2:3 gegen Ingolstadt Schwaches erstes Drittel kostet die DEG Punkte

Düsseldorf · Es ging blendend los, nach 50 Sekunden führte die Düsseldorfer EG gegen Ingolstadt. Doch danach klappt lange Zeit nichts mehr. Am Ende verliert die DEG verdient mit 2:3.

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Ingolstadt gegen die DEG: die Statistiken zum Spiel

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Der Bundestrainer war auch da. Harold Kreis hat es sich ja zur Aufgabe gemacht, im Laufe der Saison alle Erst- und Zweitligisten zu besuchen. Da kommt er ganz schon rum. Aber die Reise nach Düsseldorf dürfte für ihn mehr gewesen sein als lästige Pflicht. Er war ja zweimal Trainer bei der Düsseldorfer EG. Zuletzt bis 2022. Und er war beliebt. Als er am Sonntagabend auf dem Videowürfel eingeblendet wurde, gab es einen warmen Applaus des Publikums.

Ob Kreis viele Erkenntnisse für die Nationalmannschaft gesammelt hat, das sei aber mal dahingestellt. Denn dass Wojciech Stachowiak vom ERC Ingolstadt ein exzellenter Eishockeyspieler ist, das wusste Kreis schon vorher. Stachowiak war dann auch einer der Hauptgründe dafür, warum die DEG mit 2:3 verlor und die Möglichkeit verpasste, den Rückstand auf Platz zehn auf fünf Punkte zu verkürzen.

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Auf dem stehen die Ingolstädter – mit nun elf Zählern Vorsprung auf die DEG. Zudem schmolz deren Abstand auf Schlusslicht Iserlohn wieder. Wie am Freitagabend die DEG gewannen die Sauerländer am Sonntag in Berlin. Also trennen die Düsseldorfer noch vier Punkte vom Abstiegsplatz der Deutschen Eishockey-Liga (DEL).

Warum? Dazu hatte Sinan Akdag eine klare Meinung. Das erste Drittel sei „eine Katastrophe“ gewesen, urteilte der Verteidiger hinterher. Und hatte nicht übertrieben. Dabei schien sein Team zunächst da weiterzumachen, wo es am Freitag in Berlin aufgehört hatte. Da zeigte die DEG einen ihrer besten Auftritte der Saison, gewann beim Tabellenführer mit 4:1. Ein insgesamt starker Auftritt war das – wobei manche herausragten: Henrik Haukeland mit gleich 37 Paraden, aber auch die neue Topreihe mit Phil Varone, Kenny Agostino und Brendan O'Donnell, die drei Tore erzielte.

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Nun gegen Ingolstadt machte sie so weiter. Das Spiel war keine Minute alt, da schickte Varone Agostino mit einem herrlichen Pass über mehr als 30 Meter auf die Reise, Agostino nahm den Puck gekonnt mit und schoss ihn zum 1:0 ins Tor. Da war die Laune auf den Tribünen blendend. Zwar waren nur 6130 Fans in den Dome gekommen, aber das lag eher am unbeliebten Spieltermin am Sonntagabend. Und meist ist die Stimmung ja ohnehin besser, wenn nur der harte Kern da ist.

Es dauerte allerdings nicht lange, da wurde es merklich ruhiger. Denn die DEG ließ sich von dem frühen Tor nicht etwa beflügeln, sie wirkte danach seltsam lethargisch, kam kaum in Zweikämpfe und hatte zu viel Abstand zum Gegner. Das nutzten die agileren Gäste gnadenlos aus. Zwar hatten sie hin und wieder auch das nötige Scheibenglück, aber dass die DEG nach dem ersten Drittel mit 1:3 zurücklag, das ging schon in Ordnung. Bereits beim 1:1 in der vierten Minute durch Jan Nijenhuis gingen die Düsseldorfer vor dem eigenen Tor nicht entschlossen genug hin. Beim 1:2 Mitte des Drittels ließ sich Bernhard Ebner vom jederzeit gefährlichen Wojciech Stachowiak abkochen. Beim 1:3 durch Travis St. Denis sah Haukeland nicht gut aus. Da waren 13:25 Minuten gespielt, und die DEG hatte bis auf das Tor von Agostino nur noch eine Chance durch Alec McCrea. Dann allerdings folgte die bislang größte: Nach einem Foul an Kohen Olischefski gab es Penalty, doch O'Donnell vergab – was zu diesem ersten Drittel passte.

Es musste also deutlich besser werden. Und das wurde es dann auch. Nicht, dass fortan alles funktioniert hätte, gerade in den ersten Minuten waren die Gäste dem vierten Tor näher als die Düsseldorfer dem zweiten. Aber irgendwann bewegte sich die DEG dann mehr, wirkte körperlicher und hatte mehr Chancen. Eine davon nutzte Kohen Olischefski nach schönem Zuspiel von Philip Gogulla zum 2:3. Und danach wäre fast der Ausgleich gefallen, während einer Überzahl hatte allein O'Donnell mehrere gute Abschlüsse. Allerdings hatten die Düsseldorfer auch Glück, Ingolstadts Charles Bertrand hatte das leere Tor vor sich, traf aber nur den Pfosten. Kurz darauf lief Daniel Pietta alleine aufs Tor, scheiterte aber an Haukeland.

So war vor dem letzten Drittel noch alles drin. Doch wer auf den großen Schlussspurt gehofft hatte, wurde enttäuscht. Nur noch zwei Schüsse brachte die DEG aufs Tor, insgesamt gab es nun kaum noch Chancen. Und auch keine Tore mehr.

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