Angstgegner Spencer Machacek spielt künftig für die Düsseldorfer EG

Düsseldorfer EG: Angstgegner Machacek spielt künftig für die DEG

Nachdem die Verteidigung komplett ist, bastelt Trainer Mike Pellegrims nun an einem schlagkräftigen Angriff. Jetzt wurde der erste neue Stürmer verpflichtet: der Kanadier Spencer Machacek von den Eisbären Berlin.

Als sich am 18. September Spencer Machacek und Tim Conboy eine wüste Schlägerei auf dem Eis lieferten, ahnte niemand, dass das für die DEG Auswirkungen auf die komplette Saison haben sollte. Damals zog der 1,88 Meter große und 100 Kilo schwere Verteidiger Conboy erstmals bei einer handfesten Auseinandersetzung den Kürzeren. Nach einer krachenden Linken seines kanadischen Landsmanns Machacek von den Eisbären Berlin ging der Düsseldorfer k.o. und schleppte sich mit einem blauen Auge auf die Strafbank.

Weitaus schlimmer war jedoch, dass er bei der Boxeinlage eine schwere Knieverletzung erlitt. Zehn Wochen lang fiel Conboy aus. Auch das wäre für die DEG noch zu verkraften gewesen. Doch der Abwehrhüne, der in all den Jahren von seiner körperlichen Präsenz gelebt hatte, war anschließend nicht mehr der Alte. Der Niederschlag hinterließ auch psychisch Spuren. Seine körperliche Präsenz und sein Selbstbewusstsein waren deutlich geschwächt. So konnte er nicht mehr an die zuvor gezeigten Leistungen anknüpfen.

Es entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, dass die DEG jetzt ausgerechnet Spencer Machacek verpflichtet hat - weniger wegen seiner Schlagkraft, allerdings in der Hoffnung auf die Durchschlagskraft des Stürmers. Der 28 Jahre alte Kanadier kam vor drei Jahren nach Deutschland. Nach einem Jahr bei den Augsburger Panthern, wo er acht Tore schoss und 27 vorbereitete, wechselte er nach Berlin. An der Spree brachte es der Außenstürmer, der 25 Mal in der NHL zum Einsatz kam, in 116 Spielen auf 15 Tore und 34 Vorlagen.

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Mit diesen Punktzahlen steht er natürlich nicht an der Spitze der Torjäger- oder Scorerliste. Aber diese Statistiken sind für Trainer Mike Pellegrims nicht entscheidend bei einer Verpflichtung. "Spencer bringt sehr viel Energie ins Team und stellt sich stets in den Dienst der Mannschaft", sagt der Coach. "Damit passt er hervorragend in unser Konzept."

Auch der sportliche Leiter Niki Mondt ist von Machacek überzeugt: "Er ist ein hart arbeitender Außenstürmer, der sowohl offensiv als auch defensiv Akzente setzen kann. Er ist ein absoluter Teamplayer und scheut keinen Zweikampf." Letzteres kann auch Tim Conboy bestätigen. Ob aus den Kontrahenten vom September jetzt Freunde werden? Sicher nicht ausgeschlossen, denn kaum hat der Toughguy Conboy, wie die harten Kerle im Eishockey genannt werden, das Trikot ausgezogen, verwandelt er sich in einen respektvollen, entspannten Gentleman.

(ths)