Erschreckend schwache zwei Drittel DEG verliert mit 3:5 in Nürnberg und verpasst die Play-offs

Nürnberg/Düsseldorf · Durch die sechste Niederlage in Folge kann die Düsseldorfer EG nicht mehr auf Rang zehn kommen. Beim 3:5 in Nürnberg steht sie 40 Minuten lang völlig neben sich. Am Sonntag in Augsburg soll zumindest der Abstieg vermieden werden.

 Ein frustrierter DEG-Goalie Henrik Haukeland (3.v.l.) will Nürnbergs Stürmer Daniel Schmölz an die Wäsche.

Ein frustrierter DEG-Goalie Henrik Haukeland (3.v.l.) will Nürnbergs Stürmer Daniel Schmölz an die Wäsche.

Foto: Birgit Häfner

Es war im November 2022, als Brendan O'Donnell plötzlich auf dem Nürnberger Eis lag und höllische Schmerzen zu haben schien. Zunächst hatte das eigentlich nach einem normalen Zweikampf an der Bande ausgesehen, aber das Ergebnis war eine der schlimmsten Verletzungen der vergangenen Jahre in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL). O'Donnell wurde von der Schlittschuhkufe seines Gegenspielers die Achillessehne durchtrennt, der Beginn einer einjährigen Leidenszeit.

An diesem Freitag ist Brendan O'Donnell erstmals seitdem nach Nürnberg zurückgekehrt. Seine Düsseldorfer EG trat bei den Ice Tigers an. Und O'Donnell war nicht ansatzweise anzumerken, dass er hier den schlimmsten Tag seiner Karriere erlebt hatte. Früh im Spiel hatte er die erste Großchance, nach nicht mal neun Minuten schoss er ein Tor, holte später eine Strafzeit heraus und bereitete noch einen Treffer vor. Aber wirklich helfen konnte das einer erneut über lange Phasen völlig indisponierten DEG nicht, sie verlor mit 3:5 (1:3, 0:2, 2:0) und kassierte die sechste Niederlage in Folge.

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Dadurch ist klar: Das ohnehin schon nach unten korrigierte Saisonziel ist endgültig nicht mehr zu erreichen, zum vierten Mal in den vergangenen zehn Jahren hat die DEG die Play-offs verpasst. Und wer das Spiel am Freitag sah, wird das kaum für unverdient halten. „Sehr erschreckend“, sagte Kapitän Philip Gogulla bei Magentasport zum Auftritt seines Teams in den ersten beiden Dritteln. Da war noch mal deutlich zu sehen, was der DEG fehlt, um zu den besten zehn Mannschaften der DEL zu gehören: eine offensive Idee, funktionierende Special-Teams, Tempo, Selbstvertrauen und vor allem eine stabile Abwehr. Eben all das was, was die Nürnberger zeigen, die ihren Play-off-Platz nun sicher haben. Umso bitterer, dass ihr junger Kader nach der Saison auseinanderfallen wird. Auch die Trainer sind weg.

Bei der DEG sollte man sich nicht wundern, wenn es einen ähnlich umfassenden Umbruch gibt. Aber einen freiwilligen. Schon bei den drei Gegentoren im ersten Drittel wurden die Nürnberger nur beobachtet. Evan Barratt, Ryan Stoa und Tim Fleischer durften jeweils völlig freistehend einschießen. Weil die Düsseldorfer vorher entscheidende Zweikämpfe verloren (Ehl) oder ihre Position verlassen hatten (Wirth). Torhüter Henrik Haukeland konnte einem wieder leidtun, ständig wurde er allein gelassen. „Nicht gut genug, nicht akzeptabel“, meckerte Kenny Agostino nach 20 Minuten am TV-Mikrofon, sprach von „defensiven Zusammenbrüchen“.

Viel besser war die Laune auch nach dem Spiel nicht. Zumindest blieb der Vorsprung auf den Abstiegsplatz bei sechs Punkten, weil Augsburg auch in Bremerhaven verlor. Gerettet ist die DEG zwei Spieltage vor Schluss aber nicht. Am Sonntag (14 Uhr) geht es ja nach Augsburg. Für die Panther die letzte Chance, in der seit Wochen ausverkauften Halle wird die Stimmung entsprechend sein. Wobei sich auch die DEG auf Unterstützung freuen darf, hunderte Fans reisen mit einem Sonderzug an.

Auch am Freitag in Nürnberg war der Gästeblock voll. Aber die Fans dort hatten wie so oft in dieser Saison wenig zu lachen. Mitte des zweiten Drittels hatte ihre Mannschaft erst sechsmal aufs Tor geschossen, die Nürnberger aber bereits 23 Mal. Insofern war die DEG mit dem 1:3-Rückstand noch gut bedient. Und es blieb dann auch nicht dabei, zwei weitere Lücken, zwei weitere Gegentore, Elis Hede und Dennis Lobach stellten auf 5:1. Danach hatte Haukeland genug, erst ging er Daniel Schmölz an, auf dem Weg in die Kabine forderte er seinen Gegenüber Niklas Treutle zu einem Boxkampf heraus, aber der lehnte souverän ab. Das wirkte alles etwas albern, aber irgendwo musste Haukelands Frust wohl hin. Seit Wochen wirkt er genervt von den Aussetzern seiner Vorderleute.

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Foto: IMAGO/Eibner/IMAGO/Eibner-Pressefoto/Thomas Haesler

Zumindest gab sein Team nicht auf. Zwar blieb Nürnberg zunächst spielbestimmend, die Tore schossen aber Adam Payerl und Alexander Ehl. So stand es nur noch 5:3, also kamen die Nürnberger ins Grübeln, die nächsten Minuten gehörten klar der DEG, Agostino hatte den nächsten Treffer auf dem Schläger. Aber der fiel nicht mehr.