DEL: DEG lässt zu viele Torchancen aus

Niederlage gegen Ingolstadt : DEG lässt zu viele Torchancen aus

Die Düsseldorfer Eishockey-Profis unterliegen dem ERC Ingolstadt nach Verlängerung mit 2:3. Das Überzahlspiel ist an diesem Tag einfach nicht konsequent genug.

Mehr als eine halbe Stunde Spielzeit benötigte die DEG, um gegen den ERC Ingolstadt in Schwung zu kommen. Dann allerdings gab es für die 7731 Zuschauer im ISS Dome noch einiges zu sehen. Die Eishockey-Mannschaft von Trainer Harold Kreis berannte im Schlussdrittel das Tor der Oberbayern, doch es fehlte ihr besonders in Überzahl die Präzision im Abschluss. Das rächte sich in der Verlängerung. Nach einer umstrittenen Strafzeit gegen Jaedon Descheneau war die DEG zwar gerade wieder komplett, doch dann traf Ville Koistinen zum entscheidenden 3:2 (1:0, 1:1, 0:1; 1:0) für den ERC.

Das Freitagspiel in Mannheim hatte Spuren hinterlassen. In erster Linie natürlich in positiver Hinsicht, hatten die Düsseldorfer den Spitzenreiter doch in dessen eigener Halle mit 5:2 bezwungen und sich damit noch dichter auf dessen Fersen begeben. Doch der bemerkenswerte Erfolg, zu dem Leon Niederberger mit zwei Treffern und sein Bruder Mathias mit einer ganz starken Torhüterleistung maßgeblich beigetragen hatten, wies auch eine Kehrseite auf. Zu den bereits seit längerer Zeit verletzten Manuel Strodel, Bernhard Ebner und John Henrion gesellte sich nach der Partie auch noch Jerome Flaake, der zuvor ebenfalls ein Tor beigesteuert hatte. So musste Kreis am Sonntag gleich vier Profis ersetzen – kein leichtes Unterfangen, wie sich gleich in den ersten Minuten herausstellte.

Irgendwie kam die DEG überhaupt nichts ins Rollen, was allerdings sicher nicht nur an der personellen Dezimierung lag. Es fehlte der Spielwitz und somit auch das Tempo, das die Düsseldorfer für ihr Spiel zwingend benötigen. So musste Ingolstadts Nationalkeeper Timo Pielmeier nur selten eingreifen, und wirklich kritisch wurde es für ihn sogar erst Sekunden vor Drittelende bei einer Doppel-Nachschusschance für Jaedon Descheneau und Alex Picard. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste durch Darin Olver jedoch bereits 1:0 – Torhüter Niederberger war dabei chancenlos.

Und es schien in diesem Stil weiterzugehen. Nicht allein, weil Michael Collins im Mitteldrittel nur 16 Sekunden bis zum zweiten Ingolstädter Treffer benötigte: Die DEG fand einfach nicht in einen Spielfluss hinein, und wenn es einmal klare Chancen gab, standen entweder Pielmeier oder der Pfosten im Weg – Letzterer bei Descheneaus Solo in der 32. Minute nach einem herrlichen Pass von Philip Gogulla. Doch wenigstens war nun Tempo und Leidenschaft in den Angriffen der Gastgeber, und der Lohn stellte sich 21 Sekunden vor Drittelende ein. Leon Niederberger erkämpfte sich den Puck, setzte zu einem entschlossenen Sprint an und legte schließlich perfekt für Patrick Buzas auf. Dessen Gewaltschuss zum Anschlusstor gab dem Kreis-Team frischen Mut mit auf dem Weg in die Kabine.

Ein feines Kunststückchen Gogullas brachte dann den Dome zum Kochen. Als der Ingolstädter Ryan Garbutt die Strafbank drückte, erhielt der frühere Kölner ein Zuspiel von Kapitän Alex Barta, schoss zunächst Pielmeier an, legte sich dann den Abpraller mit dem Schlittschuh vor, um den Puck schließlich aus der Luft ins Netz zu setzen – 2:2. Es folgte ein Sturmlauf der DEG, oft in Überzahl und 81 Sekunden lang sogar mit fünf gegen drei Feldspieler, aber das Powerplay hatte an diesem Sonntag einfach nicht die nötige Qualität. So musste die Verlängerung die Entscheidung bringen.

DEG: M. Niederberger (Pettersson Wentzel) – Picard, Köppchen; Marshall, McKiernan; Huß, Nowak – Ridderwall, Olimb, L. Niederberger; Gogulla, Barta, Descheneau; Pimm, Buzas, Reiter; Kretschmann, Laub.

Schiedsrichter: Bauer, Schrader.

Zuschauer: 7731.

Tore: 0:1 (15:26) Olver (Kelleher, Jobke), 0:2 (20:16) Collins (Cannone, Sullivan), 1:2 (39:39) Buzas (L. Niederberger, Pimm), 2:2 (49:05) Gogulla (Barta, Pimm – 5:4), 2:3 (63:08) Koistinen (Kelleher, Mashinter).

Strafminuten: DEG 6, Ingolstadt 16.

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