Bojewski vor Dauersperre: Doping-Skandal überschattet Gewichtheber-WM

Bojewski vor Dauersperre: Doping-Skandal überschattet Gewichtheber-WM

Vancouver (rpo). Die ersten Titelentscheidungen bei den Gewichtheber-Weltmeisterschaften im kanadischen Vancouver sind von einem Doping-Skandal der bulgarischen Sportler überschattet worden. Olympiasieger Galabin Bojewski muss sogar mit einem lebenslangen Ausschluss rechnen.

Der Doping-Skandal der bulgarischen Gewichtheber bei den Weltmeisterschaften im kanadischen Vancouver hat die ersten Titel-Entscheidungen überschattet. Olympiasieger Galabin Bojewski, Welt- und Europameister Zlatan Wanew sowie der Olympia-Zweite und Europameister Georgi Markow sind laut Weltverband IWF der Manipulation überführt worden. Bei einer unangemeldeten Trainingskontrolle durch die Welt-Anti-Dopingagentur (WADA) vor einem Monat in Bulgarien sollen die drei Athleten identische Fremdurinproben abgegeben haben. Das wurde im Analyselabor in Köln festgestellt. Während Wanew und Markow mit einer zweijährigen Sperre rechnen müssen, droht Bojewski der lebenslange Ausschluss. Der 30-jährige mehrfache Welt- und Europameister war bereits 1995 des Dopings überführt und für zwei Jahre suspendiert worden.

Bulgarischer Verband legt Protest ein

Unterdessen hat der bulgarische Verband Protest gegen den WM- Ausschluss des Trios eingelegt. Der Sportminister des Landes, Wasil Iwanow, richtete gar ein Appell an IOC-Präsident Jacques Rogge. Bojewski kämpft um seine Existenz als Leistungssportler. "Bei der Kontrolle durch die WADA ist alles regelgerecht verlaufen. Ich habe den Urin völlig nackt in Anwesenheit eines Kontrolleurs abgegeben. Ich kann nicht warten, bis die B-Probe geöffnet wird. Meinetwegen wird niemand eine Weltmeisterschaft wiederholen", klagte der Olympiasieger.

Die bulgarischen Heber haben bereits mehrfach für Doping- Schlagzeilen gesorgt. Die größten Skandale gab es bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul und 2000 in Sydney, als mehrere Teammitglieder des Betrugs überführt worden waren.

Auf der Heberbühne ist unterdessen alles beim alten geblieben. In den ersten drei Entscheidungen des Wochenendes siegten zwei chinesische Titelverteidiger und Seriensieger Halil Mutlu aus der Türkei. Im ersten Männer-Wettbewerb war der Chinese Wu Meijin erfolgreich. Der 23-Jährige bewältigte in der Gewichtsklasse bis 56 kg eine Zweikampflast von 287,5 kg (Reißen 127,5/Stoßen 160,0) und erreichte damit exakt seine Vorjahresleistungen. Vize-Weltmeister wurde der Rumäne Adrian Jigau (280,0) vor dem Türken Sedat Artuc (277,5).

Drei Titel für Olympiasieger Mutlu

Olympiasieger Mutlu setzte sich in der 62-Kilo-Klasse trotz Verletzung mit 322,5 kg im Zweikampf durch und gewann auch im Reißen (147,5) und Stoßen (175,0) die Titel. Zweiter wurde der Chinese Shi Zhiyong (317,5) vor dem Weißrussen Henadzi Aliaschtschuk (317,5), früher bekannt unter dem Namen Gennadi Oleschtschuk.

Den ersten Frauen-Wettbewerb in der Klasse bis 48 kg entschied Titelverteidigerin Wang Mingjuan aus China mit 200,0 kg (90,0/110,0) vor der Thailänderin Wiratthaworn Aree (190,0) und der Türkin Nurcan Taylan (187,5) zu ihren Gunsten. Deutsche Athleten waren bisher nicht im Einsatz. Als erste müssen der Chemnitzer Ingo Steinhöfel und der Berliner Rene Hoch am Dienstag auf die Heberbühne.

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