Sieben Medaillen bei EM: Deutsche Judoka vor Olympia in Aufwind

Sieben Medaillen bei EM: Deutsche Judoka vor Olympia in Aufwind

Breslau/Berlin (dpa). Rechtzeitig im Olympia-Jahr haben die deutschen Judoka ihr Formtief überwunden. Bei den Europameisterschaften in Breslau (Wroclaw) rehabilitierte sich am Wochenende die Auswahl des Deutschen Judo-Bundes (DJB) für das schwache Weltmeisterschafts-Resultat vor einem halben Jahr und meldete sich mit dem Gewinn von sieben Medaillen in der europäischen Spitze zurück. Die 24-jährige Leipzigerin Katja Gerber verteidigte mit Erfolg ihren EM-Titel aus dem Vorjahr in der Open-Kategorie. In einem packenden Finale bezwang sie die Italienerin Lucia Morico und sorgte damit für den einzigen Titelgewinn.

Daniel Gürschner aus Cottbus hat im Halbschwergewicht die Silbermedaille erkämpft und damit zugleich einen möglichen Startplatz für das Olympia-Turnier gesichert. Hinzu kamen fünf Bronzeplaketten, gleich zwei durch Frank Möller (Berlin) im Schwergewicht und in der Offenen Klasse sowie durch Schwergewichtlerin Johanna Hagn (Elsdorf), Julia Matijas (Osnabrück) im Superleichtgewicht) und Uta Kühnen (Berlin) im Halbschwergewicht. "Das war der richtige Einstieg in die Olympia-Saison. Vor allem bei den Männern konnten wir endlich wieder mitmischen", freute sich Männer-Bundestrainer Dietmar Höttger.

Bei der Weltmeisterschaft in Birmingham hatte es lediglich eine Bronzemedaille durch die Remscheiderin Anna-Maria Gradante gegeben. Die Männer waren ganz leer ausgegangen. Jetzt haben sie zumindest in sechs von sieben Gewichtsklassen die Qualifikationsnormen für Sydney erfüllt. Allerdings hat das Nationale Olympische Komitee (NOK) das letzte Wort, dessen Nominierungs-Kriterien strenger sind. "Ich bin trotzdem zuversichtlich, zumal in der 81-kg-Klasse der verletzte Großhaderner Florian Wanner bereits im Vorfeld seine Leistungen abgeliefert hat", so Höttger. Bei den Frauen könnten fünf Athletinnen dabei sein.

Gürschner unterlag erst im Finale dem Russen Juri Stepkin mit Wazaari, aber der Lausitzer lieferte dem Favoriten einen beherzten und lange Zeit offenen Kampf. Frank Möller (Berlin) untermauerte mit seinen zwei Bronzemedaillen die Fortschritte der Judo- Männer. Er bezwang im Schwergewicht am Samstag den Rumänen Gabriel Munteanu mit einer kleinen Wertung (Yuko). Einen Tag später fügte er in der Open- Klasse als einziger deutscher Doppelstarter eine weitere Bronzemedaille hinzu. Im Kampf um den Einzug in das Finale war er an dem spanischen 220-kg-Riesen Aythami Ruano gescheitert. Im Fight um die zweite Bronzemedaille bezwang er den polnischen Publikumsliebling Rafael Kubacki mit einer kleinen Wertung.

Zufriedenheit herrschte auch bei Damen-Bundestrainer Jochen Littkopf über drei Bronze-Plätze, obwohl in Breslau seine drei bereits fest für Olympia qualifizierten Schützlinge nicht dabei waren. Johanna Hagn (Elsdorf) gewann im "kleinen Finale" im Schwergewicht mit Yuko gegen die Bulgarin Swetlana Bojilewa. Bei Olympia kann sie nicht starten, da in dieser Klasse bereits die Brandenburgerin Sandra Köppen qualifiziert ist. Uta Kühnen aus Berlin erkämpfte im Halbschwergewicht eine weitere Bronzemedaille und bestätigte damit ihre Olympia-Qualifikation. Die Berlinerin bezwang die Rumänin Simona Richter mit einer kleinen Wertung. Die Russland- Deutsche Julia Matijas war gegen die Schweizerin Monika Kurath mit Ippon erfolgreich.

Alle Ergebnisse der Europameisterschaft in Breslau/Polen:

Frauen:

Klasse bis 48 kg, Gold: Laura Moise (Rumänien), Silber: Jlubowa Bruletowa (Russland), Bronze: Julia Matijass (Osnabrück) und Sarah Nichilo-Rosso (Frankreich), 5.: Monika Kurath (Schweiz) und Tatjana Moskwina (Weißrussland), 7.: Nesse Sensoy (Türkei) und Ludmilla Luschnikowa (Ukraine)

Klasse bis 52 kg, Gold: Letitia Tignola (Frankreich), Silber: Georgina Singleton (Großbritannien), Bronze: Deborah Gravenstijn (Niederlande) und Iona Dinea (Rumänien), 5.: Raffaella Imbriani (Ettlingen) und Antonia Cuomo (Italien), 7.: Paula Saldanha (Portugal) und Inge Clement (Belgien)

Klasse bis 57 kg, Gold: Barbara Harel (Frankreich), Silber: Perni Andersson (Schweden), Bronze: Jessica Gal (Niederlande) und Michaela Vernerova (Tschechien), 5.:Karoline Kubatzki (Berlin) und Jennifer Bryant (Großbritannien), 7.: Cinzi Cavazzutti (Italien) und Marissabella Lomba (Belgien)

Klasse bis 63 kg, Gold: Gella Vandecaveye (Belgien), Silber: Severine Vandenhende (Frankreich), Bronze: Sara Alvarez (Spanien) und Anna Sarajewa (Russland), 5.: Jenny Gal (Italien) und Danielle Vriezema (Niederlande), 7.: Anja von Rekowski (Hannover) und Regina Mikute (Litauen).

Klasse bis 70 kg, Gold: Ursula Martin (Spanien), Silber: Kate Howey (Großbritannien), Bronze: Ylena Scapin (Italien) und Ulla Werbrouck (Belgien), 5.: Annett Böhm (Glauchau) und Karine Rambault (Frankreich), 7.: Edith Bosch (Niederlande) und Catarina Rodrigues (Portugal).

Klasse bis 78 kg, Gold: Celine Lebrun (Frankreich), Silber: Chloe Cowen (Großbritannien), Bronze: Uta Kühnen (Berlin) und Anastasija Matrosowa (Ukraine), 5.: Simona Richter (Rumänien) und Emmanuella Pierantozzi (Italien), 7.: Anna Koroza (Polen) und Esther San Miguel (Spanien).

Klasse über 78 kg, Gold: Karina Bryant (Großbritannien), Silber: Irina Rodina (Russland), Bronze: Johanna Hagn (Elsdorf) und Christine Cicot (Frankreich), 5.: Swetana Bojlowa (Bulgarien) und Francois Harteveld (Niederlande), 7.: Clementine Papa (Italien) und Eva Granitz (Ungarn)

Open-Kategorie, Gold: Katja Gerber (Leipzig), Silber: Lucia Morico (Italien), Bronze: Swetana Bojilowa (Bulgarien) und Tea Dongosaschwili (Russland), 5.: Simone Calender (Großbritannien) und Eva Granicz (Ungarn), 7.: Malgorzata Gornika (Polen) und Susanna Somolinos (Spanien).

Männer:

Klasse bis 60 kg, Gold: Achin Ismailow (Aserbajdschan), Silber: Enrique Despezelle (Frankreich), Bronze: Sedrik Taymans (Belgien) und Nestor Kersiani (Georgien), 5.:John Buchanan (Großbritannien) und Jacek Zyran (Polen), 7. David Moret (Frankreich) und Sardan Voskanjan (Armenien), Oliver Gussenberg (Osnabrück) in der Hoffnungsrunde ausgeschieden.

Klasse bis 66 kg, Gold: Patrick van Kalken (Niederlande), Silber: Joszef Czak (Ungarn), Bronze: Georgi Geogiew (Bulgarien) und Girulamo Giovinazzo (Italien), 5.: Viktor Bivol (Moldavien) und Jaroslaw Lewak (Polen), 7.: Rachad Mamadow (Weißrussland) und Islam Matsew (Russland), Hendrik Schumacher (Bamberg) in der Hoffnungsrunde ausgeschieden

Klasse bis 73 kg, Gold: Michel Almeida (Potugal), Silber: Witali Makarow (Russland), Bronze: Georgi Rewazaschwili (Georgien) und Fernando Kheder (Frankreich), 5. Claudio Pastea (Rumänien) und Gennadi Bilodid (Ukraine), 7. Marco Sendic (Kroatien) und Oliver Schmutz (Schweiz), Martin Schmidt (Berlin) in der Hoffnungsrunde ausgeschieden.

Klasse bis 81 kg, Gold: Serge Aschwanden (Schweiz), Silber: Ricardo Echarte (Spanien), Bronze: Alexe Budolin (Estland) und Robert Krawczyk (Polen), 5.: Walentin Gryekow (Ukarine) und Alexej Kreknew (Russland), 7.: Dirk Radszat (Leipzig) und Maartens Arens (Niederlande)

Klasse bis 90 kg, Gold: Adrian Croitoru (Rumänien), Silber: Mark Huizinga (Niederlande), Bronze: Rassoul Salimow (Aserbaidschan) und Rousian Machurenko (Ukraine), 5.: George Gugava (Georgien) und Frederic Demontfaucon (Frankreich), 7.: Fernando Gonzalez (Spanien) und Dimitri Morosow (Russland). Sven Helbing (Leipzig) in der Hoffnungsrunde ausgeschieden.

Klasse bis 100 kg, Gold: Juri Stefine (Russland), Silber: Daniel Gürschner (Cottbus), Bronze: Iveri Jiqurauli (Georgien) und Franz Birkfellner (Österreich), 5.: Pedro Soares (Portugal) und Luigi Guido (Italien), 7.: Vernhar Thorleifsson (Island) und Ghislain Lemaire (Frankreich).

Klasse über 100 kg, Gold: Dennis van der Geest (Niederlande), Silber: Tamerlan Tmenow (Russland), Bronze: Frank Möller (Berlin) und Ernesto Perez (Spanien), 5.: Gabri Munteanu (Rumänien) und Ruslan Scharapow (Weißrussland), 7.: Wale Rusljakow (Ukraine) und Petr Jakl (Tschechien).

Open-Kategorie, Gold: Uano Aythani (Spanien), Silber: Selim Tataroglu (Türkei), Bronze: Frank Möller (Berlin) und Alexi Davidaschwili (Georgien), 5.: Rafael Kubatzki (Polen) und Jerome Dreyfuss (Frankreich), 7.: Gabriel Munteanu (Rumänien) und Zoltan Csizmadia (Ungarn).

(RPO Archiv)
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