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DEL: Düsseldorfer EG siegt spektakulär bei den Eisbären Berlin

Entscheidung in der Overtime : Düsseldorfer EG siegt spektakulär in Berlin

Ein Drei-Tore-Rückstand, ein Comeback, weitere Gegentore, noch ein Comeback, am Ende ein 7:6 nach Verlängerung. Die DEG erlebt eines der aufregendsten Spiele der jüngeren Vereinsgeschichte.

So eine Saison ist ja immer ein Auf und Ab. Erst recht die in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), die allein bis zu den Play-offs 56 Spiele pro Team bereithält. Aber was die Düsseldorfer EG seit der Deutschland-Cup-Pause erlebt, das ist dann doch nicht ganz alltäglich. Sechs Spiele gab es seit Mitte November – und die liefen wie folgt: Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg, Niederlage, Sieg. Am Donnerstagabend bei den Eisbären Berlin wäre also wieder eine Niederlage dran gewesen, und so sah es auch lange Zeit aus. Die DEG lag bereits mit drei Toren zurück, es drohte ein recht langweiliger Abend. Doch es wurde das genaue Gegenteil: Am Ende eines der aufregendsten Spiele der jüngeren Vereinsgeschichte gab es Düsseldorfer Jubel, hatte die DEG doch mit 7:6 nach Verlängerung gewonnen.

„Das war verrückt, es ging rauf und runter“, sagte Daniel Fischbuch hinterher bei „Magenta-Sport“ und konnte gar nicht anders, als zu tadeln und zu loben. So viel hatte seine Mannschaft defensiv falsch gemacht – und noch mehr hatte seine Mannschaft offensiv richtig gemacht. „Wir haben zu einfach die Gegentore hergegeben“, sagte Fischbuch, „aber wir hatten immer eine Antwort.“

Die mussten die Düsseldorfer aber auch haben, weil sie wieder das im Programm hatten, was sie zuletzt häufiger lähmte: frühe Rückstände. Diesmal sogar gleich dreimal: In jedem Drittel kassierte die DEG in der ersten Minute ein Tor. Fast wirkte es wie ein Fluch. Sobald sie das Eis betrat, lag der Puck auch schon in ihrem Tor. Torhüter Mirko Pantkowski schaute zwischendurch drein, als würde er sich im falschen Film befinden. Das begann schon im ersten Drittel: Zwar feuerten die Gäste schon nach wenigen Sekunden die ersten Schüsse ab, doch nur kurze Zeit später machten sie lange Gesichter. Erster Berliner Schuss, erstes Tor. Erste Berliner Überzahl, zweites Tor. Verantwortlich war jeweils Marcel Noebels, für den sich bei beiden Treffern kein Düsseldorfer zuständig fühlte. Was doch sehr verwunderte, Noebels ist nicht irgendwer, zuletzt war er zweimal in Folge „Spieler des Jahres“ in der DEL. Erst mit dem Pfostenschuss von Jerry D‘Amigo in der zwölften Minute wurde die DEG wieder munterer. Kurz vor der ersten Pause traf Alexander Ehl nach einem schnellen Doppelpass mit Brendan O‘Donnell zum 1:2.

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Mit der Freude war es aber schnell vorbei, denn auch im zweiten Drittel lag der Puck gleich im Düsseldorfer Tor. Giovanni Fiore war durch gewesen. Wenig später galt das auch für Leo Pföderl und Marcel Noebels, der zum Hattrick einschoss. Leichter dürfte er es selten gehabt haben, drei Tore in einem Spiel zu erzielen, das Verhalten der DEG bei gegnerischem Puckbesitz, beim 4:1 am Dienstag in Nürnberg noch der Schlüssel zum Erfolg, war teilweise haarsträubend.

Positiv allerdings: Die DEG behielt die Köpfe oben und spielte wieder nach vorne. Das klappte, weil die Düsseldorfer nun „einfacher und schneller“ spielten, wie Verteidiger Kyle Cumiskey danach am TV-Mikrofon sagte. Das Ergebnis waren zwei Treffer durch Niklas Postel und Victor Svensson. So hieß es plötzlich nur noch 3:4 – und ein Drittel war ja noch zu spielen.

Ein neues Drittel bedeutete allerdings eine neue erste Minute. Also fiel gleich das 5:3 durch Matt White – ehe es ganz wild wurde, weil auch die Berliner kein gesteigertes Interesse an konsequenter Abwehrarbeit hatten: 5:4 O‘Donnell, 6:4 Fiore, 6:5 Paul Bittner – das erste Tor des neuen DEG-Stürmers. Danach waren noch knapp neun Minuten zu spielen. War hier doch noch der Ausgleich drin? War er. Stephen MacAulay fälschte einen Schlagschuss von Daniel Fischbuch zum 6:6 ab. Danach hatte Svensson sogar noch die Riesenchance zum Sieg, verzog aber. Also bekam dieses verrückte Spiel noch einen Nachschlag, die Verlängerung, in der es weitere Topchancen auf beiden Seiten gab. Die letzte verwandelte O‘Donnell nach einem sensationellen Pass von Fischbuch. 6:7. Ende.

Statistik zum Spiel
DEG: Tor: Pantkowski (Hane); Abwehr: Heinzinger, Nowak – Cumiskey, Järvinen – Trinkberger; Angriff: Proft, MacAulay, Fischbuch – O'Donnell, Barta, Ehl – Bittner, Svensson, D'Amigo – Schiemenz, Postel, Eder

Schiedsrichter: McFarlane/Rantala
Zuschauer: 5000
Tore: 1:0 (0:56) Noebels (Veilleux), 2:0 (6:31) Noebels (Veilleux, Pföderl/5-4), 2:1 (17:36) Ehl (O'Donnell), 3:1 (20:42) Fiore (Wissmann), 4:1 (25:01) Noebels (Pföderl, Veilleux), 4:2 (26:15) Postel (Schiemenz, Eder), 4:3 (33:43) Svenson (Fischbuch, MacAulay/5-4), 5:3 (40:22) White (Ellis), 5:4 (44:17) O'Donnell (Barta, Ehl), 6:4 (47:43) Fiore (White), 6:5 (51:26) Bittner (Svensson, Fischbuch), 6:6 (58:28) MacAulay (Fischbuch, O'Donnell), 6:7 (64:41) O'Donnell (Fischbuch)

Strafminuten: 4:4
Torschüsse: 42:47