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Düsseldorfer EG: DEG-Fans gehen auf Trainer Brittig los

Düsseldorfer EG : DEG-Fans gehen auf Trainer Brittig los

Nach der 4:8-Niederlage in Schwenningen warten die Anhänger vor der Kabine. Der Coach stellt sich der Herausforderung. Im Gespräch weicht die explosive Stimmung.

Die Situation droht zu eskalieren. DEG-Fans postieren sich nach der 4:8-Niederlage in Schwenningen vor dem Bus und warten darauf, dass Trainer Christian Brittig aus der Kabine kommt. Er hatte auf die "Brittig raus"-Rufe nach dem 0:3 in der siebten Minute mit einer Handbewegung reagiert, die nach draußen deutete. Tatsächlich ist er bereit, mit den Fans zu sprechen. Er ahnt nicht, welch eine Brisanz die Situation birgt.

Brittigs Vertrag läuft noch bis 2015, doch der Verein hat ihm mitgeteilt, dass er nach der Saison auf seine Dienste verzichten wird. Als der 47-Jährige aus der Kabine kommt, geht es turbulent und laut zu, als ihn die Fans zur Rede stellen. Der Coach stellt sich. "Ich habe keine Angst", sagt der Anhänger bedrohlich laut, der sich vor ihm aufbaut. "Was ist da los?", fragt Ashton Rome seinen Mitspieler Manuel Strodel sorgenvoll. "Sie diskutieren", antwortet er nur und verheimlicht, dass auch der Kapitän sein Fett wegbekommt. "Hau ab nach Krefeld", ruft ein Fan dem dreifachen Torschützen zu, der längst beteuert hat, dass es keinen Kontakt zum Nachbarn gibt. Christian Brittig behält die Nerven und verwickelt die Fans in ein Gespräch. "Warum seid ihr so aggressiv?", fragt er. "Ihr sagt, ich soll weg und der Verein hat doch schon reagiert." Die explosive Stimmung weicht, die Situation wird von Minute zu Minute entspannter.

Brittig spricht über die Niederlage. "Wir haben in der spielfreien Zeit viel die Offensive trainiert", berichtet er. "Und wir haben das heute gut gemacht. Wir konnten uns sogar 30, 40 Sekunden im gegnerischen Drittel festsetzen. Das schaffen wir nicht oft. Es war eine unserer besten Offensivleistungen in dieser Saison. Aber die Defensive gehört auch zum Spiel. Und da haben wir die paar Meter nicht gemacht. Da waren wir heute nicht bereit, die Drecksarbeit zu machen, und dann bekommt man halt die Gegentore." Die Fans werden ruhiger, es gibt sogar Zustimmung.

Brittig nutzt die Situation, um noch einmal seine Position zu erläutern. "Wie war das denn vor zwei Jahren?", fragt er. "Es war keine Kohle da und es hieß, bist du bereit, mit jungen Spielern und zweitklassigen Ausländern zu arbeiten? Erst hat mich Lance Nethery gefragt, dann Walter Köberle. Keiner wollte den Job. Ich habe es gemacht und mit den jungen Spielern gearbeitet."

Da regt sich kein Widerspruch, weil die Fans wissen, dass es so war. "Es ist doch gut, dass wir mal miteinander gesprochen haben, auch wenn man nicht immer einer Meinung ist", sagt der Fan, dessen Blutdruck inzwischen wieder im grünen Bereich ist. Brittigs Spießrutenlauf ist für diesen Abend beendet. Drei Spiele muss die DEG noch absolvieren. Doch damit ist der Kampf für ihn nicht beendet. "Ich habe für die kommende Saison noch einen Vertrag", sagt er.

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