Leichtathletik-DM: Tim Goebel gewinnt 60-m-Sprint: Ein neuer Sprint-Stern und die alten Größen

Leichtathletik-DM: Tim Goebel gewinnt 60-m-Sprint: Ein neuer Sprint-Stern und die alten Größen

Sindelfingen (sid). Der aufgehende Sprint-Stern Tim Goebel und große Namen der Vergangenheit sorgten für bei den 47. Deutschen Leichtathletik-Hallenmeisterschaften für sportliche Glanzlichter. Mit seinem 60-m-Triumph im mit 4.000 Zuschauern ausverkauften Sindelfinger Glaspalast kündigte der erst 17 Jahre alte Kölner Goebel ein mögliches Ende der deutschen Sprintermisere an.

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p class="text">Der 1,99 m lange Gymnasiast hat ebenso wie Heike Henkel und Heike Drechsler, die im fortgeschrittenen Alter von 35 Jahren an den historischen Doppel-Triumph bei Olympia 1992 erinnerten, die Spiele in Sydney im Visier: "Dafür trainiere ich, dafür lebe ich", sagte Goebel nach seinem Sieg in 6,60 Sekunden vor dem Wattenscheider Ex-Halleneuropameister Marc Blume (6,61). Mit ihren Saisonbestmarken empfahlen sich Heike Henkel (Hoch 1,91 m) und Heike Drechsler (Weit 6,72 m) für die Hallen-EM.

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p class="text">Zwei Wochen vor den Titelkämpfen im belgischen Gent, für die der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) am Montag voraussichtlich knapp 60 Athleten inclusvie einem halben Dutzend Siegkandidaten bekannt gibt, wurde mit Jahresbestleistungen in rund der Hälfte aller Disziplinen der erhoffte Leistungsschub registriert.

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p class="text">Vor allem auf bewährte Namen war Verlass. Weltmeister Charles Friedek fühlt sich nach seinem fünften Dreisprung-Hallentitel in Folge und der Steigerung auf 16,97 m wieder reif für die nächste Großtat. 400-m-Vizeweltmeisterin Anja Rücker (Jena) zeigte in Abwesenheit der Magdeburger Hallen-Weltmeisterin Grit Breuer (Saisonabbruch) nach überstandener Grippe mit persönlichem Hallenrekord von 51,99 Sekunden aufsteigende Tendenz.

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p class="text">Nils Schumann (Großengottern) gewann zwei Wochen vor der Titelverteidigung in Gent das 800-m-Duell mit Nico Motchebon (Fürth/München) in 1:49,62 Minuten. In der neuerlichen WM-Revanche für Sevilla setzte sich "Vize" Nadine Kleinert-Schmitt (Magdeburg) im letzten Versuch mit 19,10 m gegenüber Kugel-Olympiasiegerin Astrid Kumbernuss mit 18,88 m durch. Disziplinkollege Oliver-Sven Buder (Wattenscheid/20,15 m) konzentriert sich ganz auf die Titelverteidigung: "Ich war noch müde vom harten Training."

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p class="text">Ausgerechnet in der deutschen Paradedisziplin Stabhochsprung steht nach dem Krach um die Nichtberücksichtigung von Tim Lobinger für die letztjährige Hallen-WM neuerliche Nominierungs-Diskussionen an. Nach seinem "salto nullo" von Sindelfingen droht diesmal dem Leverkusener Michael Stolle das Aus, die Hallen-EM würde in zwei Wochen ohne den europäischen Jahresbesten (5,81 m) stattfinden. Denn nach einer team-internen Regelung ist Stolle nur vierter Mann hinter Meister Lobinger (Köln), Studentenweltmeister Richard Spiegelburg (Leverkusen) und dem Newcomer Björn Otto (Dormagen). Dieses Trio wolle er auch zur Nominierung vorschlagen, erklärte Teamleiter Herbert Czingon.

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p class="text">In Sindelfingen wurde auch weiter leidenschaftlich über die Doping-Problematik diskutiert. Während der von einer außerordentlichen Weltverbands-Tagung aus Monte Carlo eingeflogene DLV-Präsident Prof. Helmut Digel die sofortige Suspendierung der dopingverdächtigen Merlene Ottey (Jamaika), Javier Sotomayor (Kuba) und der Briten um Olympiasieger Linford Christie als wegweisend für die Dopingbekämpfung bezeichnete, wurden am Rande der Titelkämpfe weitere Athleten von der Kripo Tübingen zur Zahnpasta-Affäre im Fall Dieter Baumann befragt. Der unter Dopingverdacht stehende 5.000-m-Olympiasieger von 1992 wird am Montag vom DLV-Rechtsausschuss angehört.

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p class="text">Alle deutschen Meister:

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p class="text">Frauen: 60 m: Andrea Philipp (Dortmund) 7,26 Sek. 200 m: Birgit Rockmeier (Dortmund) 23,07 Sek. (JWBL) 400 m: Anja Rücker (Jena) 51,99 Min. (DJBL) 800 m: Ivonne Teichmann (Madeburg) 2:01,36 Min. 1 500 m: Sylvia Kühnemund (Halle/Saale) 4:11,15 Min (DJBL) 3 000 m: Luminita Zaituc (Braunschweig) 9:09,89 Min. 60 m Hürden: Caren Sonn (Mannheim) 8,15 Sek. 3 000 m Gehen: Beate Gummelt (Berlin) 12:05,66 Min. 4 x 200 m: LG Olympia Dortmund 1:35,19 Min. Hochsprung: Heike Henkel (Leverkusen) 1,91 m Weitsprung: Heike Drechsler (Ludwigshafen) 6,72 m Dreisprung: Tanja König (Leverkusen) 13,61 m (DJBL) Stabhochsprung: Yvonne Buschbaum (Stuttgart) 4,40 m (DJBL) Kugelstoßen: Nadine Kleinert-Schmidt (Mageburg) 19,10 m

Männer: 60 m: Tim Goebel (Köln) 6,60 Sek. 200 m: Holger Blume (Wattenscheid) 21,26 Sek. 400 m: Ingo Schultz (Bergedorf) 46,42 Sek. 800 m: Nils Schumann (Kronshagen) 1:49,62 Min. 1 500 m: Dirk Heinze (Großgottern) 3:44,38 Min. 3 000 m: Rüdiger Stenzel (Wattenscheid) 8:01,09 Min. 60 m Hürden: Falk Balzer (Jena) 7,55 Sek. 5 000 m Gehen: Andreas Erm (Berlin) 19:17,19 Min. 4 x 200 m: LG Kornwestheim 1:25,74 Min. 4 x 400 m: TSV Bayer 04 Leverkusen 3:11,12 Min. Hochsprung: Martin Buß (Leverkusen) 2,31 m Weitsprung: Konstintin Krause (Ohra/Hörssel 7,97 m Dreisprung: Charles Friedek (Leverkusen) 16,97 m Stabhochsprung: Tim Lobinger (Köln) 5,70 m Kugelstoßen: Oliver-Sven Buder (Wattenscheid) 20,15 m

(RPO Archiv)
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