„Wir können alle stolz sein“ So haben sich Ehl und Fischbuch bei der Eishockey-WM geschlagen

Düsseldorf · Alexander Ehl und Daniel Fischbuch waren kurz davor, Weltmeister zu werden. Am Montag wurden die DEG-Spieler am Flughafen empfangen. Die Begeisterung war groß.

Daniel Fischbuch (77) feiert seinen Treffer im WM-Finale gegen Kanada.

Daniel Fischbuch (77) feiert seinen Treffer im WM-Finale gegen Kanada.

Foto: AP/Pavel Golovkin

Alexander Ehl hat am Montagmorgen das gesagt, was er dieser Tage immer wieder gesagt hat: Dass ihm „gerade die Worte fehlen“. Ehl, Eishockeystürmer bei der Düsseldorfer EG, war da gerade aus Tampere zurückgekehrt, wo er mit dem deutschen Nationalteam eine historische Leistung vollbracht hat. Nun fallen solche Worte im Sport ja viel zu häufig, aber was die deutsche Mannschaft bei der Weltmeisterschaft erreichte, war in der Tat außergewöhnlich: Die erste WM-Medaille seit 70 Jahren, das erste WM-Finale seit 93 Jahren. Zwar ging das mit 2:5 gegen Kanada verloren, aber als Ehl, Daniel Fischbuch und weitere Nationalspieler am Montagmorgen am Düsseldorfer Flughafen eintrafen, wurden sie von zahlreichen Fans empfangen und gefeiert.

Da konnte Ehl, die Medaille um seinen Hals, dann auch wieder lachen. Am Sonntagabend in Finnland war das noch anders, da stapfte er nach dem Spiel mit gesenktem Kopf durch die Interviewzone der Arena von Tampere. Auch Daniel Fischbuch, der zweite DEG-Spieler im Kader der deutschen Mannschaft, brauchte erst ein paar Momente, bis die Trauer dem Stolz wich. Denn sie waren nah dran am größten Erfolg in der Geschichte des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB). Zweimal hatten die Deutschen im Finale geführt, bis ins letzte Drittel stand es 2:2, erst in der letzten Viertelstunde setzten sich die cleveren Kanadier durch.

„Wir sind im ersten Drittel sehr gut ins Spiel gekommen und haben es denen richtig schwer gemacht. Aber dann haben wir die leider zurückkommen lassen und nicht mehr ganz unser Ding gemacht, am Ende waren wir zu offen, das haben die genutzt“, sagte Fischbuch und zollte den Kanadiern Respekt: „Die haben das sehr clever runtergespielt, wie wir gegen die Schweizer.“

Eishockey-WM: Die umjubelte Ankunft des DEB-Teams in Deutschland​
14 Bilder

Die umjubelte Ankunft des DEB-Teams in Deutschland

14 Bilder
Foto: dpa/Sven Hoppe

Eben jenes Viertelfinale war der erste emotionale Höhepunkt bei dieser WM aus deutscher Sicht. Gegen den Erzrivalen zeigte das DEB-Team ein nahezu perfektes Spiel. Auch Fischbuch und Ehl, die Zweikämpfe gewannen und sich in Schüsse warfen. Das hatte Ehl schon das ganze Turnier gezeigt, gehörte zur überragenden Reihe mit NHL-Spieler Nico Sturm und dem Augsburger Samuel Soramies. Eine Reihe, die eigentlich eher dafür gedacht war, die gegnerischen Topstürmer kaltzustellen, aber sie schoss einfach selbst Tor um Tor. Auch Ehl traf zweimal und bereitete zwei weitere Treffer vor.

Für Fischbuch lief es schwieriger. Nach zwei durchwachsenen Spielen saß er zunächst draußen. Vier Spiele lang schaute er von der Tribüne zu. „Das war bitter“, gab es er am Sonntag zu, „aber ich habe mich fit und bereit gehalten und dann die Chance genutzt.“ Diese Chance kam im letzten Gruppenspiel gegen Frankreich, weil der Berliner Manuel Wiederer verletzt ausfiel. Also rückte Fischbuch wieder ins Team und überzeugte fortan. Gleich gegen Frankreich erzielte er ein Tor, danach war er aus der dritten Reihe mit Maximilian Kastner (München) und Marcel Noebels (Berlin) nicht mehr wegzudenken. Und das eben nicht nur als eleganter Schlittschuhläufer und Offensivspieler, wie man ihn in Düsseldorf kennt, er kämpfte und ackerte, war sich auch nicht für die „Drecksarbeit“ zu schade.

Auch Fischbuch kann am Ende auf zwei Tore und zwei Vorlagen schauen. Sein persönlicher Höhepunkt kam am Sonntag im Finale, als er das deutsche Team in der 34. Minute mit 2:1 in Führung brachte. Und wäre es so geblieben, Daniel Fischbuch hätte das größte Tor der deutschen Eishockey-Geschichte geschossen. Doch die Kanadier schlugen zurück und drehten das Spiel noch. Mit etwas Abstand nach dem Spiel war ein Treffer im WM-Finale für Fischbuch dennoch „etwas Besonderes, aber es wäre natürlich schöner gewesen, mit einem Tor an einem Sieg beteiligt zu sein“. Insgesamt war er aber zufrieden mit diesem Ausflug nach Finnland und Lettland: „Wir haben es nach sehr, sehr langer langer Zeit ins Finale geschafft. Auch wenn es in Anführungszeichen nur Silber ist, können wir alle stolz sein.“