Düsseldorf Der Fußball setzt im Kampf gegen Doping nun auf Bluttests

Düsseldorf · In Italien und England ist es schon länger üblich, dass die Dopingjäger bei Fußballern nicht nur Urin-, sondern auch Bluttests durchführen. Nun werden auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Zusammenarbeit mit der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) ausweiten. "Der Fußball lebt von der Glaubwürdigkeit eines spannenden Wettbewerbs. Diese Glaubwürdigkeit gilt es zu schützen", betonte DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig. "Wir wollen einen sauberen Sport", sagte Rainer Koch, Chef der Anti-Doping-Kommission des DFB.

Rund 15 Prozent der bisherigen Kontrollen sollen durch die deutlich teureren Bluttests durchgeführt werden – und die auch im Trainingsalltag. 2144 Urinproben (davon 1644 nach Wettkämpfen) nahm die Nada im vergangenen Jahr, alle blieben negativ. Angeblich 640 000 Euro ließen sich DFL und DFB die Überprüfungen kosten.

"Unstrittig ist, dass einzelne Dopingmittel derzeit ohne Bluttest nicht aufzuspüren sind. "Ohne diese Tests ist eine gewisse Lücke vorhanden", betonte Tim Meyer, Arzt des Fußball-Nationalteams. Als sinnvoll bezeichnete Wilhelm Schänzer die Entwicklung. "Momentan gibt es den Verdacht, dass mit Wachstumshormonen gearbeitet wird – aber es gibt keine klaren Hinweise", sagte der Leiter des Kölner Doping-Labors.

Die Europäische Fußball-Union (Uefa), die Bluttests bislang nur bei den EM-Endrunden 2008 und 2012 durchführte, weitete diese Form der Dopingbekämpfung ab Juli auch auf ihre Vereinswettbewerbe aus.

(sid/RP)