Dortmund: BVB-Profis vergnügen sich mit Killerspielen

Dortmund : BVB-Profis vergnügen sich mit Killerspielen

Für den Fotografen der Zeitschrift "Sport Bild" haben sich Neven Subotic und Felipe Santana vor eine Spielkonsole gesetzt. Die Fußballprofis von Borussia Dortmund schießen sich mit dem Computer-Kriegsspiel "Call of Duty" für ihre Bundesliga-Spiele warm – auch vor dem Spiel am Samstagabend bei Bayern München. "Wir demütigen uns gegenseitig und üben Zweikämpfe. So machen wir uns heiß auf unsere Fußball-Gegner", sagt Subotic. Der Tabellenführer bezieht seine Motivation auch aus der virtuellen Welt, teilweise wird in Mannschaftsstärke geballert. "Es waren schon mal zwölf unserer Spieler dabei. Wir öffnen die Lobby zum Spiel, dann kann jeder mitmachen. Es gibt kaum einen bei uns, der keine Konsole besitzt", sagt Subotic.

"Call of Duty" ist höchst umstritten. Es gehört zu den sogenannten Shooter- oder Killer-Spielen. In zahlreichen Ländern steht das Spiel auf dem Index. Der 17 Jahre alte Amokläufer von Winnenden vertrieb sich seine Zeit ebenfalls mit "Call of Duty". Das Spiel zählt zur Kategorie "Ego-Shooter". Das heißt, die Teilnehmer schlüpfen in die Rolle von Soldaten, die sich in einer sehr real anmutenden 3-D-Animation bewegen und mit Waffen auf ihre Gegner losgehen.

Die aktuelle Version "Black Ops" (schwarze Operationen) machte am ersten Verkaufstag allein in den USA und Großbritannien einen Umsatz von 360 Millionen Dollar. Nach Angaben des Herstellers Activision gingen in den ersten 24 Stunden 5,6 Millionen Spiele über den Ladentisch. So erfolgreich war ein derartiges Spiel noch nie.

"Die Hersteller setzen bei solchen Spielen zunehmend auf den kalkulierten Tabubruch, um die Verkaufsmaschine in Gang zu setzen", kritisierte das Magazin "Focus". Von der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK) erhielt die siebte Fassung von "Call of Duty" keine Freigabe für Jugendliche.

(RP)
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