DEG schlägt auch den Angstgegner Ingolstadt

Deutsche Eishockey Liga: DEG schlägt auch den Angstgegner Ingolstadt

Die Düsseldorfer EG hat den ERC Ingolstadt geschlagen und damit einen großen Schritt in Sachen Heimrecht in den Play-offs gemacht. Womöglich gib es in der Endrunde ein Wiedersehen.

Angstgegner? Das war einmal – die DEG kann nun endgültig jedes Team in der Deutschen Eishockey Liga schlagen. Gegen den ERC Ingolstadt, gegen den das Team von Trainer Harold Kreis im bisherigen Saisonverlauf alle drei Spiele verlor, gewannen die Düsseldorfer 3:2 (1:1, 0:0, 1:1) nach Penaltyschießen und vergrößern den Abstand bis Rang vier auf vier Punkte. 38,5 Sekunden fehlten der DEG sogar nur zum „Dreier“ – 2:1 führten die Hausherren im Schlussdrittel, die Gäste setzten alles auf eine Karte, nahmen Torhüter Jochen Reimer heraus – und kamen tatsächlich noch zum Ausgleich. Im Penaltyschießen war es Top-Scorer Philipp Gogulla, der sein Team mit einem satten Schuss zum Sieg führte. „Natürlich ärgern wir uns über den Punktverlust“, betont Trainer Harold Kreis, „aber immerhin ging nach dem Ausgleich nicht die Luft aus dem Ballon heraus, wir haben weitergekämpft.“

Mit dem Sieg setzten sich die Hausherren auf Rang drei fest; während Ingolstadt Platz sechs belegt. Würde es so bleiben, träfen beide Teams im Viertelfinale der Play-offs aufeinander. „Das Spiel hatte wirklich schon Play-off-Charakter“, sagte DEG-Stürmer Stefan Reiter. Nicht immer schön, dafür extrem intensiv – und mit einer hohen Fehlerquote.

So war nicht weiter verwunderlich, dass die ersten Treffer der Partie auf Einzelleistungen und Glück basierten: Stefan Reiter aus der vierten DEG-Reihe fasste sich kurz hinter der blauen Linie ein Herz, zog ab und der Puck prallte erst an den rechten, dann an den linken Pfosten und dann ins Tor (4.). So präzise, dass sich die Schiedsrichter vorsichtshalber noch einmal den Treffer im Videobeweis ansehen wollten. Reiter hatte keinen Zweifel, schrie seine Freude heraus. „Das Tor tat so gut, wir haben uns endlich belohnt“, sagte er.

Doch die Freude währte nur kurz. 67 Sekunden später fiel bereits der Ausgleich. Und das kurios. Wieder einmal, wie schon am Freitag beim 5:4-Sieg gegen Bremerhaven, schliefen die Düsseldorfer in der Abwehr. Joachim Ramosers Schuss rutschte Torhüter Mathias Niederberger in Zeitlupentempo unter dem Arm hindurch, außer Brandon Mashinter, der die Scheibe über die Linie drückte, reagierte jedoch keiner.

Stichwort Bremerhaven – mit dem Spektakel, das die Düsseldorfer gegen die Penguins veranstalteten und einen 0:3-Rückstand noch zum Sieg drehten, hatte das intensive, taktische Spiel gegen Ingolstadt wenig gemein. Eine Parallele gab es dennoch: Die DEG steigerte sich im Mitteldrittel erneut gehörig. Ein harter, sauberer Check des wiedergenesenen Bernhard Ebner diente als Weckruf für die Kollegen, die fortan kaum Fehler machten, das Gros der Zweikämpfe gewannen und nur wenig Chancen zuließen. Die Abwehr, in der Ryan McKiernan zurückgekehrt war, dafür aber Patrick Köppchen fehlte, leistete ganze Arbeit.

Auf die eigenen Möglichkeiten mussten die Düsseldorfer indes eine Weile warten. Zunächst traf Ebner nur den linken Außenpfosten, dann verzog Braden Pimm eine Direktabnahme in Überzahl. Es passte zum Spiel, dass der erneute Führungstreffer der DEG aus harter Arbeit resultierte. Im Gewühl vor dem Ingolstädter Tor war es letztlich Philipp Gogulla, der den Puck in den Kasten stocherte. Die DEG blieb konzentriert, verteidigte die Führung – bis 38,5 Sekunden vor dem Ende. Danach jedoch konnte Gogulla mit seinem zweiten Treffer im Penaltyschießen den Angstgegner-Fluch besiegen.

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