DEG Metro Stars: Agenten bestimmen über ihre Spieler

DEG Metro Stars: Agenten bestimmen über ihre Spieler

Er konnte einem fast ein bisschen leid tun. Ben Gordon, Stürmer der DEG Metro Stars, stand nach dem Spiel bei den Hannover Scorpions im Bauch der Arena auf dem ehemaligen Expo-Gelände und erklärte: "Ich würde gerne bei der DEG bleiben. Ich weiß, Walter hat gesagt, dass die Tür zu ist, aber ich hoffe, es gibt noch eine Möglichkeit, zu bleiben."

Mit Walter ist Walter Köberle gemeint, seit Ende Januar Manager beim Klub der Deutschen Eishockey Liga. Köberle ist ein Eishockey-Urgestein, war seit 2005 Teamleiter bei der DEG. Er kennt Düsseldorf, die Liga, das Geschäft. Bisher war er aber der liebe Walter, immer ein kesser Spruch auf den Lippen, Ansprechpartner für die Spieler, wenn sie Probleme hatten. Nun muss er knallhart verhandeln. Er muss bei einem Verein mit sehr wenig Geld einen halbwegs konkurrenzfähigen Kader zusammenstellen.

Gordon sollte ein wichtiger Baustein dieses Teams werden. Gordon wollte und will bleiben - sein Berater wollte und will zocken. Köberle besserte sein erstes Angebot nach, stellte ein Ultimatum, das ließ Gordons Agent Mitte vergangener Woche verstreichen. Damit ist die Sache für Köberle erledigt. "Die Tür bleibt zu - basta", sagt er. Schluss mit dem netten Walter. Herr Köberle tut exakt das, was er nun tun muss. Er macht sich einen Namen in der Szene. Ein Umfaller will er sicher nicht sein. Gordon ist damit Opfer seines Agenten geworden. Er verdient vielleicht in der kommenden Saison ein paar wenige Euro mehr, muss aber die liebgewonnene Stadt und seinen besten Freund im Team, Bobby Goepfert, verlassen.

Die Agenten bestimmen das Geschehen, teilweise ohne einmal persönlich zu Verhandlungen zu erscheinen. Angreifer Tyler Beechey sagte am vergangenen Freitag: "Ich weiß nicht, ob ich Angebote von anderen Klubs habe." Das sei schließlich Sache seines Beraters. Es scheint so, als hätten die Spieler nur begrenzten Einfluss auf ihren persönlichen Werdegang - Vertrauen zum Agenten wird größer geschrieben als die eigene Wahrnehmung.

Auch Beechey bekundet Interesse zu bleiben. "Wir werden uns unterhalten. Auch da wird es eine Frage der Finanzen", sagt Köberle. Ende offen.

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