DEG: Play-offs gegen Augsburg - klappt's wie 2015 gegen Hamburg?

Play-off-Serie gegen Augsburg : Macht’s die DEG noch einmal wie 2015?

Die Düsseldorfer EG steht gegen Augsburg mit dem Rücken zur Wand. Vor vier Jahren war das ähnlich.

Manuel Strodel hat schon über 300 Spiele in der Deutschen Eishockey Liga bestritten. Doch an eine Partie – und einen Treffer – erinnert sich der Stürmer der Düsseldorfer EG noch besonders gut. „Wir haben in Unterzahl gespielt. Dann gab’s den Konter. Daniel Kreutzer hat mir den Pass gegeben, ich hab mich über Außen durchgesetzt und ihn reingemacht.“ Es war der 24. März 2015, ein Viertelfinalspiel in den Play-offs der Deutschen Eishockey Liga. Und nicht irgendeins: Damals schoss Strodel das 1:0 in Spiel sieben bei den Hamburg Freezers. Die Düsseldorfer gewannen am Ende 2:1 – und zogen; trotz eines zwischenzeitlichen 2:3-Serienrückstandes, ins Halbfinale ein.

Nun, anno 2019, steht Strodel mit seinen Kollegen vor einer fast identischen Herkulesaufgabe. Denn im Viertelfinale gegen die Augsburger Panther stehen die Düsseldorfer ebenfalls bei einem 2:3-Serienstand mit dem Rücken zur Wand. Nun zählen ab Freitagabend (19.30 Uhr) nur noch Siege – bei einer Pleite wäre die Saison der Mannschaft von Trainer Harold Kreis vorbei. „Darüber denken wir gar nicht nach“, sagt Strodel. „Eigentlich ist es genau so wie 2015 vor dem sechsten Spiel. Die Stimmung in der Mannschaft ist gut und konzentriert. Jeder ist unglaublich hungrig. Dieses Gefühl hatten wir damals gegen Hamburg auch schon.“ Im März 2015 gelang im sechsten Spiel, Bernhard Ebner und Ken Andre Olimb waren ebenfalls dabei, ein hart umkämpfter 4:3-Erfolg. „Der Wille war ausschlaggebend. Wir wollten unbedingt diesen Sieg“, sagt Strodel.

Nach der bitteren 3:4-Niederlage am vergangenen Sonntag war allen Spielern klar: „Das haben wir nach der 3:1-Führung total verschenkt“, betont Strodel. „Das hätten wir niemals verlieren dürfen. Aber wir haben uns sofort gesagt, dass wir nach vorne schauen müssen und dann halt die nächsten beiden Spiele gewinnen. Jetzt zählen nur noch Siege.“

Damit die DEG klüger spielt als noch in Augsburg, hat Trainer Kreis mit der Mannschaft vor allem das letzte Drittel, in dem sich die Düsseldorfer arg hinten rein drängen ließen, angeschaut. „Wir haben aufgezeigt, wie sehr die Entscheidungen der Spieler davon abgewichen sind, was besprochen war“, sagt Kreis. „Die Serie ist von Kleinigkeiten geprägt, und diese müssen wir richtig machen.“ Nach dem Spiel in Augsburg fand das Trainerteam die Kabinentür verschlossen vor – und ließ die Spieler erstmal alleine. „Manchmal ist es ja gut, wenn sie untereinander erstmal reden.“

Kreis wird Freitag sein Team umstellen müssen. Da Ersatztorhüter Hendrik Hane sich verletzte, muss Fredrik Pettersson Wentzel wieder auf die Bank. Dafür muss ein Ausländer in Abwehr oder Sturm weichen. Ein Einsatz Wentzels kommt, trotz der eher durchschnittlichen Play-off-Leistung von Mathias Niederberger, für Kreis nicht in Frage: „Das ist auch eine Sache der Spielpraxis“, sagt er. „Freddys letztes Spiel ist einfach zu lange her. Mathias’ Leistungen geben aber auch keinen Anlass zum Handeln.“

Auch Strodel hat keine Zweifel an seinen Teamkollegen. „Ich glaube an jeden einzelnen aus der Mannschaft“, sagt er. „Wenn wir das aufs Eis bringen, was wir können, glaube ich zu 100 Prozent, dass wir die Serie noch gewinnen.“

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