Bisschen Schweinsteiger, bisschen Harting: Das ist unser Sportler des Jahres

Bisschen Schweinsteiger, bisschen Harting : Das ist unser Sportler des Jahres

Furchtbar spannend dürfte es nicht werden, wenn am Sonntagabend im ehrwürdigen Kurhaus zu Baden-Baden nach alter Sitte Deutschlands "Sportler des Jahres" gekürt und gefeiert werden.

Das Fußball-Nationalteam wird mit größtmöglicher Selbstverständlichkeit "Mannschaft des Jahres". Und an Maria Höfl-Riesch führt bei der Suche nach der "Sportlerin des Jahres" kaum ein Weg vorbei. Sie bekommt wahrscheinlich die Auszeichnung für die beiden Medaillen, die sie in Sotschi holte und die sie zur erfolgreichsten deutschen alpinen Skirennläuferin machten. Und sie bekommt sie auch ein bisschen für ihr so genanntes Lebenswerk, weil sie ihre Karriere beendet hat. Konkurrentinnen sind Rodlerin Natalie Geisenberger und die fünfmalige Paralympics-Siegerin Anna Schaffelhuber.

Komplizierter wird es bei den Männern. Es gibt nicht den einen alles überragenden. Diskuswerfer Robert Harting, Preisträger 2014, gehört wieder zur engeren Wahl. Aber auch Rodler Felix Loch, Skiflug-Weltmeister Severin Freund, Kombinierer Eric Frenzel, Triathlet Sebastian Kienle, Sprinter Julian Reus, Golfer Martin Kaymer, Formel-1-Pilot Nico Rosberg und Weitspringer Markus Rehm dürfen sich Hoffnungen machen.

Dass ein Fußballer vorn liegt, ist sehr unwahrscheinlich. Der einzige Mannschaftssportler, der bei dieser Ehrung jemals ganz oben stand, war Basketballer Dirk Nowitzki, nachdem er die Dallas Mavericks zum Titel in der US-amerikanischen Profiliga NBA geführt hatte. Wir haben uns die Wahl ganz leicht gemacht und den Sportler des Jahres selbst zusammengebastelt. Da halten sich die Einspruchsmöglichkeiten in engen Grenzen.

Schweinsteigers Kopf, Hartings Hand — Das ist unser Sportler des Jahres

Robben Sportler des Jahres in den Niederlanden

Arjen Robben ist gerade als erster Fußballer seit 1987 zum niederländischen Sportler des Jahres gewählt worden. Der 30-Jährige von Rekordmeister Bayern München setzte sich unter anderem gegen die Eisschnelllauf-Olympiasieger Sven Kramer, Michel Mulder, Jorrit Bergsma und Stefan Groothuis, Springreiter Jeroen Dubbeldam und den zuletzt dreimal in Folge ausgezeichneten Turn-Olympiasieger Epke Zonderland durch. Das war eine beachtliche Konkurrenz für den Flügelstürmer, der nicht nur in seinem Verein, sondern auch in der Nationalelf beim WM-Turnier in Brasilien herausragende Leistungen bot. Holland belegte Platz drei, und Robben war eine der herausragenden Figuren im gesamten Turnier.

Als bislang letzter Fußballer war Ruud Gullit 1987 zum niederländischen Sportler des Jahres gekürt worden. Sportlerin des Jahres wurde Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Ireen Wüst, Mannschaft des Jahres das Fußball-Nationalteam Zum Trainer des Jahres wurde folgerichtig Louis van Gaal gewählt, den es nach der WM zu Manchester United zog. In Großbritannien ist Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton erstmals in seiner Karriere gewählt worden. Nordirlands Golfstar Rory McIlroy landete bei der Wahl der BBC auf Platz zwei vor Mittel- und Langstreckenläuferin Joanne Pavey.

Seit 1947 wählen die deutschen Sportjournalisten die "Sportler des Jahres". Im vergangenen Jahr erhielten Diskuswerfer Robert Harting, Speerwerferin Christina Obergföll und die Fußballer des FC Bayern München die Auszeichnungen. Das ZDF überträgt morgen (22 Uhr) zum 17. Mal, Katrin Müller-Hohenstein und - nein, nicht Oliver Kahn - Rudi Cerne moderieren.

Schweinsteigers Kopf, Hartings Hand — das ist unser Sportler des Jahres.

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(RP)