Metro Stars: DEG soll im Dome bleiben

Metro Stars: DEG soll im Dome bleiben

Der Stammverein der Düsseldorfer EG hat eine neue Führungsspitze: Dome-Chef Manfred Kirschenstein ist zweiter Vorsitzender, ISS-Prokurist Frank Merry ist Schriftführer. Interessenkonflikte fürchtet dabei niemand.

Manfred Kirschenstein kennt sich nicht sonderlich gut mit der Düsseldorfer Eishockey-Jugend aus. "Ich kannte bis vor kurzem nicht mal die Deutsche Nachwuchs Liga", gesteht er unumwunden — eine durchaus irritierende Aussage für einen Fan. In dieser Klasse spielt immerhin die wichtigste Jugendmannschaft der DEG. Dennoch ist Kirschenstein seit vergangenem Mittwoch zweithöchster Verantwortlicher beim Stammverein der Düsseldorfer EG.

Auf Bitten von Markus Wenkemann, seinem Vertrauten und neuem ersten Vorsitzenden, stellte er sich zur Wahl. "Uns gibt es nur im Dreierpack", erklärte Wenkemann jüngst. Neben Kirschenstein und sich selbst meint er damit Frank Merry, der nun neuer Schriftführer ist. 40 (von 145 möglichen) Stimmberechtigten des eingetragenen Vereins waren auf der Hauptversammlung anwesend und wählten ihre neuen Vertreter einstimmig — Gegenkandidaten gab es ohnehin nicht. Der pikante Punkt: Sowohl Kirschenstein als auch Merry haben beruflich mit der Stadt und dem Rather Dome zu tun. Kirschenstein ist Prokurist bei DüsseldorfCongress und Geschäftsführer des Domes. Merry ist Prokurist bei Dome-Sponsor ISS.

Die Zukunft der DEG Eishockey GmbH, die nur noch bis zum Ende der Saison von der Metro Group finanziell am Leben gehalten wird, steht in den Sternen. Mit der Suche nach einem neuen Investor ist auch die Frage, ob die DEG in Zukunft in der höchsten Spielklasse, der Deutschen Eishockey Liga (DEL), antreten kann, verknüpft. Sollte sich kein Investor oder mehrere kleine Sponsoren finden, würde die weiterhin schuldenfreie GmbH womöglich abgewickelt werden und der Dome hätte seinen Hauptmieter verloren, denn: "Ich weiß nicht, ob ein eingetragener Verein den Dome überhaupt finanziell stemmen könnte", erklärt Kirschenstein, der aber klar sagt: "Natürlich wollen wir, dass die DEG im Dome bleibt." Ein Treffen mit GmbH-Geschäftsführer Lance Nethery und Aufsichtsratchef Jochen Suhr steht bevor. "Zwischen uns passt keine Briefmarke", beschreibt Wenkemann das enge Verhältnis zur GmbH. Bei seinem Vorgänger Ben Zamek, der 14 Jahre das oberste Amt des Stammvereins ausübte, sah das etwas anders aus. Er kam auch hervorragend mit Suhr und Nethery aus, doch er übte auch häufig Kritik. Vor allem an der DEL, die er gerne als "Operettenliga" titulierte.

Dass es bei Kirschenstein zu Interessenkonflikten kommt, glaubt Wenkemann indes nicht: "Das eine ist sein Job, das andere ist seine Privatangelegenheit", Auch Kirschenstein selbst sieht die Sache gelassen: "Ich bin jetzt ehrenamtlicher Mitarbeiter bei einem Sportverein", sagt er. Um Erlaubnis hat er bei DüsseldorfCongress dennoch gefragt: "Es hat beides mit der DEG zu tun. Ich hätte nicht kandidiert, hätte jemand etwas dagegen gehabt." Wenkemann sieht in seinen beiden Gefährten nun auch die Chance, deren Kontakte zur Stadt zu nutzen: "Wir werden alle Kanäle bemühen. Ich glaube nicht, dass uns die Stadt sang- und klanglos untergehen lässt. Dafür sind wir zu sehr Kult."