1. Sport

Kommentar: Das Ende der Sportstadt

Kommentar : Das Ende der Sportstadt

Düsseldorf boomt. Die Zahl der Einwohner hat die Marke von 600.000 geknackt, die Wirtschaft floriert, neue Wohnviertel werden benötigt und schießen aus dem Boden. Doch das Image der Stadt, die sich vor Jahren gerne Sportstadt nannte, ist mau, international wird sie kaum noch wahrgenommen.

Der Sport spiegelt das wunderbar wider. Fortunas Fußballer sind immerhin noch zweitklassig, so dass sie zumindest national beachtet werden. Die DEG gibt es nur noch, weil zwei Privatpersonen großzügig ihre Schatullen geöffnet haben. Desaströs ist das Erscheinungsbild in Sportarten wie Handball, Basketball, Volleyball und anderen Disziplinen, die in der Landeshauptstadt nur noch hobbymäßig betrieben werden.

Den Tiefschlag des Jahres gab es mit dem Verlust des internationalen Tennis-Turniers im Rochusclub. Damit hat Düsseldorf auch das letzte Event verloren, von dem jährlich weltweit berichtet wurde. Überraschend kam die Nachricht indes nicht. Seit Arag nicht mehr als Titelsponsor auftrat, war das internationale Turnier akut gefährdet - so wie die DEG es seit dem Rückzug der Metro ist.

Einziger Lichtblick und letzter Strohhalm ist der weltbeste Tischtennisklub Borussia - dank Arag.

Die politisch Verantwortlichen haben in den vergangenen Jahren den Sport und seine Funktion als Imageträger ignoriert. Düsseldorf ist sportlich verarmt. Höchste Zeit, dass die Entscheidungsträger aktiv und gestaltend tätig werden - wie einst Joachim Erwin.