DEG punktet in Berlin Keeper Haukeland nerven die engen Niederlagen

Berlin/Düsseldorf · Die Düsseldorfer EG zeigt sich nach der Niederlage am Freitag verbessert, verliert beim Meister Berlin erst nach Penaltyschießen 2:3 und holt zumindest einen Punkt. Doch ihr Torwart findet danach deutliche Worte.

Berlins Matthew White (l.) verwandelt den entscheidenden Penalty gegen Henrik Haukeland.

Berlins Matthew White (l.) verwandelt den entscheidenden Penalty gegen Henrik Haukeland.

Foto: RP/Birgit Haefner

So spektakulär Henrik Haukeland auf dem Eis Gegentore verhindert, so zurückhaltend ist er normalerweise am Mikrofon, meist beschränkt er sich da auf die üblichen Sportphrasen. Da sollte es der Düsseldorfer EG zu denken geben, wenn ihr norwegischer Nationaltorhüter den verbalen Zeigefinger hebt. So geschehen am Sonntag bei „Magentasport“: „Wir müssen anfangen, diese engen Spiele zu gewinnen. Für mich fühlt es sich so an, als würden wir alle engen Spiele verlieren“, kommentierte Haukeland das 2:3 nach Penaltyschießen bei den Eisbären Berlin und gab eine düstere Prognose ab: „Wenn wir diese Spiele weiter verlieren, wird uns das am Ende der Saison killen.“

So ganz treffend waren Haukelands Erinnerung indes nicht. Die DEG hat in dieser Saison schon mehrfach enge Spiele gewonnen, aber ganz falsch lag ihr Torwart nun auch nicht: In Berlin gab es die siebte Niederlage in einem Spiel, in dem es im letzten Drittel Unentschieden stand. Folglich rutschte die DEG nach 22 Spielen ins untere Mittelfeld der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) ab. Und da die Spiele im Laufe der Saison immer enger werden, ist das kein gutes Zeichen.

Zumindest nahmen die Düsseldorfer aus Berlin einen Punkt mit. Das war schon besser als am Freitag, als die DEG nach einer indiskutablen Vorstellung 0:2 gegen den Vorletzten aus Augsburg verlor. Im Vergleich dazu müsse sich nun „alles ändern“, sagte Tobias Eder vor dem Spiel am Sonntag. Das fand zwar beim Titelverteidiger statt, aber weil der in der Krise ist, sah Eder die Chancen dafür gar nicht gering: „Ihr Selbstvertrauen ist nicht das Beste, wenn wir sie unter Druck setzen, machen sie Fehler.“

Davon war zu Beginn aber nichts zu sehen. Selbst bei einer doppelten Überzahl gab es kaum Großchancen, weil die DEG sich das Leben wie am Freitag durch ungenaue Pässe und eine merkwürdige Ideenlosigkeit selbst schwer machte. Bei Fünf-gegen-Fünf sah es noch schlechter aus, da ließ sie die Berliner nahezu unbehelligt durchs Mitteleis kommen und räumte auch vor dem Tor nicht auf. Wenig überraschend brachte Zach Boychuk die Eisbären in der siebten Minute per Nachschuss in Führung. Danach gab es weitere Berliner Chancen. Was doch sehr an den ersten DEG-Auftritt in Berlin in dieser Saison erinnerte. Auch Anfang Oktober kriselten die Eisbären, auch da fuhr die DEG mit Ambitionen an die Spree, auch da ließ sie den Berlinern vor dem eigenen Tor zu viel Platz und baute einen am Boden liegenden Gegner so auf. Am Ende verlor sie mit 2:5.

Am Sonntag aber war es deutlich enger. Weil die DEG ab dem zweiten Abschnitt „mehr unser Spiel gespielt“ hatte, wie Nicolas Geitner hinterher sagte. Kompakter vor dem eigenen Tor, zielstrebiger vor dem gegnerischen. Zwar musste der gewohnt starke Henrik Haukeland (26 Paraden) eins ums andere Mal eingreifen und hatte bei mehreren Pfostentreffern Glück, auch Joonas Järvinen rettete bei einem Zwei-auf-Eins-Konter der Berliner einmal hervorragend. Aber nun gab es auch vor dem Eisbären-Tor gefährliche Szenen. Gleich in der 23. Minute fiel der Ausgleich – ein besonderes Tor: das erste der Karriere für den 18-jährigen Edmund Junemann. „Geiles Gefühl“, sagte der Mann aus der eigenen Jugend hinterher.

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Foto: dpa/Uwe Anspach

In der Folge verdiente sich die DEG dann das 1:1, das trotz zahlreicher Überzahlspiele auf beiden Seiten bis fünf Minuten vor dem Ende Bestand hatte. Bis Peter Regin einen Schuss zum 2:1 abfälschte, was Haukeland fürchterlich aufregte, weil der Berliner dabei in seinem Torraum stand. Haukeland fühlte sich behindert, die Schiedsrichter sahen sich das Video an, blieben aber bei ihrer Entscheidung. „Ein sehr fragliches Tor“, befand DEG-Trainer Roger Hansson, der sich aber umso mehr freute, dass seine Mannen danach nicht aufgaben und eine halbe Minute vor Schluss durch Philip Gogulla ausglichen. Gogulla war es auch, der nach einer ereignislosen Verlängerung im Penaltyschießen traf, aber die Berliner schlugen gleich zweimal zu und nahmen so den Extrapunkt mit. Schon wieder hatte die DEG ein enges Spiel verloren.

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