gewinnen. „Ich merke schon, dass es momentan ein bisschen angespannt ist“, sagt auch Mondt, „ich sehe darin aber auch etwas Positives: Obwohl wir ordentlich dastehen, wollen die Jungs mehr.“

Das gilt umso mehr für die Fans, viele wirken enttäuscht, ob der vergangenen Wochen. Die bittere Derbyniederlage gegen Köln, gefolgt von zähen Heimspielen, diverse Verletzungen, jüngst auch die Meldungen über die zwar noch nicht offiziellen, aber ziemlich sicheren Abgänge von Daniel Fischbuch und Tobias Eder nächsten Sommer. Auch der nun endlich gefundene O'Donnell-Ersatz – Rückkehrer Paul Bittner soll gegen Nürnberg erstmals spielen – sorgte an einem Wochenende mit zwei Niederlagen und einer weiteren Verletzung (Zitterbart) nicht für Erleichterung. Von der Stimmung nach der starken Vorsaison, einigen hoffnungsvollen Transfers und dem guten Start mit 20 Punkten nach zwölf Spielen ist nicht viel übrig.

Da selbst die jüngsten Heimsiege gegen Wolfsburg und Frankfurt nicht für einen emotionalen Umschwung geeignet waren, bräuchte es am Dienstag gegen Nürnberg mal wieder einen Eishockeyabend fürs DEG-Gemüt. Im besten Fall also nicht nur Punkte, sondern auch ein mitreißendes Spiel. Dafür immer recht hilfreich: Tore, vielleicht ja sogar im Powerplay.

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