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Darts-WM 2019/20: Fallon Sherrock verpasst das Achtelfinale

Ende eines Darts-Märchens : Sherrock verpasst die nächste Sensation und das Achtelfinale der WM

Nach einer weiteren emotionalen Partie ist das Märchen von Fallon Sherrock bei der Darts-WM vorbei. Die "Queen" verabschiedete sich erhobenen Hauptes.

Fallon Sherrock schnappte sich ihre rosa Pfeile und winkte ein letztes Mal ihren frenetischen Fans im Ally Pally zu. Dann verabschiedete sich die "Queen" aus ihrem Palast. Nach zehn Tagen mit zwei bemerkenswerten Siegen ist das Darts-Märchen der alleinerziehenden Mutter aus Milton Keynes bei der Weltmeisterschaft in London zu Ende gegangen. In der dritten Runde unterlag Sherrock, die als erste Frau ein WM-Match gegen einen Mann gewonnen hatte, ihrem Landsmann Chris Dobey mit 2:4.

Von Enttäuschung war nach der Partie beim Publikumsliebling allerdings kaum eine Spur. "Ich habe es so genossen", rief Sherrock ihren Fans zu: "Chris war heute einfach klasse, und für mich sollte es einfach nicht sein." Die Zuschauer feierten Sherrock, als hätte sie den Titel gewonnen, sie selbst sagte: "Ich hoffe, im nächsten Jahr wieder hier zu sein."

Davon dürfen die Fans im Alexandra Palace ausgehen, denn Sherrock ist ein Farbtupfer, der in der bunten Darts-Welt gefehlt hatte. Barry Hearn, mächtiger Vorsitzender des Verbandes PDC, wird auch 2020 bestimmt wieder an Sherrocks Auftritte denken, wenn er seine Wildcards vergibt. Das Spiel und die Nervenstärke, um in der bisherigen Männerdomäne mitzuhalten, besitzt Sherrock ohnehin. Das zeigte sie auch gegen Dobey.

Dank ihrer Trefferquote auf die Doppelfelder ging die 25-Jährige mit 2:1 nach Sätzen in Führung. Der Favorit zweifelte, das Publikum tobte, doch Sherrock konnte ihren Schnitt nicht halten. Der 29 Jahre alte Dobey gewann verdient, Sherrock darf sich mit 25.000 Pfund Preisgeld trösten - mehr, als sie jemals in ihrer Karriere verdient hat.

Das Turnier geht nun ohne Frauen in die entscheidenden Runden, bleiben wird Sherrocks Vermächtnis, eine ungeahnte Aufmerksamkeit - weit über die Darts-Welt hinaus. Mit dem 3:2 gegen den Engländer Ted Evetts und dem 3:1 gegen den Weltranglistenelften Mensur Suljovic aus Österreich warf sie sich in die Geschichtsbücher ihres Sports und präsentierte sich in verschiedenen Fernsehsendungen als perfekte Botschafterin der WM.

Trotz ihrer beeindruckenden Geschichte muss Sherrock in den kommenden Wochen und Monaten darum kämpfen, dauerhaft den Sprung auf die Profi-Tour zu schaffen. Für einen Platz unter den besten 64 der Welt, der ihr eine Tourcard sichern würde, reicht ihr Abschneiden in London nicht. Sherrock muss sich jetzt wie Hunderte andere Spieler durch die Mühlen der sogenannten Q-School kämpfen. Ihre zehn Tage von London dürften ihr aber zumindest die eine oder andere Teilnahme an Einladungsturnieren gesichert haben.

(rent/sid)