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DEB-Boss Reindl bekommt nicht mal den Trostpreis im Weltverband

Tardif neuer IIHF-Präsident : DEB-Boss Reindl bekommt nicht mal den Trostpreis im Weltverband

Franz Reindl ist bei der Wahl zum Präsidenten des Eishockey-Weltverbandes IIHF gescheitert. Nachfolger des "ewigen" Rene Fasel ist der Franzose Luc Tardif.

Franz Reindl blieb nach stundenlangen Wahlen nicht einmal der Trostpreis. Die Abstimmung um das Präsidentenamt im Eishockey-Weltverband IIHF, sein selbst ausgerufenes "big game", hatte er im entscheidenden Durchgang verloren - und auch für den Vize-Posten reichte es nicht. Den Kongress in St. Petersburg verlässt der Vollzeitfunktionär aus Garmisch-Partenkirchen ohne die erhoffte Krönung seiner zweiten Karriere, präsentierte sich den Delegierten aber als fairer Verlierer.

Nach der Niederlage im Rennen um die Nachfolge des "ewigen" Präsidenten Rene Fasel (Schweiz), der sein Amt nach 27 Jahren an der Spitze des Weltverbandes abgibt, gratulierte Reindl (66) dem Franzosen Luc Tardif zum "großen Erfolg in diesen Play-offs". Nur 39 Mitglieder hatten ihn mit seinem Programm "Hockey First" unterstützt, 67 Stimmen bekam Tardif, langjähriger Schatzmeister der IIHF. Obwohl Reindl als Favorit galt.

Der ehemalige Nationalspieler und Bronzemedaillengewinner der Winterspiele 1976 bleibt damit zunächst Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), auch wenn auf ihn in der Heimat ungemütliche Tage warten könnten. Wie das Magazin Der Spiegel berichtet, setzt sich die Ethikkommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit Reindls Ämterfülle auseinander.

Unter anderem steht die Frage in Raum, wie Reindls Rollen als Geschäftsführer einer DEB-Tochtergesellschaft mit üppigem Gehalt und das präsidiale Ehrenamt zu vereinbaren sind. Der Widerstand einiger Landesverbände im DEB ist deutlich zu vernehmen, von einem Interessenskonflikt ist die Rede, den Reindl jedoch stets verneint. 2022 stehen die nächsten Wahlen im Deutschen Eishockey-Bund an, Reindl will dann nicht mehr antreten. Seit 2014 ist er DEB-Präsident.

Zuletzt war er mit dem internationalen Wahlkampf beschäftigt - mit prominenten Unterstützern. So sprachen sich NHL-Ausnahmespieler Leon Draisaitl oder auch der frühere Alpin-Star Felix Neureuther für Reindl aus. Doch Tardif, in Kanada geborener Ex-Profi, sammelte die meisten Stimmen, deutlich mehr auch als die in den ersten Wahlgängen aussortieren Petr Briza (Tschechien), Henrik Bach Nielsen (Dänemark) und Sergej Gontscharow (Belarus). Bach Nielsen schnappte Reindl dann auch noch das Amt des Vize-Präsidenten Europa und Afrika weg. Erst im letzten Durchgang sicherte sich Reindl zumindest den Verbleib im IIHF-Council, dem erweiterten Vorstand des Weltverbandes.

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Tardif (68) nutzte die Bühne in St. Petersburg nach einem Dank an Reindl für salbungsvolle Worte: "Alleine sind wir schneller", sagte er, "aber gemeinsam kommen wir weiter." Reindl wird wie bisher im Council an der Entwicklung des Welteishockeys mitarbeiten. Einziger deutscher IIHF-Präsident bleibt aber Günther Sabetzki, der diese Funktion von 1975 bis 1994 ausgefüllt hatte.

(dör/SID)