Biathlon-Weltcup: Deutsche Herren-Staffel knapp geschlagen: Ein Meter fehlte zum ersten Saisonsieg / Norwegen gewinnt

Biathlon-Weltcup: Deutsche Herren-Staffel knapp geschlagen : Ein Meter fehlte zum ersten Saisonsieg / Norwegen gewinnt

Oberhof (dpa). Olympiasieger Ole Einar Björndalen hat den ersten Saisonsieg für die deutschen Skijäger um eine winzige halbe Sekunde oder 95 cm verhinderte. Beim Biathlon-Fest in Oberhof krönte der Norweger am Sonntag im Staffel-Zielsprint gegen Peter Sendel (Oberhof) seine Gala-Auftritte mit dem dritten Erfolg beim Weltcup- Wochenende am Grenzadler. Die deutschen Männer bestätigten als Zweite im Staffel-Krimi aber eindrucksvoll ihre Zugehörigkeit zur Weltspitze. "Klar hätten wir gern den ersten Sieg eingefahren, damit endlich die Fragerei aufhört, ob wir denn nicht mehr gewinnen können. Doch zeigt unsere Serie mit Plätzen auf dem Treppchen in bisher jedem Weltcup-Rennen, dass unsere Form in Richtung WM stimmt", schätzte Bundestrainer Frank Ullrich ein.

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p class="text">Die Norweger gewannen das Rennen über 4x7,5 km mit der Besetzung Egil Gjelland, Halvard Hanevold, Dag Björndalen und Ole Einar Björndalen in 1:26:36,2 Stunden. Eine halbe Sekunde länger benötigte das DSV-Quartett Frank Luck, Sven Fischer (beide Oberhof), Ricco Groß (Ruhpolding) und Peter Sendel. "Ich werte das Ergebnis nicht als Niederlage. So knapp von Ole Einar bezwungen zu werden, tut zwar weh, aber darüber brauche ich mich nicht zu schämen", bemerkte Sendel. Es sei ihm bereits nach dem letzten Schießen, als der Norweger nur einmal nachladen musste und zehn Sekunden hinter Sendel auf die 2,3 km lange Schlussrunde gestürmt war, klar gewesen, dass Ole schnell wieder zu ihm auflaufen und es vermutlich einen Zielsprint geben würde. "Den kann nun mal nur einer gewinnen", scherzte Sendel, der bereits im Jagdrennen Zweiter hinter Björndalen geworden war und von den 15 000 Zuschauern, die trotz Dauerschneeregens erneut gekommen waren, stürmisch umjubelt wurde.

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p class="text">Fischer hatte mit der schnellsten Zeit aller zweiten Läufer die deutsche Staffel in Front gebracht, die Groß - wie Luck Dritter auf seiner Runde - verteidigte. "Gewinnen können wir aber nur, wenn Ole Einar beim Schießen schwächelt", vermutete da schon der Ruhpoldinger, der beim Stehendschießen drei Mal nachladen musste und deshalb Sendel nur 54 Sekunden Vorsprung mit auf den Schluss-Abschnitt geben konnte. "Es ist fantastisch, wie die Zuschauer mitgehen. Man gibt sich keine Pause. Vielleicht war ich dadurch sogar etwas übermotiviert", sagte der dreimalige Staffel-Olympiasieger als Grund für seine Fehlschüsse.

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p class="text"> Henkel gestürtztAm Samstag hatte der Sturz der deutschen Schlussläuferin Andrea Henkel in der "Wolfsschlucht" die Staffel vorentschieden. Die Lokalmatadorin büßte dabei ihren Vorsprung ein und musste die Russin Swetlana Ichmouratowa vorbeiziehen lassen, ehe sie wieder ihren Laufrhythmus gefunden hatte. Im Ziel hatte das russische Quartett 42,0 Sekunden Vorsprung vor Uschi Disl (Moosham), Katrin Apel (Oberhof), Katja Beer (Altenberg) und Henkel.

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p class="text">"Ich bin in der steilen Abfahrt etwas aus dem Gleichgewicht gekommen und saß plötzlich mit dem Hintern im Schnee. Der erste Gedanke war: Hoffentlich ist dem Gewehr nichts passiert", bemerkte die 22 Jahre alte Stabsunteroffizierin der Bundeswehr- Sportfördergruppe am Grenzadler. "Wir machen Andrea überhaupt keinen Vorwurf. Im Gegenteil: Es war toll, wie sie sich wieder aufgerappelt und den zweiten Platz gerettet hat", sagte die bayrische Startläuferin. Disl hatte von Start weg den "Turbo" gezündet und 21,5 Sekunden vor Russland gewechselt. Katrin Apel, die ebenfalls zwei Mal nachladen musste und wie Disl Schnellste auf ihren 7,5 km war, baute den Vorsprung auf 38,8 Sekunden aus. Katja Beer büßte mit der drittschnellsten Runde etwas ein (19,4 Sekunden).

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p class="text">Ergebnisübersicht

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p class="text">Staffel, Frauen (4 x 7,5 km): 1. Russland (Olga Pylewa, Galina Kuklewa, Swetlana Tschernusowa, Swetlana Ichmuratowa) 1:36:33,4 Stunden (0 Strafrunden); 2. Deutschland (Uschi Disl/Moosham, Katrin Apel/Oberhof, Katja Beer/Altenberg, Andrea Henkel/Oberhof) 42,0 Sekunden zurück (0); 3. Frankreich (Sylvie Becaert, Emmanuelle Claret, Delphyne Heymann- Burlet, Corinne Niogret) 2:12,6 Minuten zurück (0); 4. Slowakei 2:59,1 (0); 5. Ukraine 3:21,6 (2); 6. Japan 5:08,0 (0); 7. Finnland 5:25,3 (0); 8. Tschechische Republik 6:56,9 (0); nur acht Staffeln im Ziel.

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p class="text">Stand in der ORA-Trophy (nach drei Rennen): 1. Olena Zubrilowa (Ukraine) 64 Punkte; 2. Disl 52; 3. Henkel 50; 4. Ichmuratowa 49; 5. Nathalie Santer (Italien) 44; 6. Magdalena Forsberg (Schweden) 43

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p class="text">Männer, Staffel (4 x 7,5 km): 1. Norwegen (Egil Gjelland, Halvard Hanevold, Dag Björndalen, Ole Einar Björndalen) 1:26:36,2 Stunden (0 Strafrunden); 2. Deutschland (Frank Luck, Sven Fischer/beide Oberhof, Ricco Groß/Ruhpolding, Peter Sendel/Oberhof) 0,5 Sekunden zurück (0); 3. Tschechische Republik (Ivan Masarik, Roman Dostal, Marian Malek, Zdenek Vitek) 1:23,7 Minuten (0); 4. Russland 1:31,4 (3); 5. Finnland 1:33,3 (0); 6. Frankreich 2:29,7 (0); 7. Ukraine 2:29,8 (0); 8 Slowenien 4:01,4 (2); 9. Weißrussland 4:03,0 (1); 10. Italien 4:14,7 (0)

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p class="text">Staffel-Weltcup (nach drei Rennen): 1. Norwegen 86 Punkte; 2. Deutschland 74; 3. Russland 69; 4. Tschechische Republik 66; 5. Lettland 56; 6. Finnland 56

ORA-Trophy (nach drei von zehn Rennen): 1. Ole Einar Björndalen 70 Punkte; 2. Luck 50; 3. Groß 49; 4. Raphael Poiree (Frankreich) 46; 5. Vitek 44; 6. Sendel 40

(RPO Archiv)
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