"Athletensprecher ins Präsidium": DLV will Mitsprache der Athleten stärken

"Athletensprecher ins Präsidium" : DLV will Mitsprache der Athleten stärken

Darmstadt (sid). Der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) will die Mitbestimmung der Athleten in Nominierungsfragen stärken. In der Saison 2001 haben erstmals die sechs Nationalmannschaftssprecher ein Vorschlagsrecht. "Wir wollen das Athletenmitspracherecht verschärfen", erklärt der DLV-Bundesausschussvorsitzende Leistungssport, Rüdiger Nickel (Hanau).

Der DLV will den Aktiven sogar noch mehr Verantwortung geben. "Es ist beabsichtigt, dass ein Athletensprecher mit Stimmrecht ins Präsidium und zwei Athletensprecher mit Sitz und Stimme in den Verbandsrat gewählt werden", wird Nickel im Fachmagazin "Leichtathletik" zitiert. Die Entscheidung hierüber fällt am 24. März beim DLV-Verbandstag im bayerischen Wunsiedel, wo voraussichtlich Dr. Clemens Prokop (Saal/Donau) zum Nachfolger von Prof. Helmut Digel als DLV-Präsident gewählt wird.

Neu in den Nominierungsrichtlinien 2001 ist auch das Vorschlagsrecht für den leitenden Bundestrainer Bernd Schubert. "Das macht Sinn", meint Nickel: "Denn er ist unser Koordinator der Leistungsförderung." Sich selbst sehe er nicht als "Oberguru". Gleichwohl behält Nickel die alleinige Entscheidungsgewalt. "Nach Beratung mit dem Bundesausschuss Leistungssport trifft deren Vorsitzender sämtliche Nominierungsentscheidungen", heißt es in der DLV-Nominierungsbroschüre.

Leichter wird die Qualifikation für die Hallen-WM in Lissabon (9. bis 11. März) und die Freiluft-WM im kanadischen Edmonton (3. bis 11. August) für die Athleten trotz aller Mitsprache keineswegs. Der Weltverband IAAF hat vor allem in technischen Disziplinen die Normen verschärft. Neben einmaliger Erfüllung des IAAF-Richtwerts müssen mit Ausnahme der Langstreckler und Mehrkämpfer alle Athleten ein weiteres Mal die weichere DLV-Norm erreichen, um sich für Edmonton zu qualifizieren.

Rüdiger Nickel hegt im übrigen offenbar keine Ambitionen auf das Amt des DLV-Vizepräsidenten Recht, das derzeit noch Prokop bekleidet. "Ich fühle mich dem Leistungssport verbunden", meinte der Rechtsanwalt und Notar.

(RPO Archiv)
Mehr von RP ONLINE