Biathlon-Weltcup in Hochfilzen: Drei deutsche Einzel-Podiumsplätze

Biathlon-Weltcup in Hochfilzen : Drei deutsche Einzel-Podiumsplätze

Hochfilzen (rpo). Zwei "Einzelkämpfer" aus Skandinavien und die deutsche Herren-Staffel haben beim Auftakt des Biathlon-Weltcups in Hochfilzen dominiert.

Einen Tag nach Platz eins über 4x7,5-km für das Verlegenheits-Quartett mit Ricco Groß (Ruhpolding), Marco Morgenstern (Altenberg), Michael Greis (Nesselwang) und Frank Luck (Oberhof) feierten in den Jagdrennen die Schwedin Magdalena Forsberg und Ole Einar Björndalen aus Norwegen ihren jeweils zweiten Saisonsieg im zweiten Rennen.

Uschi Disl (Moosham) als Dritte sowie Frank Luck (Oberhof) und Ricco Groß (Ruhpolding) auf den Rängen zwei und drei sorgten für die deutschen Einzel-Podestplätze Nummer fünf und sieben im Olympia-Winter. "In den letzten Jahren hatte sich Betriebsblindheit bei Trainern und Sportlern eingeschlichen, jetzt sind wir wieder auf dem richtigen Weg", meinte Groß.

Björndalen gelang im 12,5-km-Jagdrennen in 34:27,5 Minuten mit sieben Schießfehlern der 24. Weltcup-Erfolg seiner Karriere vor Luck, der nach nur einem Fehlschuss 22,3 Sekunden Rückstand hatte. Groß stürmte von Rang 25 sensationell nach vorn und war glücklich über die geschaffte Olympia-Norm.

"Wir haben am Schießstand Nerven gezeigt", meinte derweil Damen-Bundestrainer Uwe Müssiggang: "Forsberg zeigt phantastische Leistungen, aber das war peinlich für andere." Die Doppel-Weltmeisterin kam bei ihrem 34. Weltcup-Erfolg nach 10 km in 30:26,7 Minuten ohne Schießfehler mit dem noch nie dagewesenen Vorsprung von 3:13,3 Minuten auf Olena Zubrilowa (Ukraine) ins Ziel. Disl leistete sich fünf "Fahrkarten" und 3:20,2 Minuten Abstand. Martina Glagow (Mittenwald), Andrea Henkel (Oberhof), Kati Wilhelm (Zella-Mehlis) belegten die Ränge sechs bis acht.

Ohne die erkrankten Staffel-Olympiasieger Peter Sendel und Sven Fischer (beide Oberhof) hatte das deutsche Team am Samstag Favorit Norwegen und Vizeweltmeister Weißrussland düpiert. Zehn Monate nach dem zwölften WM-Platz von Pokljuka konnte das damalige Staffel-Debakel samt Kreislauf-Kollaps von Morgenstern endgültig abgehakt werden.

Zittern musste das Quartett nur, als sich Debütant Greis eine Strafrunde einhandelte und der bis dahin große Vorsprung kräftig schmolz. Routinier Luck aber rettete auf der Schlussrunde einen Vorsprung von 8,2 Sekunden gegenüber Norwegen. Einen Tag zuvor hatten in Hochfilzen bereits die deutschen Skijägerinnen das erste Staffelrennen der Olympia-Saison vor Weltmeister Russland gewonnen.

"Ein Traumstart für uns. Natürlich geht zum Anfang der Saison im Rennen noch nicht alles so auf wie geplant. Aber unsere Männer haben sich heute prächtig geschlagen", erklärte Frank Ullrich. Der Bundestrainer gab auf der zweiten Position Morgenstern eine neue Startchance. Morgenstern: "Ich glaube, mit meiner Leistung heute habe ich auch etwas zurückgegeben."

(RPO Archiv)
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