4:1-Heimsieg Die DEG gewinnt auch gegen Iserlohn

Düsseldorf · Guter Start, zäher Mittelteil, starkes Ende – die Düsseldorfer EG feiert beim 4:1 gegen die Iserlohn Roosters den vierten Sieg im fünften Saisonspiel. Dabei erzielt sie endlich auch ein Tor in Überzahl.

Der Düsseldorfer Steve Harper scheitert an Roosters-Torwart Weitzmann.

Der Düsseldorfer Steve Harper scheitert an Roosters-Torwart Weitzmann.

Foto: RP/Ralph-Derek Schröder

Es kommt nicht häufig vor, dass sich eine ganze Halle erhebt, um den Schiedsrichter zu feiern. Am Donnerstagabend im Rather Dome passierte das, vor dem ersten Bully zwischen der Düsseldorfer EG und den Iserlohn Roosters gab es einen Sonderapplaus für Kilian Hinterdobler. Erlebte der doch sein erstes Spiel in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) seit seiner schweren Operation. Auf den Tag genau ein Jahr war es her, dass Hinterdobler eine Niere seiner Mutter transplantiert wurde. Danach kämpfte er sich über Monate zurück ins Leben und schließlich wieder aufs Eis.

Was danach auf eben jenem Eis geboten wurde, war aber weitaus weniger herzerwärmend. Da war deutlich zu sehen, dass DEG und Roosters zuletzt vor allem mit sich selbst beschäftigt und selten zufrieden waren. Der Unterschied zwischen den beiden allerdings: Während die Düsseldorfer drei ihrer ersten vier Spiele gewannen, gingen die Iserlohner in vier ihrer ersten fünf Spiele leer aus. Am Donnerstag nun ging das so weiter. Die DEG gewann mit 4:1 (1:0, 0:1, 3:0), was zwar zwei Tore zu hoch war, aber das störte auf Düsseldorfer Seite nun auch niemanden mehr.

„Mit zehn Punkten bin ich zufrieden“, sagte Trainer Roger Hansson hinterher über den gelungenen Saisonstart. Das galt auch für das Spiel gegen Iserlohn. Gleich der erste Angriff nach 42 Sekunden führte zum 1:0 durch Stephen Harper, der bereits seinen dritten Saisontreffer erzielte. Und er tat das in einer neuen Reihe. Obwohl die nominelle Topformation mit Alexander Barta, Philip Gogulla und Daniel Fischbuch am Dienstag in Bietigheim (4:3 nach Penaltyschießen) ihre ersten Tore erzielt hatte, riss Hansson sie nun auseinander. Fischbuch ging zu Harper und Stephen MacAulay, was ihm sichtlich guttat, ein Tor und zwei Vorlagen zeugen davon. In die erste Reihe rückte dafür Tobias Eder, und auch der sollte gegen Iserlohn gleich in Erscheinung treten. Noch in den Anfangsminuten hatte Eder das 2:0 auf dem Schläger, doch sein Schuss landete an der Latte.

Das war ein flotter Beginn, doch so ging es nicht weiter. Je länger das Spiel dauerte, desto zerfahrener wurde es. Technische und Stellungsfehler, Abseits und Icing – das war nicht immer schön anzuschauen. Was auch gar nicht viele Menschen taten. Gerade mal 4831 Besucher hatten sich in den Dome verloren, eine mehr als enttäuschende Kulisse. Aber auch nicht ganz überraschend angesichts der Pandemie und der steigenden Preise. Hinzu kommt, dass der Termin am Donnerstag unter den Fans besonders unbeliebt ist, beide Lager zeigten Protestbanner „für fangerechnete Bullyzeiten“.

Rein sportlich war das vor allem im zweiten Drittel schwere Kost. Zwar gab es einzelne Höhepunkte: Fischbuch und Ebner, die alleine auf den starken Hannibal Weitzmann liefen, Philip Gogulla, der das ebenso tat. Auch die Gäste hatten ein paar Chancen, eine davon nutzte Sven Ziegler in der 37. Minute für den gar nicht mal unverdienten Ausgleich.

So ging es wie zuletzt immer mit einem Unentschieden ins letzte Drittel. Diesmal aber drehte die DEG wieder auf, hatte sich ihre beste Phase für den Schluss aufgehoben. Und dann gab es sogar zwei Premieren: Josef Eham, zuletzt in Augsburg und Bietigheim noch mehrfach gescheitert, schoss endlich sein erstes Saisontor. Und das fiel sogar in Überzahl – der erste Powerplaytreffer der ganzen Saison für die DEG, die auch danach nicht locker ließ. 11:5 lautete das Schussverhältnis im letzten Drittel für die Düsseldorfer, die für die Entscheidung in der 57. Minute dennoch einen Aussetzer von Weitzmann benötigten. Der verließ sein Tor, um einen Befreiungsschlag der DEG schnell wieder in die andere Richtung zu bewegen, doch DEG-Kapitän Barta war schneller und lupfte die Scheibe gekonnt über den Iserlohner Torwart zum 3:1. Kurz später durfte Fischbuch auch noch das 4:1 erzielen. Danach wurde es dann endlich mal laut in der Halle. Da konnte man fast vergessen, dass nicht mal 5000 Fans da waren.

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