DEG schlägt Meister München

Eishockey: DEG schlägt Meister München

Die Düsseldorfer EG hat den EHC München verdient 3:1 geschlagen – Spieler des Abends war der bärenstarke Torhüter Mathias Niederberger.

Als die allerletzte Sirene im ISS Dome erklang, holte sich einer seinen besonderen Jubel ab: „Niederberger, Niederberger, hey, hey“ skandierten die Zuschauer im ISS Dome. Und der Gefeierte wusste: Dass die Düsseldorfer EG am Freitagabend den Deutschen Meister schlug, hatten seine Mitspieler dem besten Mann auf dem Eis zu verdanken. Mit reihenweise tollen Paraden brachte Mathias Niederberger den EHC München zur Verzweiflung – und ermöglichte der DEG so einen 3:1 (1:0, 0:0, 2:1)-Erfolg.

Es war angerichtet: Der Tabellenvierte der Deutschen Eishockey Liga spielte gegen den Zweiten. Und auf dem Eis ballte sich eine Menge Eishockey-Erfahrung: Allein schon in Person von Patrick Köppchen: Der DEG-Verteidiger absolvierte am Dienstag in Bremerhaven sein 1000. Spiel in der Deutschen Eishockey Liga und trat damit in einen illustren Klub ein. Vor ihm erreichten nur Mirko Lüdemann, Niki Mondt und Daniel Kreutzer diesen Meilenstein. Das Trio war anwesend, um Köppchen mit dem von ihm getragenen Trikot aus dem Jubiläumsspiel zu ehren.

Stichwort Trikot: Die DEG spielte erstmals in dieser Saison im türkisen Ausweich-Dress, das an die glorreichen Zeiten des Vereins mit insgesamt fünf Meisterschaften in den 90er Jahren erinnern soll. Tatsächlich wehte ein Hauch von Titelkampf durch den mit 7845 Zuschauern gut gefüllten ISS Dome. Die Düsseldorfer Fans skandierten „Wir holen die Deutsche Meisterschaft – und der KEC wird Letzter.“

Und beide Teams lieferten sich einen fast meisterlichen Schlagabtausch. Meister München bot die einen Hauch reifere Spielanlage mit einem fast perfekten Passspiel, die DEG stellte dem eine extrem kompakte, körperbetonte Spielweise entgegen. Mit Erfolg: Kurz nachdem Mark Voakes für München nach einem wie an der Schnur aufgezogenen Überzahlspiel nur die Latte traf, machte es die DEG auf der anderen Seite mit mehr Präzision. Nach einer schönen Kombination über Marco Nowak und Ken Andre Olimb hämmerte John Henrion  die Scheibe zur Führung ins Netz.

Für München war dieser Treffer ein Weckruf. Der Meister schnürte die Düsseldorfer zu Beginn des Mitteldrittels mitunter im eigenen Drittel ein, vergab eine Reihe guter Chancen durch Frank Mauer (per Rückhand) oder Justin Shugg (per Penalty). Doch da war ja noch Niederberger. Der 26-jährige Torhüter lieferte seine beste Saisonleistung ab und entschärfte Schuss um Schuss der Gäste. Auch vom zwischenzeitlichen Anschlusstreffer der Münchener zum 2:1 durch Konrad Abeltshauser ließ er sich kaum aus de Ruhe bringen – kurz zuvor hatte Olimb für die DEG per präzisen Schuss in den Winkel noch auf 2:0 erhöht.

In der Schlussphase verkam die Partie zur Abwehrschlacht. München fuhr Angriff um Angriff, die DEG wusste sich nur noch durch unerlaubte Weitschüsse zu helfen. Doch bei einem der nun seltenen Konter machten die Düsseldorfer den Sack zu: Calle Ridderwall traf nach einem Querpass von Jerome Flaake zum 3:1 – und bereitete so den Weg zu Niederbergers Jubel-Party.

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